• 16.05.2013, 11:47:18
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AK Kaske fordert mehr Qualität der Arbeit (1)

AK/WIFO Arbeitsmarktmonitor und Job Quality Index vom Europ. Gewerkschaftsinstitut vorgestellt

Utl.: AK/WIFO Arbeitsmarktmonitor und Job Quality Index vom Europ.
Gewerkschaftsinstitut vorgestellt =

Wien (OTS) - Mehr Qualität der Arbeit fordert heute AK Präsident Rudi
Kaske auf einer Veranstaltung zum Thema "Die Qualität der Arbeit auf
dem Prüfstand". Arbeitsplätze zu schaffen und die Beschäftigung
auszuweiten, das ist seit der Europäischen Beschäftigungsstrategie
1997 ein wichtiges Ziel europäischer Politik. 2000 wurde es als
"Lissabon Strategie" in die berühmte Formel "mehr und bessere
Arbeitsplätze" gepackt. Seit der weltweiten Finanz- und
Wirtschaftskrise ist vom Mehr an Arbeitsplätzen nichts zu spüren. Im
Gegenteil: Die Beschäftigung stagniert, die Arbeitslosigkeit erreicht
unterdessen Rekordhöhen. "Angesichts von 26 Millionen Arbeit
Suchenden in der EU könnte auch das zweite Ziel, nämlich die Qualität
der Arbeit, aus den Augen verloren gehen. Genau das muss verhindert
werden", fordert Kaske, "zu wenige Jobs, starker Anstieg der
Arbeitslosigkeit, mangelnde Vereinbarkeit von Beruf und Familie, die
Auswirkungen der Arbeit auf die Gesundheit und die Sicherung des
Lebensunterhalts. Das sind Herausforderungen, denen wir uns stellen
müssen." Auf der Veranstaltung wurden auch zwei wichtige
Messinstrumente für die Qualität der Arbeit vorgestellt: Der
Arbeitsmarktmonitor von AK und WIFO sowie der Job Quality Index des
Europäischen Gewerkschaftsinstituts.

Zu wenige Arbeitsplätze
Österreich steht, was die Höhe der Arbeitslosigkeit betrifft, im
EU-Vergleich mit einer Quote von 4,7 Prozent relativ gut da. "Auch
wenn das so ist, so gibt es auch bei uns nicht genug Arbeitsplätze.
Von 2000 auf 2012 ist die Arbeitslosigkeit um 47 Prozent angestiegen.
Wenn die Zahl der Beschäftigten steigt, dann nur weil die Zahl der
Teilzeitjobs zunimmt", sagt Kaske.

Besonders schwierig ist es für Ältere. "Der starke Anstieg der
Arbeitslosigkeit bei den über 50-Jährigen zeigt, dass viele
Unternehmen trotz alternder Gesellschaft am Jugendkult festhalten.
Sie geben älteren, erfahrenen Arbeitnehmern keine Chance", kritisiert
Kaske und begrüßt daher den Plan von Minister Hundstorfer, eine Art
Beschäftigungsgarantie für Ältere zu entwickeln. Zusätzlich verlangt
Kaske ein sinnvolles Bonus-Malus-System. Betriebe, die
überdurchschnittlich viele Ältere beschäftigen sollen einen Bonus;
Betriebe, die zu wenige Ältere beschäftigen, einen Malus bezahlen.

Vereinbarkeit Beruf und Familie
"Wer von Qualität der Arbeit spricht, muss auch die Rahmenbedingungen
im Blick haben", sagt der AK Präsident. Österreich hat hier bei der
Vereinbarkeit von Beruf und Familie großen Handlungsbedarf.
Insbesondere beim Ausbau der Kinderbetreuung für unter 3-Jährige
hapert es. Ebenso bei den Öffnungszeiten. Die Öffnungszeiten der
Kindergärten und Horte halten oft nicht mit den Arbeitszeiten in den
Dienstleistungsberufen mit.

Auswirkungen der Arbeit auf die Gesundheit
"Wichtig ist es auch zu schauen, dass Arbeit nicht krank macht",
fordert Kaske. Österreich hat die zweithöchste faktische
Wochenarbeitszeit in der EU, die ArbeitnehmerInnen leisteten im
vergangenen Jahr 300 Millionen Überstunden - ein Viertel davon wurde
weder bezahlt noch durch Zeitausgleich abgegolten. Zugleich nehmen
psychische Erkrankungen unter den ArbeitnehmerInnen seit Jahren
ständig zu. Der gesundheitliche Verschleiß ist enorm. Kaske
unterstützt deshalb auch die Forderung des ÖGB nach einer Verteuerung
der Überstunden für den Arbeitgeber. Pro Überstunde sollte ein
zusätzlicher Euro in die Sozialversicherung fließen: "Denn die
Sozialversicherung zahlt letztlich die finanziellen Kosten für den
Raubbau, den manche Unternehmen an der Gesundheit ihrer Beschäftigten
betreiben."

Sicherung des Lebensunterhalts
Nicht zuletzt geht es darum, darauf zu schauen, inwieweit die
Beschäftigten durch ihre Arbeit ein ausreichendes Einkommen erzielen.
"Schließlich leben die Menschen nicht, um zu arbeiten. Vielmehr
arbeiten wir, um gut zu leben", sagt Kaske.

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