- 06.06.2013, 22:22:22
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Neues Volksblatt: "Mühsame Arbeit" von Markus EBERT
Ausgabe vom 7. Juni 2013
Utl.: Ausgabe vom 7. Juni 2013 =
Linz (OTS) - Ein Alleinverdiener, zwei, drei oder mehr Kinder, eine
Mutter, die selbstverständlich unbezahlt, aber hauptberuflich den
Haushalt managt: Dieses Familienbild ist längst überholt. Zumindest
in zwei Punkten: Die Kinderzahl pro Familie ist gesunken, und die
Frauen/Mütter sind berufstätig. Letzteres ist sozialpolitisch ein
Fortschritt, denn Arbeit bedeutet Einkommen und eigene
Altersversorgung.
Ob die Berufstätigkeit der Mütter auch gesellschaftspolitisch ein
Fortschritt ist, wird unterschiedlich bewertet. Für die Linken ist
sie unbedingte Notwendigkeit, weil maßgeblich für die
Selbstverwirklichung der Frau. Der ideologische Mainstream ist
eindeutig: Wer heute länger oder überhaupt bei den Kindern daheim
bleiben will, solange sie Kinder sind, gilt als gestrig. Ob es
tatsächlich so gestrig ist, die Kinderbetreuung lieber selbst zu
besorgen als an staatliche oder private Einrichtungen zu delegieren,
sei dahingestellt. Außer Zweifel steht, dass das Angebot vorhanden
sein muss, weil sich die gesellschaftlichen Realitäten geändert
haben. Wenn Österreich zum familienfreundlichsten Land Europas
gemacht werden soll, wie Minister Mitterlehner das gestern
angekündigt hat, bedarf es aber nicht nur ausreichender
Familienleistungen und Betreuungseinrichtungen. Die Familie ist auch
als ideeller Wert zu propagieren - was zwar im Vergleich zu
Betreuungsplätzen nicht viel kostet, aber trotzdem eine mühsame
Arbeit ist.
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