- 17.05.2013, 15:36:35
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"Heimat, fremde Heimat" am 19. Mai: Kolaric' Erben, Kultur- und Sozialanthropologie in Wien und interkulturelle Bildungsfragen
Wien (OTS) - Lakis Jordanopoulos präsentiert in "Heimat, fremde
Heimat" am Sonntag, dem 19. Mai 2013, um 13.30 Uhr in ORF 2 folgende
Beiträge:
Das Ende der Völkerkunde - Kultur- und Sozialanthropologie in Wien
Das geisteswissenschaftliche Studium "Kultur- und
Sozialanthropologie" beschäftigt sich mit Minderheiten, Migration und
Menschenrechten. Das Institut ist mit 2.000.Studenten eines der
größten in Europa. Bis in die späten 1960er Jahre nannte sich die
Wissenschaft noch "Völkerkunde", erst nach der Umbenennung kam es zu
einer kritischen Auseinandersetzung mit den veralteten Rassetheorien
und theosophischen Welterklärungen. Seitdem gilt sie als moderne,
international anerkannte Sozialwissenschaft, die sogar mit dem
höchsten Wissenschaftspreis, dem Wittgenstein-Preis ausgezeichnet
wurde. Am 17. April 2013 wurde mit der Umbenennung des Wiener
Völkerkundemuseums in "Weltmuseum" das letzte unwissenschaftliche
Relikt zu Grabe getragen. David Hradetzky berichtet.
Kolaric' Erben - Die Tschuschenkinder von einst
Anfang der 1970er Jahre sorgte ein Plakat, das für Toleranz gegenüber
den damaligen "Gastarbeitern" warb, für Aufsehen. "I haaß Kolaric, du
haaßt Kolaric, warum sogn's zu dir Tschusch?", fragte ein kleiner Bub
auf dem Plakat. Damals begann das Fernsehen sich für das Schicksal
der ausländischen Arbeitskräfte zu interessieren und ließ einige der
sogenannten "Tschuschenkinder" an die Öffentlichkeit treten. Peter
Liska und Meryem Citak haben sich auf Spurensuche begeben und
berichten, was aus den kleinen Zuwandererinnen und Zuwandern von
einst, die damals mit dürftigen Deutschkenntnissen vor der Kamera
standen, geworden ist.
Es gibt keine vergleichbare TV-Produktion, die anhand von konkreten
Personen Integration in Österreich über einen derartig großen
Zeitraum nachvollziehbar macht. Die Dokumentation zeigt, dass
sozialer Aufstieg trotz schwierigster Startbedingungen möglich ist
und viel häufiger passiert, als allgemein angenommen wird. Der Film
wurde für mehrere europäische Fernsehfilmpreise nominiert und wird am
Dienstag, dem 21. Mai, um 22.30 Uhr in ORF 2 im Rahmen von "kreuz und
quer" erstmals in Spielfilmlänge ausgestrahlt.
Mehr Sprachen bedeuten mehr Chancen
Mehr als 60 Prozent der Wiener Schulen werden von Schülerinnen und
Schülern mit nichtdeutscher Muttersprache besucht. Anstatt in beiden
Sprachen, der Mutter- und der Bildungssprache, unterstützt zu werden,
landen viele von ihnen in Sonderschulen. In interkulturellen
Bildungsfragen rangiert Österreich europaweit an letzter Stelle,
moniert Sebastian Kurz, Staatssekretär für Integration. Seiner
Meinung nach sei es ein Skandal, dass Bildungsministerin Claudia
Schmid per Gesetz Schülerinnen und Schüler in die Schule eintreten
lasse, die nicht Deutsch können. Ministerin Schmidt setzt im Gegenzug
auf die Schulautonomie, interkulturelle Lehrerausbildung und will die
Schule - wie sie sagt - entnationalisieren. Sabina Zwitter und Ajda
Sticker berichten.
"Heimat, fremde Heimat" ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als
Video-on-Demand abrufbar und wird auch als Live-Stream auf der
ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) angeboten.
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