- 21.05.2013, 17:27:07
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Feigenblatt betriebliches Gesundheitsmanagement?
Wien (OTS) - Unternehmen bejahen die strategische Bedeutung von
betrieblicher Gesundheitsförderung und erhoffen sich davon vor allem
Kostensenkungen. Die Umsetzung in konkrete Maßnahmen gelingt in der
Schweiz etwas besser als in österreichischen und deutschen
Unternehmen.
Der aktuelle Hernstein Management Report befasst sich mit dem
Thema "Betriebliche Gesundheitsförderung". 80 Prozent aller befragten
Großunternehmen geben an, dass das Thema betriebliche
Gesundheitsförderung sehr bzw. eher hohe strategische Relevanz hat.
"Das Ergebnis ist nicht überraschend, da von der betrieblichen
Gesundheitsförderung auch eine Reduktion der Kosten erwartet werden
kann. Gesunde Mitarbeiter sind leistungsfähiger", erläutert
Hernsteins Kommunikationschefin Lisa Kratzer. Die strategische
Bedeutung der betrieblichen Gesundheitsförderung steigt mit
zunehmender Betriebsgröße. "Auffallend ist allerdings", so Kratzer
weiter, "dass nur zwei Drittel der befragten Unternehmen den Worten
auch Taten folgen lassen. Ein Drittel der Befragten kann von keinen
konkreten Maßnahmen berichten."
Im Vergleich der drei Länder zeigt sich, dass es bezüglich der
strategischen Bedeutung keine signifikanten Unterschiede gibt, bei
der Umsetzung sind die Schweizer Unternehmen den anderen etwas
voraus.
Die Senkung der Kosten, u. a. für Krankenstandstage, wird in allen
drei Ländern als Hauptgrund für Investitionen in die betriebliche
Gesundheitsförderung genannt, er liegt mit 40 Prozent deutlich vor
der angestrebten Erhöhung der Produktivität (28%). Weitere Ziele sind
die Wahrnehmung gesellschaftlicher Verantwortung und Vorbeugung der
erwarteten demografischen Entwicklung (15 bzw. 14%).
Einsatz von Kennzahlen noch nicht weit verbreitet
In rund der Hälfte der befragten Großunternehmen gibt es
Kennzahlensysteme, um betriebliche Gesundheitsförderung zu messen.
Davon machen die meisten, nämlich 82 Prozent (entspricht 39 Prozent
aller Unternehmen), Aufzeichnungen der Krankenstandstage der
MitarbeiterInnen. Auch daraus kann geschlossen werden, dass die
Reduzierung der Krankenstände in den Unternehmen vorrangig gesehen
wird.
Der Anteil an Unternehmen mit entsprechenden Kennzahlensystemen
variiert stark von Land zu Land: während in Österreich nur 36 Prozent
angeben, über ein Kennzahlensystem für betriebliche
Gesundheitsförderung zu verfügen, sind es in Deutschland 42 Prozent,
in der Schweiz jedoch bereits 65 Prozent der Unternehmen. Andere
Kennzahlen, wie zum Beispiel die Fluktuationsquote, werden, weit
abgeschlagen, nur in 22 Prozent der Unternehmen erhoben.
Hernstein Management Report
Der Hernstein Management Report ist eine jährlich durchgeführte
Studie zu aktuellen Leadership- und Managementtrends. Die Abwicklung
und Auswertung der Studie erfolgt durch OGM Österreichische
Gesellschaft für Marketing, Wien. Befragt wurden insgesamt 300
Führungskräfte von Großbetrieben aus Österreich, Deutschland und der
Schweiz (ab 100 Beschäftigten). Pro Land fand jeweils ein Drittel der
Interviews statt.
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