- 10.06.2013, 13:31:17
- /
- OTS0164 OTW0164
Intelligente Verkehrssysteme: Bures unterzeichnet Abkommen mit Deutschland und den Niederlanden
Autobahn Rotterdam-Frankfurt/M.-Wien wird ab 2015 zum ITS-Korridor mit modernster Verkehrstechnologie
Utl.: Autobahn Rotterdam-Frankfurt/M.-Wien wird ab 2015 zum
ITS-Korridor mit modernster Verkehrstechnologie =
Wien (OTS/BMVIT) - Intelligente Verkehrssysteme sollen den Verkehr
auf Europas Straßen sicherer, effizienter und umweltfreundlicher
machen. Um die Erreichung dieses Ziels auf europäischer Ebene
voranzutreiben, unterzeichnete Verkehrsministerin Doris Bures mit
ihrem deutschen Amtskollegen Peter Ramsauer und der niederländischen
Infrastrukturministerin, Melanie Schultz van Haegen, heute in
Luxemburg ein Abkommen: Auf einem Korridor, der von Rotterdam über
Frankfurt am Main nach Wien führt, sollen die ersten kooperativen
intelligenten Verkehrsdienste in einer einzigartigen Zusammenarbeit
zwischen den zuständigen Ministerien, Autobahnbetreibern und der
Fahrzeugindustrie umgesetzt werden. In Österreich sind das BMVIT und
die ASFINAG maßgeblich daran beteiligt. ****
"Airbags, Sicherheitsgurte und Knautschzonen konnten zwar die Folgen
von Unfällen reduzieren, nicht aber die Zahl der Unfälle. Hier setzen
die neuen Kommunikationstechnologien an", sagt Verkehrsministerin
Doris Bures. Bis zu 30 Prozent der tödlichen und schweren Unfälle
können laut Experten des eSafety-Forums der Europäischen Kommission
durch kooperative Dienste verhindert werden. Das wären europaweit 300
Menschenleben, in Österreich allein auf Autobahnen und Schnellstraßen
fast 20 Menschenleben im Jahr. "Gleichzeitig kann der Verkehrsfluss
verbessert werden und das wirkt sich wiederum positiv auf die Umwelt
aus", so Bures. Das eSaftety-Forum spricht von einer Reduktion der
Staus um bis zu 15 Prozent und einer Steigerung der Energieeffizienz
um 20 Prozent.
Kooperative Systeme - sicher und intelligent
Verkehrshindernisse wahrnehmen, bevor man sie sieht. Gefahren
erkennen, bevor sie zur Bedrohung werden. Sicher und entspannt ans
Ziel kommen. Diese Vision einer sicheren und intelligenten Mobilität
wird durch die Vernetzung von Fahrzeugen und Infrastruktur erreicht.
Technisch gelingt dies durch kooperative Systeme (Cooperative
Intelligent Transport Systems, C-ITS). Sie ermöglichen die direkte
Kommunikation zwischen Fahrzeugen sowie mit der straßenseitigen
Infrastruktur und Verkehrszentralen.
Intelligente Mobilität - über Landesgrenzen hinweg
Die Basis für eine europaweite Einführung von kooperativen Systemen
ist geschaffen. In Forschungs- und Entwicklungsprojekten wurde die
Technologie der kooperativen Systeme entwickelt und im realen
Straßenverkehr erprobt. Ein Großteil der technischen Lösungen ist
standardisiert. Die nicht-technischen Aspekte (z.B.
Organisationsstrukturen, Sicherheitskonzept) werden derzeit zur
Vorbereitung der Markteinführung in öffentlich-privater Partnerschaft
ausgearbeitet. Auf dieser Grundlage starten die Straßenbetreiber der
Länder Deutschland, Niederlande und Österreich jetzt gemeinsam mit
Partnern aus der Industrie die schrittweise Einführung kooperativer
Systeme in Europa.
ITS-Korridor Rotterdam-Frankfurt-Wien
Ab 2015 soll die straßenseitige kooperative Infrastruktur für die
ersten Anwendungen im Cooperative ITS Corridor
Rotterdam-Frankfurt-Wien aufgebaut werden. Dies geschieht in enger
Kooperation der EU-Mitgliedstaaten Niederlande, Deutschland und
Österreich, die dazu heute ein Memorandum of Understanding
unterzeichnet haben.
Teststrecke in Wien mit 3.000 Autofahrern
Bei der straßenseitigen Infrastruktur, den Mobilitätsdiensten, aber
auch im Verkehrsmanagement kommt österreichische Technologie zum
Einsatz. Bures: "Die heimische Industrie spielt bei kooperativen
Diensten am internationalen Markt ganz vorne mit." In Österreich geht
man denn auch schon einen Schritt weiter: Im sogenannten Testfeld
Telematik auf dem Autobahndreieck A4/S1 und A23 werden kooperative
Dienste auf ihre Wirkung und Nutzerakzeptanz geprüft. Unter der
Leitung der ASFINAG und gefördert vom Klima- und Energiefonds
arbeiten 14 Partner an diesem groß angelegten Projekt. Partner im
Testfeld Telematik sind ASFINAG, AustriaTech, Audio Mobil, Bayrische
Medientechnik, Efkon, Fluidtime, Hitec Marketing, ITS Vienna Region,
Kapsch, Siemens, Swarco, TomTom.
Bis September sollen rund 3.000 Autofahrer kooperative Dienste im
Probebetrieb testen. 50 Fahrzeuge wurden mit speziellen Navis
ausgerüstet. Damit erhalten die Autofahrer Unfallmeldungen,
Geschwindigkeitsbegrenzungen, Infos über extreme Wetterverhältnisse,
Ampelphasen oder Umsteigemöglichkeiten direkt ins Fahrzeug. Die
mobile App, die Verkehrsinformationen auf Android-Handys spielt, gibt
es als Download unter www.testfeldtelematik.at. (Schluss)
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NVM