• 25.05.2013, 08:00:36
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"Tag der Vermissten Kinder": Kompetenzzentrum für abgängige Personen wird eingerichtet

Innenministerin Mikl-Leitner: "Abgängigen- und Vermisstenfahndung weiter professionalisieren und Informationen zu einem Fall zentral bündeln"

Utl.: Innenministerin Mikl-Leitner: "Abgängigen- und
Vermisstenfahndung weiter professionalisieren und
Informationen zu einem Fall zentral bündeln" =

Wien (OTS) - Jedes Jahr werden in Österreich zwischen 700 und 800
Menschen als abgängig gemeldet, 150 bis 200 davon sind Minderjährige.
Insbesondere vor Schulschluss reißen Schülerinnen und Schüler aus -
wegen schlechter Noten oder aus Abenteuerlust. Die meisten Abgängigen
tauchen nach kurzer Zeit wieder auf. Nur wenige bleiben über einen
längeren Zeitraum verschwunden.

Bisher gab es kein gesamtösterreichisches Informations- und
Maßnahmenmanagement im Bereich abgängiger Personen und unbekannter
Leichen. Im Sommer 2013 nimmt im Bundeskriminalamt das
"Kompetenzzentrum für abgängige Personen" (KAP) den Betrieb auf - mit
Schwerpunkt auf Kinder und Jugendliche. "Mit dem Kompetenzzentrum
können wir die Abgängigen- und Vermisstenfahndung weiter
professionalisieren und Informationen zu einem Fall zentral bündeln",
sagte Innenministerium Mag.a Johanna Mikl-Leitner anlässlich des
"Tages der vermissten Kinder" am 25. Mai 2013.

Kernaufgaben des KAP sind die Optimierung der Vermisstenfahndung
durch eine Bündelung aller Informationen im Bundeskriminalamt, die
Grundlagenforschung durch Fallauswertung (Motive, Aufenthaltsmuster
usw.), die Auswertung von Statistiken für die Erkenntnisgewinnung,
die Intensivierung der Präventionsarbeit und die Verbesserung des
internen Wissenstransfers und der internationalen
kriminalpolizeilichen Zusammenarbeit. Zudem werden neue Strategien
und Methoden eingesetzt, wie das "Aging" und die Einbeziehung
sozialer Netzwerke. Es soll ein umfassendes Monitoring- und
Reportingsystem entstehen.

Bei Pilotprojekten in Jugendwohnheimen in Bad Ischl und Linz
fungierten Polizistinnen und Polizisten als "Kontaktbeamte" zwischen
Jugendlichen, Betreuern und der Polizei. Ein wesentliches Ziel war
das Schaffen von Vertrauen. Die Pilotprojekte waren erfolgreich: Die
Zahl der abgängigen Jugendlichen aus den Heimen ist um mehr als 50
Prozent zurückgegangen. "Ein hoher Anteil der Abgängigkeitsanzeigen
erfolgt von den Jugendwohlfahrtseinrichtungen. Das KAP will hier
ansetzen und auf eine noch bessere Kooperation mit diesen
Einrichtungen, den Betreuern, den Jugendlichen - kurz allen
Beteiligten bauen. Die beiden Projekte in Oberösterreich zeigen klar,
dass wir auf dem richtigen Weg sind", sagte Mikl-Leitner.

Die Betreuung der Angehörigen soll weiter verbessert werden - in
Abstimmung mit anderen Behörden und NGOs und alle Betroffenen sollen
besser vernetzt werden. "Mit der Schaffung einer oder eines
Fallverantwortlichen wird es für die Angehörigen zukünftig eine
Ansprech- und Kontaktperson geben. An diese Polizistin oder diesen
Polizisten können sich die Betroffenen jederzeit direkt wenden",
betonte die Innenministerin. "Die dafür notwendige Koordination der
Schulungen unserer Polizistinnen und Polizisten, die Vernetzungen mit
NGOs, die Sensibilisierung aller Beteiligten sind die Aufgaben des
neuen Kompetenzzentrums."

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