• 21.05.2013, 11:31:34
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Investitionen in Forschung und Entwicklung erreichen Rekordwert von 9 Milliarden Euro

Ministerin Bures, Minister Mitterlehner und Minister Töchterle legen Forschungs- und Technologiebericht 2013 im Ministerrat vor - Österreich mit fünfthöchster Forschungsquote in EU

Utl.: Ministerin Bures, Minister Mitterlehner und Minister Töchterle
legen Forschungs- und Technologiebericht 2013 im Ministerrat
vor - Österreich mit fünfthöchster Forschungsquote in EU =

Wien (OTS) - Die gesamten Ausgaben für Forschung und Entwicklung in
Österreich werden 2013 um 2,9 Prozent steigen und einen Rekordwert
von voraussichtlich rund 9 Milliarden Euro (konkret 8,96 Milliarden
Euro) erreichen. Das geht aus der im Forschungs- und
Technologiebericht 2013 publizierten Globalschätzung der Statistik
Austria hervor. "Damit spiegelt sich das verstärkte Engagement des
Bundes im Forschungs- und Innovationsbereich wider, und auch von
privater Seite und den Unternehmen wurde ein wesentlicher Beitrag
geleistet", so Innovationsministerin Doris Bures, Wissenschafts- und
Forschungsminister Dr. Karlheinz Töchterle und Wirtschaftsminister
Dr. Reinhold Mitterlehner anlässlich der Präsentation des Forschungs-
und Technologieberichts 2013 im heutigen Ministerrat. Durch den
Bericht werde "deutlich, dass wir konsequent an der Umsetzung der
FTI-Strategie arbeiten. Bis 2020 bedarf es aber noch weiterer
außerordentlicher Anstrengungen und gezielter Investitionen, um
Österreich an die Forschungsspitze der EU zu führen."

"Der Bericht zeigt uns eine sehr ermutigende Entwicklung im Bereich
der angewandten Forschung. Immer mehr Unternehmen setzen auf
Innovation, und immer mehr tun das mit und dank der Unterstützung der
Forschungsförderung meines Ressorts", so Innovationsministerin Doris
Bures. Der Anteil der innovierenden Unternehmen liegt in Österreich
deutlich über dem EU-Schnitt, das gilt insbesondere auch für die
Klein- und Mittelbetriebe. Der Bericht befasst sich heuer erstmals in
einem eigenen Schwerpunkt mit Innovation in der Industrie. "Wir haben
schon sehr früh auf dieses Thema gesetzt und in den letzten Jahren
die Forschungsförderung für Produktionstechnologien massiv erhöht, im
Vorjahr waren es 95 Millionen Euro", betont die Ministerin.
Österreich ist in der Sachgüterproduktion global gesehen unter den
besten Volkswirtschaften. "Mit unseren gezielten Schwerpunkten auf
Produktion der Zukunft und die heimischen Frontrunner-Unternehmen,
die in ihren Bereich weltweit technologieführend sind, sichern wir
durch Innovation den Produktions- und Beschäftigungsstandort."

Für Wissenschafts- und Forschungsminister Dr. Karlheinz Töchterle
zeigt der Bericht, "dass wir mit Investitionen des Bundes auf dem
richtigen Weg sind. Wir müssen künftig aber noch stärker als bisher
gezielte Maßnahmen setzen, die den gesamten Innovationszyklus von der
Grundlagenforschung bis zur Markteinführung umfassen." Nur dadurch
könne gesichert werden, dass die für Innovation langfristig
bedeutsame anwendungsoffene Grundlagenforschung systematisch auf die
Verwertbarkeit ihrer Ergebnisse überprüft wird. Mit der aktuell
laufenden Ausschreibung zur Anschubfinanzierung von universitären
Kooperationsvorhaben in der Höhe von insgesamt 63 Millionen Euro
wurde hier ein erster Schritt gesetzt. "Gleichzeitig müssen weitere
strukturfördernde Investitionen erfolgen, die gezielt den
Wissenstransfer stärken", betont der Minister.

Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner hebt die positiven
Konjunktureffekte hervor: "Der starke Fokus auf Forschung, Innovation
und Technologie trägt entscheidend dazu bei, dass Österreich heuer
das zwölfte Jahr in Folge stärker wachsen wird als die Eurozone und
bei der Beschäftigung zu den besten Ländern Europas zählt.
Forschungsinvestitionen sind das beste Konjunkturpaket", sagt
Mitterlehner. Neben den vielen innovativen Klein- und Mittelbetrieben
sind starke Leitbetriebe das Rückgrat der Wirtschaft: Mit einem
Wertschöpfungsanteil von 18,7 Prozent ist die Industrie für 70
Prozent der F&E-Ausgaben des Unternehmenssektors verantwortlich.
Darüber hinaus hat die innovative Wirtschaft im Vorjahr mit 427
Millionen Euro mehr Geld denn je bei der FFG abgerufen. "Das zeigt,
dass unsere Angebote greifen und auch in wirtschaftlich schwierigen
Zeiten gut angenommen werden", so Mitterlehner. Heuer liege ein
Schwerpunkt auf der besseren Versorgung mit Risikokapital. "Über den
aws-Gründerfonds und den Business Angel Fonds stellen wir 110
Millionen Euro speziell für Jungunternehmer zur Verfügung. Damit
geben wir Starthilfe, bis der Motor läuft, beflügeln Kreativität und
Innovation und schaffen Arbeitsplätze."

