• 16.05.2013, 16:10:16
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Mariahilfer Straße Neu: Forderungen der Wirtschaft nicht berücksichtigt - Stadt lässt Betriebe im Stich

Bezirk Mariahilf blockiert wirtschaftsfreundliche Lösung - Geplantes Verkehrsmodell bringt Verkehrschaos - WK Wien bringt Einsprüche gegen neue Regelung ein

Utl.: Bezirk Mariahilf blockiert wirtschaftsfreundliche Lösung -
Geplantes Verkehrsmodell bringt Verkehrschaos - WK Wien bringt
Einsprüche gegen neue Regelung ein =

Wien (OTS) - Wie sich bei der gestrigen Verkehrsverhandlung zeigte,
werden bei der Neuorganisation der Mariahilfer Straße und der
umliegenden Gassen die Anliegen der mehr als 9.000
Wirtschaftstreibenden in den Bezirken Mariahilf und Neubau
überwiegend nicht berücksichtigen. "Es sind ausschließlich die
Unternehmen, die die Mariahilfer Straße und die Seitenlagen zur
wichtigsten Einkaufsstraße Österreichs machen. Diese funktionierenden
Strukturen einfach über Bord zu werfen und die Bedürfnisse der
Betriebe zu ignorieren, gefährdet Unternehmen und Arbeitsplätze
gleichermaßen und ist ein Anschlag auf die Lebendigkeit der beiden
Bezirke", sagt Brigitte Jank, Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien.

Erst im Februar hat die Wirtschaftskammer eine Unternehmerbefragung
aus den Bezirken 6 und 7 präsentiert und die Ergebnisse den
Bezirksvorstehern und der Stadt zur Verfügung gestellt. Einhelligkeit
herrschte darüber, dass die Wünsche der Unternehmen bei weiteren
Planungen aufzugreifen sind. Konkret hatten sich die
Wirtschaftstreibenden mit großer Mehrheit insbesondere für die
Aufrechterhaltung der Querungen der Mariahilfer Straße ausgesprochen,
ebenso wie für ausreichend Ladezeiten und ein ganzheitliches
Verkehrskonzept für den 6. und 7. Bezirk. Warum sich vor allem
Mariahilf derart in Opposition zu den Anliegen der Betriebe begibt,
ist für Jank nicht nachvollziehbar: "Hier wird in Kauf genommen, dass
Betriebe abwandern, weil sich die Verkehrssituation für
Wirtschaftstreibende, Lieferanten und Kunden verschlechtert."

Zentrale Kritikpunkte an der geplanten Neuregelung:
- Künftig soll es auf der ganzen Länge der Mariahilfer Straße keine
Querungen mehr zwischen dem 7. und 6. Bezirk geben. Die derzeit
bestehenden Querungen werden ersatzlos gestrichen, was einen
umfangreichen Ausweich- und Umwegverkehr in beiden Bezirken zur Folge
hat. Detailstudien zeigen, dass sowohl die durchschnittlichen
Verkehrswege als auch die Fahrzeiten um bis zu 70 Prozent zunehmen!
Zudem wird in den Seitenlagen eine Anlieferung mit größeren
Lieferfahrzeugen vielfach nicht mehr möglich sein, da kein
ausreichender Raum zum Wenden gegeben ist.
Diese Vorgangsweise ist inakzeptabel und wird seitens der WK Wien
beeinsprucht, die die Aufrechterhaltung der Querungen, konkret jener
in den Bereichen Windmühlgasse, Stumpergasse, Schottenfeldgasse,
Zieglergasse, Andreasgasse und Otto-Bauer-Gasse fordert. Alles andere
widerspricht einer vernünftigen Verkehrsplanung der kurzen Wege und
Emissionsvermeidung.

- Die Stadt Wien plant, diverse Einbahnen, wie etwa jene in der
Webgasse umzudrehen. Notwendige Ausweichrouten führen zu einer
zusätzlichen Verschlechterung der Verkehrssituation. Dadurch werden
die Zufahrtswege zu den Betrieben länger. An allen zusätzlichen
Kreuzungen und Abbiegungen ergeben sich für LKW Probleme mit
Gehsteigvorziehungen und parkenden Autos.
Die Wirtschaftskammer Wien bringt daher auch hier einen Einspruch ein
und fordert, dass die bestehenden Einbahnen nicht angetastet werden,
um den fließenden Verkehr nicht unnötig zu behindern.

- Ebenfalls soll ein Halten abseits der schon bestehenden Ladezonen
in der gesamten Mariahilfer Straße nicht mehr möglich sein! Es
entfallen insgesamt 300 Stellplätze für die Bewohner und Betriebe für
Zu- und Aussteigen oder kurze Erledigungen. Die ohnehin angespannte
Parkplatzsituation in Mariahilf und Neubau wird dadurch zusätzlich
verschärft.
Die Wirtschaftskammer Wien bringt gegen das Halteverbot Einspruch ein
und fordert, dass zumindest in den Begegnungszonen der Mariahilfer
Straße gehalten werden darf.

"Das Ergebnis entspricht in keiner Weise einer modernen, urbanen
Stadtplanung und übertrifft unsere schlimmsten Befürchtungen. Ich
hoffe, dass hier noch eine vernünftige Verkehrslösung ohne politische
Scheuklappen gefunden werden kann", so Jank.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | WHK

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