• 16.05.2013, 13:27:41
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"Politik: Finger weg vom Villacher Kirchtag"

Manzenreiter will Brauchtumsfest verstaatlichen. Jetzt geht die Villacher Wirtschaft auf die Barrikaden: "Der Kirchtag gehört den Menschen, nicht dem Bürgermeister!"

Utl.: Manzenreiter will Brauchtumsfest verstaatlichen. Jetzt geht
die Villacher Wirtschaft auf die Barrikaden: "Der Kirchtag
gehört den Menschen, nicht dem Bürgermeister!" =

Klagenfurt (OTS) - 70 Jahre ist der Villacher Kirchtag alt, 50 Jahre
lang wurde er erfolgreich vom Kirchtagsverein ausgerichtet - "jetzt
plötzlich gibt es eine spannungsgeladene Situation", schlug heute
Kärntens Wirtschaftskammerpräsident Franz Pacher Alarm. Er spricht
sogar von einem "Akt der Vergewaltigung", gegen die sich die
Villacher Wirtschaft nun lautstark zur Wehr setzt. In einer
klammheimlich von der Stadt Villach gegründeten Kirchtags-GmbH sollen
die Bauerngman und die Wirtschaftskammer, die bisher im Verein
Villacher Kirchtag maßgeblich vertreten waren, kurzerhand ausgebootet
werden. WK-Präsident Franz Pacher: "Einen dermaßen plumpen
parteipolitischen Vereinnahmungsversuch hätte ich von Bürgermeister
Manzenreiter nicht erwartet. Ich fordere ihn auf, die erfolgreichste
und publikumsstärkste Brauchtumsveranstaltung Österreichs nicht mit
einem politischen Kraftakt und unnötigen Machtspielchen zu
gefährden."

Wie die zweite Institution in Villach, die Faschingsgilde, habe
auch der Kirchtagsverein aus haftungsrechtlichen Gründen überlegt,
eine GmbH zu gründen. Schon im Sommer des vergangenen Jahres habe
Vereinsobmann Richard Pfeiler deshalb bei einem Notar die Errichtung
eines Gesellschaftsvertrags in Auftrag gegeben. Alleineigentümer der
Villacher Kirchtags-Veranstaltungs-GmbH wäre demnach der
Kirchtagsverein gewesen, wie auch die Faschingsgilde
Alleineigentümerin der Villacher Fasching GmbH sei. Allen
Aufforderungen zum Trotz habe Pfeiler aber die Abstimmung über die
Errichtung der GmbH immer wieder hinausgeschoben und nicht auf die
Tagesordnung gesetzt - bis vor vier Wochen die SPÖ im Gemeinderat den
Beschluss zur Errichtung einer stadteigenen Kirchtag
Veranstaltungs-GmbH durchdrückte, in der die Unternehmervertretung
weder Sitz noch Stimme hat. Pacher: "Ein eiskalter Akt der
Enteignung. Dabei haben wir doch in den vergangenen Jahren gelernt:
Wird Brachialpolitik umgesetzt, dann geht es abwärts."

Neben der harschen Kritik an der politischen "Verstaatlichung" des
Kirchtags sind auch fundamentale Fragen ungelöst, von der
vereinseigenen Infrastruktur bis zum Markenrecht. "Die GmbH-Gründung
kann nur durch den bisherigen Eigentümer erfolgen", ist Pacher
überzeugt, der vor steigenden Standkosten und damit auch höheren
Preisen für Speisen und Getränke warnt. Die Wirtschaftskammer hat
nunmehr schriftlich die Abhaltung einer außerordentlichen
Jahreshauptversammlung des Kirchtagsvereins verlangt und will dort
die von Pfeiler vorbereitete Gründung einer vereinseigenen Kirchtag
Veranstaltungs-GmbH beantragen. Pacher: "Die bisher erfolgreich
zusammengearbeitet haben, sollen das auch weiterhin tun können.
Zurück an den Start, ausschließlich der Verein hat zu entscheiden,
wie es weitergeht."

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