- 18.06.2013, 21:10:16
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Neues Volksblatt: "Unsozial" von Markus EBERT
Ausgabe vom 19. Juni 2013
Utl.: Ausgabe vom 19. Juni 2013 =
Linz (OTS) - Ist es ein Kavaliersdelikt, wenn man sich
Sozialleistungen erschwindelt? Von links aus betrachtet scheint das
jedenfalls ein wesentlich geringeres Übel zu sein, als wenn sich
jemand einen bescheidenen Wohlstand erworben hat. Die
Millionärs-Punze ist schnell zur Hand und die Botschaft, dass alle
Reichen Steuerhinterzieher sind, wird auch gerne verbreitet. Dass man
noch längst kein Spitzenverdiener sein muss, um bereits beim
Höchststeuersatz angelangt zu sein, wird ignoriert. Und ebenso
verdrängt wird damit, dass es der sogenannte Mittelstand ist, der für
den Großteil jenes Steueraufkommens sorgt, aus dem dann der
Sozialstaat finanziert wird.
Es ist durchaus im Sinne aller Steuerzahler, dass ihre Abgaben
treffsicher eingesetzt werden. Denn erstens erhöht das die Effizienz
der Mittel und zweitens könnte man sich manchmal eine kleine Drehung
an der Steuerschraube ersparen, wenn wieder einmal das Geld nicht
reicht. Wer sich gegen Kontrollen etwa bei Mindestsicherung oder bei
der Wohnbeihilfe sträubt, nimmt den Missbrauch in Kauf. "Wer die
Sozialleistungen eines Staats ausnützt, ist mindestens so unsozial
wie jemand, der seine Steuern nicht zahlt", so ÖVP-Generalsekretär
Hannes Rauch in Richtung SPÖ. Und das ist ebenso wenig akzeptabel wie
Lohnnebenkosten, die die Hälfte des Wertes der Arbeit aufgefressen
haben, bevor das Geld überhaupt im Börsel der Arbeitnehmer landet.
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