- 23.05.2013, 13:34:42
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Rasinger: ÖVP gegen Stögersches Minimodell - "Bringt keine Qualität für die Hausarztausbildung"
Wien (OTS/ÖVP-PK) - Seit 30 Jahren dreht sich die Debatte über die
Ausbildung zum Allgemeinarzt auf niedrigem Niveau im Kreis. Seit 30
Jahren gelingt es nicht, die Lehrpraxis, also die Ausbildung der
Jungärzte bei Hausärzten direkt in Praxen, zu verankern.
International gesehen ist Österreich damit bei der Hausarztausbildung
schwer ins Hintertreffen geraten. Während in Ländern wie
Großbritannien, Deutschland oder Niederlande ein Schwerpunkt auf eine
gute Hausarztausbildung gelegt wird und mindestens zwölf bis sogar 24
Monate Lehrpraxis vorgesehen sind, glaubt Minister Stöger, mit drei
bis sechs Monaten sein Auslangen zu finden. Der von Stöger jetzt
vorgelegte Verordnungsentwurf ist aus Sicht der ÖVP untauglich, den
drohenden Hausarztmangel zu bekämpfen. Das sagte heute, Donnerstag,
ÖVP-Gesundheitssprecher Abg. Dr. Erwin Rasinger.
"Dieses völlig unattraktive Modell mit einer gleichzeitigen nochmals
zwölfmonatigen Verlängerung der Ausbildung, also von 36 auf 48
Monate, wird dazu führen, dass noch weniger junge Ärzte bereit sein
werden, den Beruf als Hausarzt zu ergreifen. Für die jungen Ärzte
sind zusätzlich die später deutlich schlechtere Bezahlung für
Hausärzte im Vergleich zu niedergelassenen Fachärzten und die
steigenden Dokumentations- und anderen Bürokratieerschwernisse
abschreckend, von familienfreundlichen Modellen für Ärztinnen und
Ärzte im ländlichen Bereich ganz zu schweigen. Schon jetzt haben
2.800 Ärztinnen und Ärzte Österreich Richtung Deutschland verlassen,
weil es dort bessere Ausbildungsbedingungen gibt. Da in ganz Europa
ein Ärztemangel droht, besonders in England, Deutschland und der
Schweiz, wäre es umso notwendiger, die jungen Ärzte zu motivieren, in
Österreich zu bleiben", so der ÖVP-Gesundheitssprecher.
Auch sei es geradezu kontraproduktiv, ständig von Qualität zu reden
und nichts in die Verbesserung der Qualität der Ausbildung zu
investieren. Wie soll die künftige Ausbildung zum Allgemeinmediziner
funktionieren ohne verpflichtend vorgesehene und finanzierte
Ausbildung auch in einer allgemeinmedizinischen Lehrpraxis, wenn
maximal sechs Monate möglich und anrechenbar sein sollen? Noch so
viel nachträgliche Dokumentation könne eine gute Ausbildung nicht
ersetzen. Schlecht ausgebildete Hausärzte verteuern nur das System.
Es gelte: "Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans oft nimmer mehr".
"Schon jetzt gibt es unzählige Klagen junger Kolleginnen und
Kollegen, dass sie sich im Spital nur als Systemerhalter missbraucht
fühlen und die Ausbildung einen geringen Stellenwert hat. Kein Staat
in Europa außer Österreich leistet sich den Luxus, so die Motivation
junger Medizinerinnen und Mediziner zu zerstören", kritisiert
Rasinger.
Mit den Vorschlägen des Gesundheitsministeriums rücke der Facharzt
für Allgemeinmedizin in weite Ferne. Die ÖVP habe schon vor fünf
Jahren ins Regierungsprogramm die Schaffung eines Hausarztmodells
hineinreklamiert. Stöger sei bis heute säumig. Außerdem würden die
Spitalserhalter in Zukunft kaum Facharztstellen für Allgemeinmedizin
anbieten, da es ohnehin zirka 1.400 kostenlose Studenten gibt, die
ihr praktisches Jahr absolvieren müssen. "Die Abstimmung zwischen den
Unis, die für das praktische Jahr am Studien-Ende zuständig sind, und
dem Gesundheitsministerium, welches für die postpromotionelle
Ausbildung zuständig ist, was wann wo zu lehren bzw. zu lernen ist,
fehlt überhaupt", bedauert der Abgeordnete.
Die ÖVP sagt daher Nein zu diesem "Murks, der international nur
Kopfschütteln hervorruft und keinerlei Aufwertung des Hausarztes
bedeutet. Im Gegenteil, wir laufen so sehenden Auges in einen nicht
mehr aufholbaren Hausarztmangel hinein, zum Schaden der Patienten und
der persönlichen, wohnortnahen Betreuung", schloss der
ÖVP-Gesundheitssprecher.
(Schluss)
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