- 18.06.2013, 14:39:52
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Jungbauernschaft präsentiert Wahlprogramm zur Nationalratswahl
Obmann Kast: Starke Ansagen für eine junge Landwirtschaft
Utl.: Obmann Kast: Starke Ansagen für eine junge Landwirtschaft =
Wien (OTS) - In einer Sitzung des erweiterten Bundesvorstandes der
Österreichischen Jungbauernschaft - Bauernbund Jugend wurde das
Wahlprogramm zur kommenden Nationalratswahl verabschiedet. "Wir haben
es in einer Arbeitsgruppe, bestehend aus Funktionären der
Jungbauernschaft aus allen Bundesländern, erarbeitet und anschließend
in unseren Gremien intensiv diskutiert", so Stefan Kast, Bundesobmann
der Österreichischen Jungbauernschaft - Bauernbund Jugend, der auch
gleichzeitig Leiter dieser Arbeitsgruppe war.
Das Wahlprogramm ist in acht Bereiche gegliedert: Steuern und
Eigentum, Bildung, Lebensmittel, Starthilfe für junge Landwirte,
Betriebsentwicklung, Energie, junge Frauen am Land sowie
Landwirtschaft und Gesellschaft. "Die große Bandbreite an Themen
zeigt auch das große und schwierige Umfeld, in dem sich junge
Bäuerinnen und Bauern heute bewegen", so Bundesobmann Kast.
Die Eckpunkte des Wahlprogrammes: "Wer junge Landwirtschaft
haben will, muss sie auch unterstützen" - Bereiche Steuern, Bildung
und Lebensmittel
In diesem umfangreichen Dokument formuliert die österreichische
Bauernbund-Jugend zahlreiche Forderungen für eine intensivere und
zielgerichtete Förderung der jungen Hofübernehmer. Unter dem Slogan
"Wir lassen uns unsere Betriebe nicht wegbesteuern" wird etwa eine
steuerfreie Übernahme des ersten eigenen landwirtschaftlichen Hofes
gefordert. Im Bereich Bildung werden mehr Ausbildungsplätze für
landwirtschaftliche Facharbeiter zur Absolvierung der Matura
verlangt. Ebenfalls sind laut der Jungbauernschaft Veränderungen im
Bereich der landwirtschaftlichen Fachschulen vonnöten, so soll die 9.
Schulstufe in der Fachschule nicht als Polyersatz "abgesessen"
werden.
Die Eckpunkte des Wahlprogrammes: "Der Landwirt als
Lebensmittelproduzent für alle"
Im Lebensmittelbereich wird es als notwendig angesehen, dass
öffentliche Einrichtungen wie etwa Schulküchen und Krankenhäuser noch
stärker auf heimische und regionale Lebensmittel setzen. Im Bereich
der Niederlassungsprämie werden von der Jungbauernschaft einige
Nachbesserungen gefordert: So muss das verpflichtende Betriebskonzept
unbedingt verbessert und weiterentwickelt werden. Des Weiteren soll
es für junge Hofübernehmer einen Bildungsgutschein für das LFI in der
Höhe von EUR 500,- geben.
Die Eckpunkte des Wahlprogrammes: "Leistung fördern. Mut
belohnen"
"Der landwirtschaftliche Betrieb ist im ländlichen Raum der Motor
der regionalen Wirtschaft. Daher ist ein weiterer Ausbau der
Investitionsförderung als sinnvolles Subventionsinstrument dringend
notwendig. Gerade junge Landwirte wollen in der Zeit vor
beziehungsweise in den Monaten und Jahren nach der Betriebsübernahme
neue Betriebszweige ergreifen oder die bestehenden durch
Umbaumaßnahmen optimieren", so Kast. Konkret fordert die
Jungbauernschaft höhere Fördersätze für Jungübernehmer in den ersten
fünf Jahren ab Betriebsübernahme. Laut geltendem EU-Recht sind diese
bis zu einer Höhe von 40% möglich. Damit einhergehend sind auch
günstigere AIK-Zinssätze für junge Bäuerinnen und Bauern im
Wahlprogramm festgelegt.
Die Eckpunkte des Wahlprogrammes: "Der Landwirt als
Energiewirt. Die Energieproduktion gehört wieder in bäuerliche Hände"
Der Energie-Sektor umfasst zwei Facetten: Einerseits als
Idealvorstellung den energieautarken Bauernhof, andererseits die
bäuerliche Energieproduktion. Hier braucht es in den nächsten Jahren
verstärkt Anreize, damit junge Landwirte die Produktion von Energie
aus erneuerbaren Rohstoffen forcieren. So soll es nach Wunsch der
Jungbauernschaft möglich sein, dass alle Junglandwirte etwa höhere
Einspeisetarife für den Strom aus ihren Photovoltaikanlagen bekommen.
Auch enthält das Wahlprogramm Ideen für junge Bäuerinnen
beziehungsweise junge Frauen in den ländlichen Regionen: "Die Bäuerin
ist mit ihren vielfältigen Aufgaben das Multitalent schlechthin,
diese müssen noch stärker unterstützt werden. Um junge Frauen im
ländlichen Raum halten zu können, braucht es qualifizierte
Arbeitsplätze, mehr Kinderbetreuungseinrichtungen, verbesserte
kulturelle Angebote sowie eine verstärkte Einbindung in die Politik
und Vereine", so Kast.
Die Eckpunkte des Wahlprogrammes: "Unser Ziel: Jedes Kind soll
einmal in seiner Schulzeit auf einem Bauernhof gewesen sein" -
Landwirtschaft für die Gesellschaft begreifbar machen
Das Thema Landwirtschaft und Gesellschaft sieht die
Jungbauernschaft als eine der größten Herausforderungen in der
Zukunft an. Mit der zunehmenden Urbanisierung geht für viele Menschen
die Beziehung Lebensmittel-Landwirtschaft verloren. Daher wird es als
notwendig angesehen, dass jedes Kind im Laufe der Schulzeit zumindest
einmal auf einem Bauernhof gewesen sein muss. Ebenfalls sind dringend
Adaptierungen in der Lehrerausbildung sowie in den Schulbüchern
nötig. "Wir müssen den Kindern von klein auf ein realistisches und
modernes Bild der heimischen Landwirtschaft vermitteln. Das dort
enthaltene verstaubte Image unserer Bauern ist längst überholt",
fordert Kast abschließend.
Zur Organisation
Die Österreichische Jungbauernschaft - Bauernbund Jugend vertritt
über 45.000 junge Bäuerinnen und Bauern im ländlichen Raum und nimmt
eine Gestaltungsfunktion im Bereich der heimischen Agrarpolitik ein.
Mit zahlreichen Aktivitäten, sowohl intern als auch
öffentlichkeitswirksam nach außen hin, versucht sie die Entwicklung
der österreichischen Landwirtschaft positiv zu beeinflussen und zu
einer kontinuierlichen Verbesserung des Images beizutragen.
(Schluss)
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