- 17.06.2013, 13:54:43
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Industrie für eine Entlastung des Faktors Arbeit
IV-GS Neumayer: "Abgabenkeil" reduzieren - Senkung der Arbeitszusatzkosten um 500 Mio. Euro - Beiträge der Unfallversicherung senken
Utl.: IV-GS Neumayer: "Abgabenkeil" reduzieren - Senkung der
Arbeitszusatzkosten um 500 Mio. Euro - Beiträge der
Unfallversicherung senken =
Wien (OTS/PdI) - "Österreich braucht dringend eine Entlastung des
'Faktors Arbeit'. Das würde nicht nur den Österreicherinnen und
Österreichern, sondern dem gesamten Industriestandort zugutekommen
und fördert darüber hinaus die Beschäftigung", unterstrich der
Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Christoph
Neumayer, anlässlich der Pressekonferenz von
Wirtschaftsbund-Präsident Dr. Christoph Leitl und ÖAAB-Bundesobfrau
Mag. Johanna Mikl-Leitner, heute Montag. "Eines unserer Hauptziele in
Österreich muss es sein, den 'Abgabenkeil' spürbar zu reduzieren. Die
Arbeitszusatzkosten, die Unternehmen für ihre Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter an Fiskus und Sozialversicherung zahlen müssen, liegen
deutlich über dem EU-Schnitt. Daher braucht es grundsätzlich eine
Senkung der Arbeitszusatzkosten anstelle von zusätzlichen
Leistungsausweitungen", so Neumayer. Die österreichische Abgabenquote
liege derzeit bei 42 Prozent und damit 3,1 Prozent-Punkte über dem
Schnitt der EU-17, sowie 3,6 Prozent über dem Schnitt der EU-27. Die
hohen Arbeitszusatzkosten wirken wachstumshemmend, belasten
Arbeitnehmerinnen, Arbeitnehmer und Unternehmen, schwächen den
Standort und kosten Arbeitsplätze. "Wir wollen, dass jeder
Arbeitnehmerin und jedem Arbeitnehmer mehr Netto von dem, was der
Arbeitgeber zahlt, in der Geldbörse übrig bleibt. Wenn Österreich
nicht weiter an Wettbewerbsfähigkeit verlieren und den Wohlstand
innerhalb des Landes erhalten will, braucht es keine neuen Steuern,
sondern Strukturreformen", betonte der IV-Generalsekretär.
Die Industriellenvereinigung spricht sich nachdrücklich für eine
unmittelbare Senkung der Arbeitszusatzkosten um 500 Mio. Euro aus.
Finanzielle Spielräume für eine derartige Senkung bestünden derzeit
insbesondere beim Unfallversicherungsbeitrag, beim Beitrag zum
Familienlastenausgleichsfonds (FLAF), beim Insolvenz-Entgelt-Fonds
(IEF) und beim Nachtschwerarbeitsbeitrag (NSchG). Nach der
Gebarungsentwicklung des IEF ergibt sich unmittelbar ein Potenzial
zur Senkung des Dienstgeberbeitrages. Der zu über 80 Prozent aus
Dienstgeberbeiträgen finanzierte FLAF verzeichnet seit 2012
Überschüsse, die ab 2014 enorm ansteigen werden. Zudem sei der FLAF
von gänzlich oder teilweise familienfremden Leistungen zu entlasten.
Besonderes Einsparungspotenzial gäbe es auch bei der AUVA, meinte
Neumayer: "Die Zahl der Arbeitsunfälle konnte in den vergangenen 20
Jahren um rund 40 Prozent verringert werden, der Dienstgeberbeitrag
zur Unfallversicherung (AUVA) ist jedoch unverändert hoch.
Gleichzeitig steigt der Anteil der Freizeitunfälle am gesamten
Unfallgeschehen kontinuierlich an. Drei Viertel aller Unfälle
ereignen sich bereits in den Lebensbereichen Heim, Freizeit und
Sport", betonte Neumayer. "Die gesetzliche Unfallversicherung ist für
Arbeitsunfälle zuständig. Die Mittel der zur Gänze
dienstgeberfinanzierten Unfallversicherung wird jedoch seit Jahren in
zunehmendem Ausmaß für unfallversicherungsfremde Zwecke eingesetzt",
so Neumayer. Die von Präsident Leitl in der heutigen Pressekonferenz
angesprochene Herstellung der Kostenwahrheit durch Senkung der
Unfallversicherungsbeiträge sei ein Schritt in die richtige
Richtung".
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