F&E-Ausgaben des Bundes auf Rekordwert, auch Unternehmen
investieren mehr
Die F&E-Ausgaben des Bundes werden 2013 um 2,8 Prozent auf einen
neuen Höchstwert von 3,09 Milliarden Euro steigen. Der gesamte
öffentliche Sektor wird rund 41 Prozent der F&E-Ausgaben finanzieren.
Erfreulich ist auch, dass 2013 die Investitionen in Forschung und
Entwicklung von Seiten der Unternehmen wieder leicht steigen und mit
einem prognostizierten Wachstum von drei Prozent rund 3,93 Milliarden
Euro betragen. Die Forschungsquote als Prozentanteil am
Bruttoinlandsprodukt beträgt voraussichtlich 2,81 Prozent. Damit
liegt Österreich im internationalen Vergleich deutlich über dem
EU-Durchschnitt von 2,03 Prozent und weist innerhalb der EU-27 die
fünfthöchste Forschungsquote auf. Auch beim Anteil innovierender
Unternehmen liegt in Österreich deutlich über dem Schnitt der EU-27,
wobei die Innovatorenquote in allen Branchen hoch ist.

Der Forschungs- und Technologiebericht fasst zusammen, welche
Schritte unter anderem im vergangenen Jahr gesetzt wurden, um das in
der Strategie für Forschung, Technologie und Innovation
(FTI-Strategie) der Bundesregierung festgelegte Ziel, bis 2020 zu
einem der innovativsten Länder der EU zu zählen, zu erreichen. Dazu
gehören unter anderem die Schaffung neuer wichtiger Governance- und
Finanzierungsinstrumente für die österreichischen Hochschulen durch
den Hochschulplan, die Implementierung einer kapazitätsorientierten,
auf Studierende bezogenen Universitätsfinanzierung, die Abstimmung
bei der Profil- und Schwerpunktsetzung im Bereich F&E, die Erstellung
eines Forschungsinfrastrukturplans sowie der Restrukturierungsprozess
der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Ein weiteres Thema,
das national und international immer bedeutender wird, ist das
Publizieren wissenschaftlicher Ergebnisse im Internet (Open access).

Trend zur Re-Industrialisierung
Ein weiteres wichtiges Schwerpunktthema im aktuellen Bericht ist die
Rolle der Industrie im Innovationssystem. Die weltweite Wirtschafts-
und Finanzkrise hat zu einer Neubeurteilung wirtschaftspolitischer
Optionen und des Strukturwandels geführt, und der Beitrag der
Industrie für Innovationen, Exporte und Beschäftigung steht erneut im
Zentrum wirtschaftspolitischer Debatten. Zahlreiche Länder, aber auch
die Europäische Kommission verfolgen eine Strategie der
Reindustrialisierung. Österreich gehört im internationalen Vergleich
zur Gruppe jener Länder mit den höchsten Industrieanteilen gemessen
an der gesamten Wertschöpfung. Österreich ist bei den von der
Europäischen Union definierten Schlüsseltechnologien gut
positioniert. Dies gilt insbesondere auch für den Anteil an einem
rasch wachsenden Segment, der Umweltindustrie.

Der Forschungs- und Technologiebericht wird im Auftrag der
Bundesministerien für Wissenschaft und Forschung (BMWF), Verkehr,
Innovation und Technologie (BMVIT) und Wirtschaft, Familie und Jugend
(BMWFJ), von Joanneum Research (JR), dem Austrian Institute of
Technology (AIT), dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung
(ZEW) sowie unter Beteiligung der Statistik Austria erstellt. Es
handelt sich laut Forschungsorganisationsgesetz um einen Lagebericht
über die aus Bundesmitteln geförderte Forschung, Technologie und
Innovation in Österreich. Er widmet sich aktuellen nationalen und
internationalen forschungs- und technologiepolitischen
Herausforderungen durch Analysen aktueller Entwicklungen und Trends
und die Aufbereitung umfangreichen Datenmaterials zu Forschung und
Entwicklung sowie zu speziellen Schwerpunktthemen. Mit 21. Mai 2013
wird er dem Parlament übermittelt und ist u.a. auf den Homepages der
drei Ministerien veröffentlicht.

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