• 17.05.2013, 10:00:19
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Bures: Motorrad-Neulinge über 40 Jahre sind besonders gefährdet

Motorradunfall-Analyse des Kuratorium für Verkehrssicherheit im Auftrag des Verkehrsministeriums zeigt: Bereits jeder zweite verunglückte Motorradlenker ist über 40 Jahre alt

Utl.: Motorradunfall-Analyse des Kuratorium für Verkehrssicherheit
im Auftrag des Verkehrsministeriums zeigt: Bereits jeder
zweite verunglückte Motorradlenker ist über 40 Jahre alt =

Wien (OTS/BMVIT) - Am Pfingstwochenende steht für viele
Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer eine der ersten großen
Ausfahrten an. In neuer Kluft und auf dem blitzblanken Bike werden
auch viele Motorrad-Wieder- und SpäteinsteigerInnen auf Tour gehen.
Eine Studie des Kuratoriums für Verkehrssicherheit zeigt: Die "jungen
Wilden" sind immer öfter älter als 40. Und: Führerscheinneulinge in
dieser Altersgruppe haben ein 25 Mal höheres Unfallrisiko als der
durchschnittliche Biker. Selbstüberschätzung gehört bei ihnen zu den
Hauptunfallursachen. Das Verkehrsministerium will hier gegensteuern.
"Es wird darum gehen, dass wir in der Führerscheinausbildung auch für
diese Gruppe noch stärker versuchen das Gefahrenpotential zu
verringern", so Verkehrsministerium Doris Bures. ****

Motorradfahren ist für viele ÖsterreicherInnen eine schnelle und
komfortable Möglichkeit, um von A nach B zu kommen und nebenbei auch
ein großes Freizeitvergnügen. Durch das Fehlen einer Knautschzone und
hohe Geschwindigkeiten sind die Folgen eines Motorradunfalles aber
oft dramatisch. Dass alle Biker ihr Ziel sicher erreichen ist
Verkehrsministerin Doris Bures besonders wichtig: "Das
Bundesministerium für Verkehr hat in den letzten Jahren viele
Maßnahmen ergriffen, um das Motorradfahren noch sicherer zu machen.
Der Fokus liegt dabei sowohl auf der Stärkung der eigenen
Fähigkeiten, z.B. durch die Förderung von Fahrsicherheitstrainings
auf der einen Seite, als auch bei Investitionen in eine sichere
Infrastruktur. 2012 investierte das Bundesministerium für Verkehr
eine Million Euro um Straßenbelege griffiger zu machen, gefährliche
Kurven besser zu kennzeichnen oder Leitschienen mit einem
Unterfahrschutz zu versehen." Um Motorrad-Unfällen noch besser
vorzubeugen, hat das Verkehrsministerium das Kuratorium für
Verkehrssicherheit mit einer genauen Analyse der Motorradunfälle der
letzten Jahre beauftragt.

Motorrad-Studie des KFV - Unfalltrends und Typologien der
LenkerInnen

Das Kuratorium für Verkehrssicherheit hat die Unfälle der letzten
Motorradsaisonen analysiert und kann interessante Ergebnisse
präsentieren: Während bei den unter 30-Jährigen die Unfallzahlen
sinken, steigen Sie bei der Altersgruppe 40+ an. Mittlerweile ist
mehr als jeder zweite verunglückte Motorradlenker älter als 40 Jahre
(2011: 56%; 2000: 29%). "Meistens handelt es sich dabei um
Alleinunfälle, denen Selbstüberschätzung vorausgegangen ist: zu hohe
Geschwindigkeit, riskante Überholmanöver und Kurvenschneiden.
Typischerweise sind Männer die Unfalllenker, meist mit einer Maschine
mit 70 bis 80 kW. Aber auch die Frauen haben aufgeholt: Seit 2006 hat
sich der Anteil der verunglückten Bikerinnen in der Altersgruppe 40+
von fünf auf zehn Prozent verdoppelt", so Dr. Othmar Thann, Direktor
des KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit).

