• 24.05.2013, 10:36:09
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ArbeitnehmerInnenparlament 1: Haneder: "Die Bilanz der AKNÖ kann sich sehen lassen"

AKNÖ bringt den Mitgliedern mehr als sie ihnen kostet / Schieflage bei Einkommen, Vermögen und Arbeitszeit

Utl.: AKNÖ bringt den Mitgliedern mehr als sie ihnen kostet /
Schieflage bei Einkommen, Vermögen und Arbeitszeit =

Wien (OTS) - Ein Jahr vor den AK-Wahlen zieht AKNÖ-Präsident Hermann
Haneder im ArbeitnehmerInnenparlament eine positive Bilanz. Als
Vertretung von fast 500.000 ArbeitnehmerInnen habe die AKNÖ viel für
ihre Mitglieder erreicht. Dennoch bleibe für die AKNÖ noch viel zu
tun, um gegen die Schieflage bei Einkommen, Vermögen und Arbeitszeit
anzugehen.

Die Erfolgsbilanz eröffnet der AKNÖ-Präsident mit den für die
Mitglieder erkämpften Beträgen. "Wir haben 2012 alleine im Arbeits-
und Sozialrecht den Menschen über 60 Millionen Euro erkämpft", so
Haneder. "Allein in diesem Bereich haben wir den Mitgliedern mehr
Geld gebracht als alle miteinander Umlage einzahlen." Durch die
landesweit veranstalteten "Steuerspartage" wurde seit 2007 rund
70.000 ArbeitnehmerInnen beim Steuerausgleich geholfen. Auch hier
kann sich das Ergebnis der letzten zehn Jahre mehr als sehen lassen:
"Wir haben in diesen zehn Jahren über 66 Millionen Euro an zu viel
bezahlten Steuern zurückholen können", erklärt der AKNÖ-Präsident
stolz. Haneder ruft auch die in Kürze wirksam werdende Erhöhung des
Bildungsbonus und die Einführung eines Bau- und Wohngeldes für Frauen
als konkrete Verbesserungen für ArbeitnehmerInnen in Erinnerung.

Auch wenn die Bilanz höchst erfreulich ausfalle, bleibe für die
Arbeiterkammer noch viel zu tun. Wenn der gelernte Zimmermann nämlich
mit der "Wasserwaage" die Verteilungssituation im Land auslote, müsse
er eine extreme Schieflage feststellen. Da ist zunächst der sehr
ungleiche Zugang zur Bildung. "Bildung ist bei uns viel stärker
vererbt als in anderen Ländern", so Haneder. Arbeiterkinder haben
kaum eine Chance, eine Ausbildung an Universitäten oder
Fachhochschulen abzuschließen. Akademikerkinder wiederum werden, auch
wenn es noch so mühevoll ist, durch die höheren Schulen geschleppt,
obwohl eine Lehre manchmal vielleicht der bessere Weg wäre.

Diese Ungleichheit setzt sich bei Einkommen und Vermögen fort.
Besonders extrem fällt die Verteilung beim Vermögen aus. "Die
reichsten 5 Prozent haben 45 Prozent aller Vermögen", so der
AKNÖ-Präsident. Obendrein werden Vermögen und Zinseinkommen auch noch
geringer besteuert als Arbeitseinkommen. "Der größte Skandal
überhaupt ist Reichtum, der auf Kosten der Ärmeren wächst",
kritisiert Haneder die Umverteilung von unten nach oben. Auch bei der
Verteilung von Arbeit muss der AKNÖ-Präsident eine ungerechte
Verteilung feststellen. "Einige müssen immer länger und mehr
arbeiten, andere finden keinen Job", so Haneder.

Angesichts der zahlreichen Aufgaben warnt Haneder davor, den
Wahlkampf für die AK-Wahl zu früh zu beginnen und dabei einzelne
MitarbeiterInnen sowie die AKNÖ als Ganzes in ein schlechtes Licht zu
rücken: "Wer mit schlecht recherchierten Angriffen auf das Wahlrecht
diese Institution in der Öffentlichkeit schlecht macht, spielt nur
den Gegnern von mutigen Arbeitnehmervertretungen in die Hände." Denn
Lehrlinge seien sehr wohl wahlberechtigt. Da Lehrlinge jedoch keine
AK-Umlage zahlen, müssen sie sich für die Wahl registrieren lassen.
"Dazu müssen sie nur ein Formular an uns schicken. Die Lehrlinge
haben das bei den letzten Wahlen auch geschafft", stellt Haneder
klar. Außerdem sei das AK-Wahlrecht ein Bundesgesetz - "die richtige
Adresse für Änderungen ist also das Parlament".

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