- 21.05.2013, 17:36:59
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13 Mrd. Euro Außenhandelsbilanz-Defizit sind zu viel
Umweltschutzorganisationen und Erneuerbaren-Verbände für EE-Ausbauziele
Utl.: Umweltschutzorganisationen und Erneuerbaren-Verbände für
EE-Ausbauziele =
Wien (OTS) - Zwischen 2003 und 2012 ist das österreichische
Außenhandelsbilanz-Defizit für Erdöl, Gas, Kohle und Strom von 4,4
auf 12,8 Milliarden Euro angestiegen. 8,8 Milliarden Euro betrug im
Vorjahr das Defizit bei Erdöl und 3,5 Milliarden Euro bei Erdgas, der
Rest verteilte sich auf Kohle und Strom. Obwohl das mengenmäßige
Außenhandelsbilanz-Defizit beim Erdöl im Jahr 2011 gegenüber 2003 um
14 Prozent gesunken ist, hat sich das monetäre Handelsbilanzdefizit
in diesem Zeitraum nahezu verdreifacht. Auch der Beitrag von Gas am
Defizit hat deutlich zugelegt: von einer Milliarde Euro 2003 auf 2,6
Milliarden Euro 2011, bei einer Zunahme des mengenmäßigen
Außenhandelsbilanz-Defizites um 34 Prozent. "Der Grund für diese
Entwicklungen sind die enormen Preissteigerungen bei Erdöl und
Erdgas, die selbst durch Erfolge bei der Energieeffizienz nicht
egalisiert werden können. Mit einem Handelsbilanzdefizit von fast 13
Milliarden Euro wurde 2012 ein trauriger Rekordwert erreicht. Ohne
erneuerbare Energien, die mehr als 31 Prozent unseres Energiebedarfs
decken, würde sich das Defizit um weitere vier bis fünf Milliarden
Euro erhöhen", erklärt Dr. Horst Jauschnegg, Vorsitzender des
Österreichischen Biomasse-Verbandes.
Offener Brief an Bundeskanzler Faymann
Am 22. Mai tagt in Brüssel der Rat der Staats- und
Regierungschefs. Neben anderen Themen steht auch die Zukunft der
europäischen Energiepolitik auf der Tagesordnung, es sollen die Ziele
bis 2030 diskutiert werden. In einem gemeinsamen Brief an
Bundeskanzler Werner Faymann fordern Umweltschutzorganisationen und
Erneuerbare Energien-Verbände konkrete Ziele für den Ausbau der
Erneuerbaren sowie für Energieeffizienz und Treibhausgasemissionen.
Der Anteil erneuerbarer Energien in der EU soll im Jahr 2030
mindestens 45 Prozent betragen und die Treibhausgasemissionen sollen
um mindestens 55 Prozent reduziert werden. "Werden die Vorschläge der
EU-Kommission, die Ziele nur auf die Reduktion von
Treibhausgas-Emissionen zu beschränken, umgesetzt, droht der Einsatz
von Atomstrom als Klimaschutzmaßnahme und CCS als lebensverlängernde
Maßnahme für Kohlestrom", appelliert Jauschnegg an die
Verantwortlichen. "Die Energiewende kann nur mit einem massiven
Ausbau der Erneuerbaren in Verbindung mit effizientem Energieeinsatz
und klaren Reduktionszielen für Treibhausgasemissionen erfolgen,
selbstverständlich sind für jeden dieser Punkte konkrete Ziele
notwendig."
Schiefergas ist keine Lösung
Im Offenen Brief wird auch vor dem derzeitigen
Schiefergas-Lobbyismus gewarnt. Abgesehen von den dramatischen Folgen
für die Umwelt mehren sich die Einschätzungen, dass die
Schiefergasblase in den USA bald platzen wird. Auch der rezente
Rückzug namhafter Schiefergasunternehmen aus Polen zeigt, dass dem
"Fracking" für die europäische Energiepolitik keine große Bedeutung
beigemessen werden sollte.
Der Offene Brief wurde von Greenpeace, WWF, Global 2000,
Österreichischer Biomasse-Verband, Photovoltaik Austria,
IG-Windkraft, Kleinwasserkraft Österreich und Erneuerbare Energie
Österreich unterzeichnet.
Eine Grafik und eine ausführliche Tabelle zur
Energie-Außenhandelsbilanz sowie den Offenen Brief an Bundeskanzler
Faymann finden Sie unter:
http://www.ots.at/redirect/aussenhandel
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