• 12.06.2013, 12:23:32
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ÖAMTC: Kilometerabhängige elektronische Mautsysteme weder fair noch wirtschaftlich

Club kritisiert irreführende Vergleichsrechnungen zwischen Wenig- und Vielfahrern

Utl.: Club kritisiert irreführende Vergleichsrechnungen zwischen
Wenig- und Vielfahrern =

Wien (OTS) - "Eine kilometerabhängige Maut ist weder fair noch
wirtschaftlich", stellt der Chef der ÖAMTC-Interessenvertretung,
Bernhard Wiesinger, zur Forderung der EU-Parlamentarier nach
Einführung eines kilometerabhängigen elektronischen Mautsystems klar.
"Elektronische Mautsysteme haben bis zu dreimal höhere Systemkosten
als Vignettensysteme. Internationale Erfahrungen zeigen, dass für den
Betrieb elektronischer Mautsysteme bis zu einem Viertel der Einnahmen
aufgewendet werden müssen". Darüber hinaus müssten bei Einführung
einer kilometerabhängigen elektronischen Maut für Pendler und
berufliche Vielfahrer neue komplizierte Fördersysteme geschaffen
werden. Wiesinger: "Eine Systemumstellung rechnet sich nicht". Der
Club warnt außerdem vor den gefährlichen Lenkungseffekten von
kilometerabhängigen Mautsystemen. "Ausweich-Effekte auf die
Landstraße erhöhen das Unfallrisiko und belasten die Bevölkerung und
die Umwelt massiv", so Wiesinger.

Die Darstellungen, dass eine entfernungsabhängige Verrechnung
fairer wäre als ein Vignettensystem, weist der ÖAMTC klar zurück. Die
Vergleichsrechnungen für Wenigfahrer seien völlig irreführend, weil
sie fast immer anhand der Jahresvignette erstellt würden. "In allen
EU-Staaten mit Vignette gibt es Kurzzeitvignetten. Wenn man etwa
davon ausgeht, dass ein Autofahrer, der lediglich 1.000 Kilometer auf
österreichischen Autobahnen zurücklegt, eine 10-Tages-Vignette
erwirbt, zahlt er fast genau denselben Kilometerpreis wie jemand mit
10.000 Autobahn-Kilometern und einer Jahresvignette", rechnet
Wiesinger vor.

Zur Resolution des EU-Parlaments stellt der Chef der
ÖAMTC-Interessenvertretung klar: "Das ist kein bindender Vorschlag
der EU für eine kilometerabhängige Bemautung, wie das derzeit gerne
dargestellt wird. Die EU hat gar nicht das Recht, sich in diese
Kompetenz der Mitgliedstaaten einzumischen. Außerdem sagt die
Kommission auch, dass ein Vignettensystem wie in Österreich in
Ordnung ist, vorausgesetzt es ist diskriminierungsfrei für alle
EU-Bürger." Das bedeutet, dass es Alternativen zur Jahresvignette
geben muss, so wie das in Österreich auch der Fall ist. "Es gibt
keinen Grund, am österreichischen Vignetten-System zu rütteln", sagt
der Chef der ÖAMTC-Interessenvertretung. Auch Ministerin Doris Bures
habe im März im Interview mit dem ÖAMTC-Magazin auto touring ihr
"Nein" zu einem kilometerabhängigen Mautsystem bekräftigt. "Wir
verlassen uns auf das Wort der Frau Bundesminister, auch wenn
einzelne SP-Europaparlamentarier sich nicht an die Regierungslinie
halten", so Wiesinger abschließend.

(Schluss)

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