Neue Risikogruppe: Motorrad-Späteinsteiger 40+

Bei etwa einem Drittel der MotorradfahrerInnen über 40 handelt es
sich um WiedereinsteigerInnen: Sie haben den Führerschein bereits vor
einigen Jahren gemacht und steigen beherzt - in der Regel ohne
ausreichende Vorbereitung - auf durchaus leistungsstarke Motorräder
auf. Sie sehen das Motorrad mehr als außergewöhnliches Hobby - denn
täglich fährt nur etwa jeder 17. Wiedereinsteiger.

In der Gruppe der Biker 40+ kristallisiert sich aber immer stärker
eine spezielle Risikogruppe heraus. Die sogenannten "Späteinsteiger"
machen den Führerschein erst kurz bevor sie mit dem Hobby Motorrad
loslegen. Wie die Tiefenanalyse des Kuratoriums für
Verkehrssicherheit zeigt, haben MotorradfahrerInnen über 40, die
ihren Führerschein seit weniger als fünf Jahren haben, im Vergleich
zum Durchschnitt der MotorradfahrerInnen ein 25 Mal höheres Risiko zu
verunglücken. Zwar gehören derzeit nur 1,4% der MotorradfahrerInnen
über 40 zu den Späteinsteigern, bereits jetzt stellen sie aber ein
Drittel aller verunglückten in der Altersgruppe 40+. Das
Verkehrsministerium analysiert jetzt, wie man die
Führerscheinausbildung speziell für Späteinsteiger anpassen könnte,
um das hohe Gefahrenpotential zu verringern.

"Prinzipiell sollten sich die älteren Motorrad-Wiedereinsteiger und
-Neulinge bewusst sein, dass die Fahrerfahrung mit dem Auto für das
Fahrverhalten auf zwei Rädern nicht relevant ist. Das Motorrad folgt
anderen Gesetzen", erklärt Dr. Othmar Thann, "Daher empfehlen wir
regelmäßige Saison-Warm-ups in einem Fahrsicherheitszentrum, die
technische Rundum-Kontrolle und die Investition in eine hochwertige
Schutzausrüstung."

Verkehrsministerin Doris Bures möchte vor allem das
Verantwortungsbewusstsein der BikerInnen stärken: "Ebenso wichtig wie
eine ausgezeichnete Ausbildung und eine gute Infrastruktur ist die
perfekte Beherrschung des Motorrads. Wenn die letzte Ausfahrt bereits
länger zurückliegt, muss man sich langsam wieder an das alte Niveau
herantasten. Übung macht den Meister und das gilt für Jung und Alt
gleichermaßen. Der beste Unfallschutz ist noch immer eine gute
Selbsteinschätzung und eine defensive Fahrweise. Immerhin könnte fast
ein Drittel der fremdverschuldeten Unfälle durch gekonntes Bremsen
und richtiges Reagieren in brenzligen Situationen verhindert werden."

Verkehrsministerin Doris Bures gibt darum allen MotorradfahrerInnen
eine Sicherheits-Broschüre mit auf den Weg in die heurige
Bike-Saison. Die Broschüre des BMVIT fasst neben den wichtigsten
Regeln für eine sichere Fahrt auch viele interessante Tipps und
Tricks für Gruppenausfahrten, Fahrten mit dem Sozius und brenzlige
Situationen zusammen. Die Sicherheitstipps des BMVIT wurden in
Zusammenarbeit mit dem Kuratorium für Verkehrssicherheit, ARBÖ, ÖAMTC
und der Arge2Rad erstellt.

Erhältlich ist die Broschüre im Servicebüro des BMVIT unter der
Telefonnummer 0 800 21 53 59; per E-Mail [email protected]
oder als download unter www.bmvit.gv.at/motorrad.

(Schluss)

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