• 24.05.2013, 14:07:46
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Appell von Stummvoll/Roth an AK: "Crowdfunding jetzt noch zulassen!"

Ergänzende Finanzierungsform Crowdfunding schafft Wachstum und Arbeitsplätze

Utl.: Ergänzende Finanzierungsform Crowdfunding schafft Wachstum und
Arbeitsplätze =

Wien (OTS/PWK346) - "Crowfunding ist eine Maßnahme, die Wachstum und
Arbeitsplätze schafft und das mit einem überschaubaren Risiko",
zeigte sich der Bundesvorsitzende der Jungen Wirtschaft (JW) in der
Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Markus Roth, am Freitag bei einem
gemeinsamen Pressegespräch mit Günter Stummvoll, Vorsitzender des
Finanzausschusses im Parlament, überzeugt. Zuletzt wurde auf
parlamentarischer Ebene intensiv über die Einführung ergänzender
Finanzierungsformen für Klein- und Kleinst-Betriebe - allen voran das
Crowdfunding - diskutiert. Dieser notwendige und positive Prozess
scheint aktuell ins Stocken geraten, ein entsprechender Beschluss
noch in dieser Legislaturperiode ist fraglich.

Für Stummvoll ist das "Nein" seitens der Arbeiterkammer und damit
einiger SPÖ-Vertreter nicht nachvollziehbar: "Ganz Europa lechzt nach
Wachstum. Wir dürfen die Wachstumschancen, die ergänzende
Finanzierungsformen wie Crowdfunding bieten, nicht ungenutzt
vorbeigehen lassen", appelliert er in Richtung der
Verhandlungspartner, die letzte zeitliche Chance - noch vor dem
Sommer - zu nutzen. Eine Einigung wäre noch vor dem letzten
Finanzausschuss Ende Juni notwendig, um Crowdfunding noch in dieser
Legislaturperiode auf rechtlich sichere Beine zu stellen. Stummvoll
sieht noch eine kleine Chance, zumindest einen ersten
Umsetzungsschritt zu setzen. Während die Opposition durchaus für eine
größere Lösung - im Sinne der Jungen Wirtschaft - zu haben wäre,
könnte der kleinste gemeinsame Nenner mit dem Koalitionspartner eine
Anhebung der Prospektpflichtgrenze, analog zu den Genossenschaften
auf 750.000 Euro bei einer Maimaleinzahlung von 1.000 Euro pro
Privatinvestor sein. Stummvoll: "Ich würde mir gerne mehr wünschen,
aber eine solche Lösung ist besser als nichts."

Finanzierung für Jungunternehmer klares Problem Nummer 1

"Die Verwirklichung innovativer und dynamischer Ideen ist
maßgeblich von der Finanzierung abhängig. Der schwierige Zugang zu
Fremdkapital stellt aber für kleine und mittlere Unternehmen - junge
Unternehmen oder Gründer - schon seit geraumer Zeit eine große Hürde
dar, da diese meist über kaum bis gar keine Sicherheiten verfügen",
bringt Roth die schwierige Situation vieler Unternehmen auf den
Punkt. Wirtschafts- und Schuldenkrise und schwache Konjunktur
bewirken besondere Vorsicht und Zurückhaltung der Banken gegenüber
Jungunternehmern. Durch Basel III sei diesbezüglich keine
Verbesserung zu erwarten. Daher, so Roth, sei es unerlässlich,
endlich Rahmenbedingungen für zusätzliche bzw. ergänzende
Finanzierungsformen - wie Crowdfunding - zu schaffen.

Grenze bei Prospektpflicht anheben

Allen voran soll die aktuelle Höhe von 100.000 Euro bei der
Prospektpflicht - ein großes Hindernis bei ergänzenden
Finanzierungsformen - angehoben werden. Im Kapitalmarktgesetz soll es
ein "Phasing in" geben, bei dem der von der EU vorgegebene Spielraum
genützt wird: Demnach soll die aktuelle Untergrenze auf 500.000 Euro
angehoben werden, eine Informationspflicht "Mini" für Projekte ab
500.000 Euro, eine erweiterte Informationspflicht "Midi" für Projekte
ab 2,5 Mio. Euro und die Prospektpflicht "Maxi" erst ab der von der
EU schon derzeit zugelassenen Untergrenze von 5 Mio. Euro geben. Eine
Förderung der Prospekterstellung, wie sie seitens der AK
vorgeschlagen wird, ist für Roth auch deshalb abzulehnen, da dies
nicht der Realwirtschaft zu Gute käme sondern lediglich in den
Verwaltungsaufwand fließen würde. Außerdem wird ebenfalls eine
Änderung des Begriffs des "Einlagengeschäfts" im Bankwesengesetz
vorgeschlagen, wonach die Finanzierung realwirtschaftlicher Projekte
wie etwa der Kauf einer Maschine dem Unternehmen vorbehalten und
nicht als Bankgeschäft angesehen wird.

Knapp 24 Prozent der Jungunternehmer planen, zukünftig "alternativ"
zu finanzieren

Dass die Nutzung ergänzender Finanzierungsformen in Österreich im
Vergleich zu den USA oder zum EU-Schnitt deutlich unterentwickelt
ist, liegt - zeigen sich Stummvoll und Roth einig - ganz klar an den
fehlenden Möglichkeiten und keinesfalls am Desinteresse der
Unternehmer bzw. Investoren. 2012 nutzten zwar nur rund 8,7 Prozent
der Unternehmen alternative bzw. zusätzliche Finanzierungsformen, wie
Venture Capital, Mezzaninkapital, stille Beteiligung, Business Angel,
und andere. Dass der Wunsch nach ergänzenden Finanzierungsformen aber
groß ist, beweist, dass knapp 24 Prozent der Unternehmer planen,
sich künftig über alternative Modelle zu finanzieren.

Es gibt in Österreich bereits 12 Crowdfunding-Plattformen, so der
JW-Chef, die bereits in den Startlöchern stehen. Sie trauten sich
aber aufgrund der Rechtsunsicherheit nicht loszulegen, kritisiert
Roth: "Das schlechteste wäre, wenn österreichisches Privatkapital und
heimische Betriebe zu Crowdfunding-Plattformen nach Tschechien oder
Deutschland, abwandern würden. Dann verlieren wir Wachstum,
Arbeitsplätze und Kapital." (ES)

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