- 07.06.2013, 10:45:25
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"Prosit" - Möge der Tag der Gesundheitsberufe der Betriebskultur nützen
Präsidenten Reisner und Haneder unterstreichen ihr Engagement beim Arbeitnehmerschutz
Utl.: Präsidenten Reisner und Haneder unterstreichen ihr Engagement
beim Arbeitnehmerschutz =
Wien (OTS) - Bereits zum dritten Mal in Folge fand diese Woche der
Tag der Gesundheitsberufe in Niederösterreich in St. Pölten statt.
Heuer stand der Gesundheitstag ganz unter dem Motto "Prosit", was
kein verspäteter Silvestergruß ist, sondern vom lateinischen Verb
"prodesse", also nützen, zuträglich sein, kommt. Die konjugierte Form
"prosit" bedeutet "es möge nützen" beziehungsweise "es möge
zuträglich sein". Genau das forderte auch der Präsident der NÖ
Ärztekammer, Dr. Christoph Reisner, MSc: "Auch wenn unsere
konstruktive Zusammenarbeit beispielsweise mit der Novelle des
Spitalsärztegesetzes erste Erfolge zeigt, stellt dies noch lange
keine Strukturreform dar. Hier ist das Land gefordert, die
notwendigen Schritte umzusetzen." Und bekam dafür Unterstützung von
seinem Amtskollegen in der NÖ Arbeiterkammer, Hermann Haneder.
Betriebsvereinbarungen für Ärzte schaffen Möglichkeit für
altersgerechtes Arbeiten
Positiv erwähnte der Vizepräsident der NÖ Ärztekammer und
Kurienobmann der angestellten Ärzte, OA Dr. Ronald Gallob, die
grundsätzliche Reformierung des Dienstrechtes: "Mit dieser Maßnahme
konnten die Arbeitsbedingungen der Ärztinnen und Ärzte in Bezug auf
Entlohnung und Arbeitszeiten verbessert werden. Alle Ärztinnen und
Ärzte, die in Krankenhäusern der NÖ Landeskliniken-Holding arbeiten,
können ihre Arbeitszeitobergrenze frei wählen. Dies ist sicherlich
einmalig für unsere Branche. Doch noch lange nicht ist alles perfekt.
Da der Ärztemangel mittlerweile bedenkliche Ausmaße annimmt, müssen
wir dafür sorgen, dass einerseits Ärztinnen und Ärzte im Rahmen einer
modernen und der Zeit angepassten Arbeitsorganisation dort eingesetzt
werden, wo sie tatsächlich benötigt werden. Andererseits muss die
überbordende Bürokratie auf ein notwendiges Maß reduziert werden, um
die medizinische Tätigkeit am Patienten nicht zu blockieren."
AKNÖ-Präsident Haneder: ArbeitnehmerInnen-Schutz steckt im
Gesundheitswesen in den Kinderschuhen
AKNÖ-Präsident Hermann Haneder äußerte sich kritisch zur Umsetzung
der Schutzbestimmungen am Arbeitsplatz: "Der Arbeitnehmerschutz bei
den mobilen Diensten liegt im Argen. Es darf hier keine weißen
Flecken geben." Insbesondere forderte er die Evaluierung der
Arbeitsplätze auf psychische Belastungen, wie sie im
ArbeitnehmerInnen-Schutzgesetz bereits vorgeschrieben sind. Präsident
Haneder warnte auch davor, hochqualifiziertes Personal durch Personen
mit niedrigerem Ausbildungsniveau zu ersetzen: "Geringer
qualifizierte MitarbeiterInnen sind schneller überfordert und es
steigen die Krankenstände."
AKNÖ-Vize Brigitte Adler: Altersgerechte Arbeitsplätze auch
für Pflegeberufe möglich
"Es müssen dringend altersgerechte Arbeitsplätze für Pflegeberufe
angeboten werden", sagte AKNÖ-Vizepräsidentin DGKS Brigitte Adler.
"Für MitarbeiterInnen nach längeren Krankenständen oder nach Burn out
muss es ein betriebliches Eingliederungsmanagement geben". Beim 3.
Tag der Gesundheitsberufe kam es auch zu intensiven Gesprächen
zwischen der AKNÖ-Vizepräsidentin Adler und der Leitung der
Landeskliniken-Holdung. Adler: "Eine gute Gesprächsbasis zwischen
gesetzlicher Interessenvertretung und dem Management ist wichtig. Nur
so können Fortschritte für die tausenden Beschäftigten erreicht
werden und Fehlentwicklungen für die Zukunft vermieden werden.
Fragen zum Arbeitnehmerschutz müssen Führungsthema in
Unternehmen sein
Der zentralen Frage, ob ArbeitnehmerInnenschutz und Gesundheit
eine Frage der Unternehmenskultur sind, widmete sich die Leiterin für
Arbeitsrecht im Bundesministerium für Arbeit, Soziales und
Konsumentenschutz, Dr. Anna Ritzberger-Moser: "Prinzipiell sind
Maßnahmen im Bereich des ArbeitnehmerInnenschutzes stärker in
größeren Unternehmen verbreitet. In 40 Prozent der Unternehmen werden
diese zentralen Gesundheitsthemen in der Führungsebene behandelt.
Dies ist einer der wesentlichen Voraussetzung für den Erfolg." Als
weitere Erfolgsfaktoren nennt Dr. Ritzberger-Moser die
Mitarbeiterbeteiligung, die Kommunikation mit den Betroffenen, die
systematische Herangehensweise, eine nachvollziehbare Dokumentation,
die Beachtung von Leitlinien sowie ausreichende Ressourcen. Während
Maßnahmen zur betrieblichen Gesundheitsförderung freiwillig passieren
und häufig Förderungen dafür zur Verfügung stehen, ist der
ArbeitnehmerInnenschutz gesetzlich verankert und bildet die Basis und
das Fundament für die Arbeitsfähigkeit.
Zusammenarbeit zwischen NÖ Ärztekammer und Arbeiterkammer
weiter gefestigt
Vor drei Jahren haben NÖ Ärztekammer und NÖ Arbeiterkammer
erstmals die Arbeitsbedingungen der Gesundheitsberufe in
Niederösterreich öffentlich aufgezeigt. Ausgehend von einer groß
angelegten Umfrage kamen damals bedrückende Ergebnisse ans
Tageslicht. Ein Jahr später, 2011, mussten beide
Interessensvertretungen zur Kenntnis nehmen, dass sich wenig geändert
hatte und organisierten den ersten Tag der Gesundheitsberufe in
Niederösterreich. Im darauffolgenden Jahr war beim zweiten Tag der
Gesundheitsberufe ein Beginn eines Veränderungsprozesses spürbar.
Dieses positive Signal wurde weiter fortgesetzt und auf eine breite
Basis gestellt. "2013 und mit Sicherheit auch 2014 werden Ärztekammer
und Arbeiterkammer weiterhin gemeinsam für ein qualitativ
hochwertiges Gesundheitswesen und eine bestmögliche Versorgung der
Patientinnen und Patienten kämpfen", meint Präsident Dr. Reisner
abschließend.
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