• 16.05.2013, 13:33:10
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Tagung "Green Care - Neue Wege, neue Chancen" am 19. Juni in Schönbrunn

Landwirtschaft und Soziales wachsen zusammen

Utl.: Landwirtschaft und Soziales wachsen zusammen =

Wien (OTS) - Im Rahmen der zweiten Green Care-Tagung, die am
19.06.2013 von 13.00 bis 17.00 Uhr im Festsaal der HBLFA Schönbrunn
stattfinden wird, zeigt die Landwirtschaftskammer Wien innovative
Möglichkeiten der Diversifizierung für Landwirte und Sozialträger
auf. Die strategische Ausrichtung der Green Care-Produkte und
-Dienstleistungen sowie das gezielte Zusammenspiel zwischen den für
Green Care relevanten EU-Strukturfonds sind ebenso zentrale Themen,
wie die Präsentation sowohl wirtschaftlich als auch sozial
attraktiver Best Practice-Modelle.

"Heutzutage sind landwirtschaftliche Betriebe aufgrund der
schwierigen wirtschaftlichen Situation oftmals gezwungen, sich nach
zusätzlichen Einkommenschancen umzusehen, um den Hof erhalten zu
können. Im Rahmen der Agrarstrukturerhebung 2010 wurden
österreichweit 173.317 land- und forstwirtschaftliche Betriebe
gezählt. Im Vergleich zur letzten Vollerhebung 1999 bedeutet dies
einen Rückgang um 44.191 Höfe, also um ein Fünftel", erläutert
LK-Präsident Franz Windisch.

"Diversifizierung ist vor allem für kleine Betriebe eine
Möglichkeit, ihr Überleben oder auch die Hofübergabe zu sichern.
Während 'Urlaub am Bauernhof' im Bereich des Tourismus und 'Gutes vom
Bauernhof' in der Direktvermarktung bereits bekannte Formen der
Diversifizierung für die Landwirtschaft darstellen, ist Green Care -
die Erweiterung der agrarischen Produktpalette um eine soziale
Komponente - ein relativ neues Feld", ergänzt Kammerdirektor Robert
Fitzthum.

Green Care: Ergänzung und Erweiterung konventioneller Produkte
und Dienstleistungen

Die Gesellschaft steht vor einer Reihe ökologischer,
soziodemografischer und medizinisch-soziologischer Herausforderungen.
Die Menschen werden immer älter und neben Volkskrankheiten wie
Übergewicht oder Diabetes sind es vor allem psychosoziale Störungen
wie Burn-out, Depressionen oder Angstzustände, die sowohl die
betroffenen Menschen als auch das Gesundheitssystem schwer belasten.

Green Care-Initiativen können hier einen Lösungsansatz bieten.
Green Care soll traditionelle Gesundheits- und Sozialleistungen nicht
ersetzen, sondern ergänzende, spezifische Angebote zu konventionellen
Produkten schaffen, die nicht in Konkurrenz stehen, jedoch neue und
qualitativ hochwertige Perspektiven ermöglichen. Durch eine
Ausdehnung der Produkt- und Dienstleistungspalette auf den
landwirtschaftlichen Bereich ergeben sich auch für Sozialträger viele
neue Möglichkeiten, sich innovativ zu positionieren.

Wie passen Landwirtschaft und Soziales zusammen?

Die erste Green Care-Tagung fand erfolgreich im Juni 2012 statt
und wurde trotz glühender Hitze von über 200 Teilnehmern besucht. "An
diesen Erfolg möchten wir anknüpfen", betont Green
Care-Projektleiterin Nicole Prop, die zu diesem Zweck ausgewählte und
hochwertige Vortragende aus den verschiedensten Bereichen für die
Tagung gewinnen konnte.

Im ersten Teil der diesjährigen Veranstaltung referiert Markus
Hopfner vom Lebensministerium über Green Care als Möglichkeit in der
ländlichen Entwicklung, Christian Operschall vom Bundesministerium
für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz erörtert innovative Wege
in der Invaliditätspension und Johannes Fankhauser aus der
Landwirtschaftskammer Österreich spricht über Green Care als
zukunftsfähiges Modell im Bereich der Diversifizierung.

Im zweiten Part der Veranstaltung berichten Green Care-Pioniere
über die Entstehung und Entwicklung ihrer innovativen und
zukunftsträchtigen Initiativen. Martina Kotzina, die Gründerin von
Esperanza - Österreichs erstem Zentrum für tiergestützte Pädagogik in
der freien Jugendwohlfahrt -, erzählt über ihre Arbeit mit den
Jugendlichen am Hof, Walburga Siebenhofer und Hans Brückler berichten
über Erfahrungen mit Menschen mit Behinderung auf ihrem
Therapiebauernhof des Vereins Guat leb'n. Petra und Johann Steiner
vom Adelwöhrerhof schildern, wie es möglich war, eine stationäre
Pflegeeinrichtung für Menschen aller Pflegestufen auf einen Bauernhof
zu integrieren und Ursi Köstl (Ökolandgut Sonnenfeld) sowie Franz
Rybaczek (Plattform sozial produziert) stellen ihr gemeinsames
Projekt im Bereich der sozialen Arbeit vor.

Eingeladen werden Entscheidungsträger aus der Sozial-, Bildungs-
und Gesundheitspolitik, dem Arbeitsmarkt, dem Bereich der
Landwirtschaft, Funktionäre und Führungskräfte aus der Wirtschaft,
Non-Profit-Organisationen, Dachverbände und Vertreter der
Wissenschaft. Begleitend zu den Vorträgen und Diskussionen gibt es am
Green Care-Informationsmarktplatz vor, während und nach der
Veranstaltung die Möglichkeit, sich mit weiteren Green Care-Pionieren
und -Kooperationspartnern auszutauschen und zu vernetzen.

Das Projekt Green Care

Green Care ist ein Pilotprojekt der Landwirtschaftskammer Wien,
mit Unterstützung von Bund, Land und Europäischer Union. Es erweitert
die herkömmliche landwirtschaftliche Produktpalette um pädagogische,
therapeutische und pflegerische Angebote sowie soziale Arbeit und
leistet damit einen Beitrag zu Bildung und Gesundheit der
Bevölkerung. Die Idee wird bis 2014 als österreichisches Pilotprojekt
umgesetzt.

Landwirtschaftskammer Wien

Als gesetzliche Interessenvertretung ist die LK Wien seit 1957 für
die Anliegen der Wiener Landwirte, Gärtner und Winzer zuständig. Sie
begleitet ihre rund 700 Mitgliedsbetriebe bei den sich ständig
ändernden Rahmenbedingungen. Das neue vielseitige Beratungsangebot
der LK bietet den Mitgliedern von der kostenfreien Grundberatung bis
zur individuellen Betriebsberatung ein breites Spektrum. Weiters ist
die LK für die landwirtschaftlichen Betriebe neben den gesetzlich
geregelten Aufgaben bei der Aus- und Weiterbildung, im Bereich der
Vermarktung und im Förderungswesen ein kompetenter Ansprechpartner.
(Schluss)

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