- 14.06.2013, 12:25:52
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Pirklhuber zu Glyphosat: Nach Bienen nächster Bauchfleck des Umweltministers
Grüne fordern Verkaufsverbot von Glyphosat-hältigen Pestiziden in Bau- und Gartencentern
Utl.: Grüne fordern Verkaufsverbot von Glyphosat-hältigen Pestiziden
in Bau- und Gartencentern =
Wien (OTS) - "Wie schon bei den bienengefährlichen Neonicotinoiden
setzt ÖVP-Umweltminister Berlakovich auch beim giftigen
Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat wieder auf Abwarten, statt
entschlossen zu handeln", kritisiert der Grüne
Landwirtschaftssprecher Wolfgang Pirklhuber die Aussagen von BM
Berlakovich, der weitere Studien und Untersuchungen auf EU-Ebene
abwarten will, bevor er Maßnahmen setzt. "Das ist der nächste
politische Bauchfleck des Ministers", ortet Pirklhuber dringenden
Handlungsbedarf.
"Das Pestizid Glyphosat, das KonsumentInnen in Baumärkten und
Gartencentern zum Beispiel als Handelsprodukt RoundUP Alphee kaufen
können, wird derzeit in der Regel ohne behördliche Genehmigung zur
Beseitigung von Unkraut auf befestigten und unbefestigten Flächen wie
Kies-, Beton- oder Plattenwegen in Österreich eingesetzt. Der Einsatz
auf diesen Flächen ist jedoch illegal", sagt der
Landwirtschaftssprecher der Grünen. Laut österreichischer Zulassung
ist dieses Produkt ausschließlich für folgende Kulturarten genehmigt:
Kernobst, Rasen, Ziergehölze; Zierpflanzenkulturen. In Deutschland
gilt eine explizite Einschränkung, die laut Auskunft der AGES für
Österreich nicht relevant ist, obwohl diese Informationen auf den
Produkten angeführt sind: "NS660: Die Anwendung des Mittels auf
Freilandflächen, die nicht landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich
oder gärtnerisch genutzt werden, ist nur mit einer Genehmigung der
zuständigen Behörde zulässig (§ 6 Abs. 2 und 3 PflSchG). Zu diesen
Flächen gehören alle nicht durch Gebäude oder Überdachungen ständig
abgedeckten Flächen, wozu auch Verkehrsflächen jeglicher Art wie
Gleisanlagen, Straßen-, Wege-, Hof- und Betriebsflächen sowie
sonstige durch Tiefbaumaßnahmen veränderte Landflächen gehören.
Zuwiderhandlungen können mit einem Bußgeld bis zu einer Höhe von
50.000 Euro geahndet werden."
Nun spricht Minister Berlakovich von einem möglichen Verkaufsverbot
von Glyphosat-hältigen Produkten im Selbstbedienungsbereich des
Lebensmittelhandels und einer Einschränkung auf den Verkauf in
Fachmärkten. "Das ist ein völlig wirkungsloses Ablenkungsmanöver des
überforderten Ministers. Weder bei SPAR, REWE oder HOFER habe ich
persönlich RoundUP Alphee in den Regalen bisher gesehen, jedoch in
Baumärkten und Gartencenter", meint Pirklhuber.
Als Sofort-Maßnahme fordern die Grünen ein Verbot der Zulassung von
Glyphosat-hältigen Produkten für das Totspritzen von Getreide
(Sikkation) ab 1. Juli 2013 in Österreich sowie ein umgehendes Verbot
des Verkaufs von Glyphosat-hältigen Pestiziden in Bau- und
Gartencentern und allen anderen Möglichkeiten des Direkt-Verkaufs an
Nicht-LandwirtInnen. Da Glyphosat nicht das einzige problematische
Pestizid ist, schlagen die Grünen darüber hinaus ein
Pestizidreduktionsprogramm für Österreich vor. "Es ist möglich in
Österreich den Einsatz von problematischen Pestiziden bis zum Jahr
2020 um 30 Prozent zu reduzieren. Hierfür kann der
Landwirtschaftsminister Rahmenbedingungen schaffen, zum Beispiel in
dem er Förderungen an solche Programme bindet", sagt Pirklhuber.
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