• 17.05.2013, 12:14:17
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HOSI Wien: Diskriminierung von Lesben und Schwulen immer noch ein massives Problem

Wien (OTS) - Auch wenn schon vieles erreicht ist, stellt
Diskriminierung von Lesben und Schwulen im Alltag immer noch ein
massives Problem dar - auch in Österreich. Das geht aus den heute von
der in Wien ansässigen EU-Grundrechtsagentur (FRA) auf einer
internationalen Konferenz in Den Haag präsentierten Ergebnissen der
im Vorjahr EU-weit durchgeführten Umfrage unter Lesben, Schwulen,
Bisexuellen und Transgender-Personen hervor.

"93.000 Personen in allen EU-Mitgliedsstaaten sowie Kroatien haben
sich daran beteiligt und den Online-Fragebogen ausgefüllt. Es ist
dies die umfassendste Studie, die jemals in Europa zu diesem Thema
durchgeführt wurde", erklärt Kurt Krickler, Generalsekretär der
Homosexuellen Initiative (HOSI) Wien, der als einer der nationalen
ExpertInnen die Durchführung der Studie unterstützt hat und die
Präsentation der Resultate heute Vormittag in Den Haag mitverfolgt
hat. "Es ist wirklich ein wichtiger Meilenstein, dass die
Grundrechteagentur diese umfangreiche Grundlagenforschung
durchgeführt hat, um das Ausmaß der Diskriminierung besser
einschätzen zu können, und gleichzeitig auch Empfehlungen an die
Politik abgibt, wie diesen massiven Diskriminierungen durch
gesetzliche und andere Maßnahmen entgegengetreten werden kann."

Einheitlicher Diskriminierungsschutz - ÖVP blockiert!

"Eine dieser vorgeschlagenen Maßnahmen ist die Vereinheitlichung
beim Diskrimierungsschutz, der auch in Österreich immer noch im Argen
liegt", erklärt HOSI-Wien-Obmann Christian Högl. "Trotz Aufforderung
durch den UNO-Menschenrechtsrat und jetzt durch die
Schlussfolgerungen der EU-Studie steht die ÖVP auf der Bremse und
weigert sich nach wie vor standhaft, Lesben und Schwulen denselben
gesetzlichen Diskriminierungsschutz einzuräumen wie er aufgrund des
Geschlechts, der ethnischen Herkunft oder einer Behinderung bereits
gilt. Die ÖVP muss sich daher den Vorwurf gefallen lassen, mit schuld
am schlechten Abschneiden Österreichs zu sein. Wir fordern die ÖVP
daher einmal mehr dringend auf, diesem sogenannten Levelling-up beim
Schutz vor Diskriminierung außerhalb der Arbeitswelt zuzustimmen."

Österreich nur im Mittelfeld

Dass Österreich in Sachen Gleichstellung und Nichtdiskriminierung
von Lesben, Schwulen und Transgenderpersonen (LSBT) nur im
europäischen Mittelfeld liegt, zeigt auch der jährliche
Fortschrittsbericht des europäischen LSBT-Verbands ILGA-Europa, der
ebenfalls heute anlässlich des Internationalen Tages gegen Homo- und
Transphobie (IDAHO) präsentiert worden ist. ILGA-Europa hat minutiös
die rechtliche Situation in 49 Staaten Europas erhoben.

Detaillierte Informationen dazu:
http://www.ots.at/redirect/fra.europa.eu
http://www.ots.at/redirect/ilga-europe.org

Zeichen setzen gegen Homo- und Transphobie

Aus gegebenem Anlass wollen wir am heutigen Internationalen Tag
gegen Homo- und Transphobie noch einmal an den geplanten RainbowFlash
erinnern. Ab 17 Uhr setzen wir am Morzinplatz vor dem Mahnmal für die
Opfer der NS-Gewaltherrschaft mit bunten Luftballons ein Zeichen für
eine tolerante Gesellschaft und gegen Homo- und Transphobie.

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