- 17.05.2013, 14:20:30
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Welt-Hypertonie-Tag: Ein Blutdruck-Messgerät gehört in jeden Haushalt
Ärztekammer-Experte Fiedler: Regelmäßig Blutdruckmessen kann schlimme Folgen verhindern
Utl.: Ärztekammer-Experte Fiedler: Regelmäßig Blutdruckmessen kann
schlimme Folgen verhindern =
Wien (OTS) - "Obwohl mehr Menschen an den Folgen von Bluthochdruck
als an Krebs sterben, wird diese Erkrankung nach wie vor
verharmlost", warnte Lothar Fiedler, Bundesfachgruppenobmann für
Innere Medizin der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), am Freitag
anlässlich des Welt-Hypertonie-Tages. Ein Blutdruck-Messgerät gehöre
in jeden Haushalt. Überhöhte Blutdruckwerte sollten unbedingt mit
einer Ärztin oder einem Arzt besprochen werden, so der Internist.
Blutdruckwerte über 140/90 mmHg gelten als zu hoch und erhöhen das
Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Todesfälle.
Bluthochdruck (Hypertonie) ist pro Jahr für 7,6 Millionen vorzeitige
Todesfälle verantwortlich und eine der Hauptursachen für Herzinfarkt,
Schlaganfall, Herzinsuffizienz (Herzschwäche) und Nierenkrankheiten.
Weltweit leiden mehr als eine Milliarde Menschen unter Hypertonie.
"Die Patienten müssen sich bewusst sein, dass schon ein
Bluthochdruck-Anstieg um 20/10 mmHg das Risiko verdoppelt, innerhalb
von zehn Jahren an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben", gab
der Bundesfachgruppenobmann zu bedenken.
Heimtückisch, aber gut behandelbar
Bluthochdruck ist üblicherweise gut behandelbar. Heimtückisch sei
aber, dass Hypertonie meist keine Beschwerden verursache und daher
häufig nicht oder erst zu spät erkannt werde. Dabei würde bei
leichtem Bluthochdruck oft schon eine Änderung des Lebensstils
helfen: abnehmen, mehr bewegen, das Rauchen einstellen und weniger
salzen.
"Allerdings geht der Großteil der Patienten erst zum Arzt, wenn die
Erkrankung schon fortgeschritten ist. Daher ist in der Regel eine
Therapie mit Blutdrucksenkern erforderlich", erklärte Experte
Fiedler. "Patienten, die ihre Werte regelmäßig ärztlich kontrollieren
lassen und ihre Medikamente konsequent einnehmen, haben gute Chancen,
dass sich ihre Blutdruckwerte auf normales Niveau absenken und damit
ein geringeres Risiko, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu entwickeln.
Es sei eher selten, dass sich Hypertonie mit blutdrucksenkenden
Medikamenten nicht in den Griff bekommen lasse. Durch spezielle
Eingriffe an den Nierennerven könne man heute aber auch
therapieresistenten Patienten helfen.
"10 Gebote" für Bluthochdruck-Patienten
1. Täglich Blutdruck messen: morgens und abends (Ruhezeit Blutdruck,
Puls)
2. Abnehmen: Jeder dritte Österreicher ist übergewichtig
3. Weniger Salz: Ein gestrichener Teelöffel täglich genügt (ca. vier
bis sechs Gramm)
4. Gesunde Ernährung: Vollkornprodukte, Obst, Gemüse, Fisch,
pflanzliche Öle
5. Bewegung: Kreislauftraining und Funktionsgymnastik mit
Krafttraining, zumindest kurze Strecken zu Fuß gehen, Treppen steigen
und Aufzüge meiden
6. Weniger Alkohol: "Ein Achterl in Ehren, kann keiner verwehren",
aber höhere Dosen schaden und machen dick
7. Rauchen aufgeben
8. Stress abbauen: Ruhepausen einlegen, ausreichend Schlaf,
Entspannungstechniken, Zeit für sich selbst schaffen
9. Medikamente gewissenhaft einnehmen
10. Regelmäßig zur ärztlichen Kontrolle (bk/ar)
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