- 21.05.2013, 18:15:31
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WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Leistung muss belohnt werden - von Isabell Widek
Wer für Gerechtigkeit ist, muss auch für unlimitierte Managergehälter sein
Utl.: Wer für Gerechtigkeit ist, muss auch für unlimitierte
Managergehälter sein =
Wien (OTS) - Wer Großes leistet, sollte auch entsprechend bezahlt
werden. Nicht nur aus Gründen der Gerechtigkeit, sondern allein schon
aus Eigeninteresse.
Denn in dem unwahrscheinlichen Fall, dass Ihr Arbeitgeber den Wert
Ihrer Arbeit erkennt und Ihnen endlich eine Beförderung ins
Management anbietet, erwartet man sich gemeinhin auch eine saftige
Gehaltserhöhung. Bei einer gesetzlichen Deckelung der
Managementbezüge wird Ihr Einkommen aber unter Umständen lediglich
eingefroren - weil ihre Kollegen schlecht bezahlt sind, Sie nach
langen Jahren im Unternehmen einkommensmäßig schon eine gewisse
Flughöhe erreicht haben oder aufgrund anderer Umstände. Finden Sie
das fair? Na eben.
Genau aus diesem Grund ist die Idee, Managergehälter nach oben zu
beschränken, Nonsens. Weil wir auf diese Weise auch uns selbst
beschränken.
Nicht umsonst erwartet niemand ernsthaft, dass die Schweizer
Bevölkerung bei der Volksabstimmung am 24. November einer Deckelung
der Managementbezüge zustimmen wird. Noch dazu, wenn danach das
höchste Einkommen das Zwölffache des niedrigsten Einkommens im
Betrieb betragen würde. Auf Österreich übertragen ist zwar ein
Bruttojahresverdienst von 411.825 Euro (der durchschnittliche
Bruttojahresverdienst mal zwölf) recht ordentlich, wird aber kaum
jemanden zum Träumen und dementsprechenden Handeln verleiten.
Schlussendlich ist es außerdem noch immer der Eigentümer eines
Unternehmens, der entscheidet, wofür sein Geld verwendet wird (siehe
dazu auch Seite 3). Denn auch wenn Österreichs Wirtschaft nach
Meinung aller Wirtschaftsforscher in den kommenden Monaten wieder
anlaufen wird: Bei ungerechtfertigten Überzahlungen im Top-Management
fehlt das Geld dann meist an anderer Stelle des Betriebes. Und ein
wirtschaftlich denkender Unternehmer wird kaum sein Geld zum Fenster
hinauswerfen.
Anders freilich ist die Situation bei Minderleistern in den
Chefetagen. Wer nachweislich über längere Zeit wenig oder nichts
zusammenbringt, sollte als Konsequenz daraus zumindest seinem Wert
entsprechend verdienen. Und das bedeutet dann eben auch gekürzte
Gagen - und nicht nur Boni - hinzunehmen.
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