- 16.05.2013, 15:00:42
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WDR Europaforum: Bundesaußenminister Westerwelle warnt vor "teutonischer Hochnäsigkeit"
Köln (ots) - "Ich warne ausdrücklich vor teutonischer Hochnäsigkeit.
Deutschland wird es nicht gut gehen, wenn es den Nachbarn schlecht
geht", sagte Bundesaußenminister Guido Westerwelle beim WDR
Europaforum am 16. Mai 2013 in Berlin. In den kommenden Monaten präge
sich etwa das deutsche Bild in der Welt. "Gerade weil wir stark sind,
müssen wir mit besonderer Sensibilität agieren", warnte Westerwelle
bei der Bewältigung der europäischen Krise vor schroffen Tönen.
Deutschland müsse alles unternehmen, um im Konsens die
Herausforderungen zu meistern. Daneben sei es aber auch notwendig,
dass Europa auf die Herausforderungen in anderen Regionen der Welt
klug und gemeinsam reagiere. "Wir dürfen auf die Konkurrenz nicht mit
neuer Kleingeistigkeit reagieren. Ansonsten erleben wir eine
tektonische Verschiebung der Kräfteverhältnisse in der Welt", sagte
Westerwelle. Der Bundesaußenminister trat energisch allen Versuchen
entgegen, den Euro als europäische Währung in Frage zu stellen. Dies
würde dazu führen, dass "alles auf die Rutschbahn gerät: "Sind wir
eigentlich verrückt geworden, das, was wir in Jahrzehnten aufgebaut
haben, wir in einem Jahr zerstören wollen." Wichtig sei es, den
eingeschlagenen Weg in Europa mit den Schwerpunkten Solidität,
Solidarität und Wachstum weiterzugehen. "Es darf keine Rückkehr zur
Schuldenpolitik geben, denn ansonsten wird Arbeitslosigkeit
festzementiert." Westerwelle sah auch keine grundsätzliche
Verstimmung mit dem deutschen Nachbarn Frankreich, mit dem man zwar
in Einzelfragen unterschiedlicher Ansicht sei, im Ziel aber
übereinstimme. "Wir dürfen uns in Europa nicht nur darüber
unterhalten, was es kostet, sondern, was es uns wert ist",
verdeutlichte der Außenminister, dass die europäischen Probleme nicht
alleine mit nackten Zahlen zu bewältigen seien. Hinsichtlich des
Bürgerkriegs in Syrien setzte Westerwelle darauf, im Konsens mit den
internationalen Partnern zu baldigen Lösungen zu kommen. Es gehe
darum den Menschen zu helfen, Destabilisierung in der Region wie auch
einen Flächenbrand zu verhindern. Der Außenminister warnte jedoch vor
einfachen Antworten. Mit Waffenlieferungen werde man die Lage nicht
automatisch verbessern. "Und, dass jemand gegen Assad kämpft, macht
ihn noch lange nicht zu einem Verbündeten", warnte Westerwelle vor
radikalen und terroristischen Bestrebungen in der syrischen
Opposition.
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