- 15.05.2013, 11:00:31
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Begräbt NÖ die Energiewende?
Totalbremsung und Stillstand der Windkraftentwicklung für mindestens 2 Jahre
Utl.: Totalbremsung und Stillstand der Windkraftentwicklung für
mindestens 2 Jahre =
Wien (OTS) - "Der Entwurf der Änderung des Raumordnungsgesetzes als
Rechtsgrundlage für die Widmung für Windkraftanlagen ist leider noch
schlimmer als wir befürchtet haben", erklärt Stefan Moidl von der IG
Windkraft und ergänzt: "Wird der Widmungsstopp wirklich so umgesetzt,
wie in diesem Entwurf, liegt die Entwicklung neuer Windkraftprojekte
für ganze zwei Jahre im Dornröschenschlaf." "Es kann nicht sein, dass
zeitgleich mit der Überschreitung der 400ppm Grenze der
CO2-Konzentation in der Atmosphäre Niederösterreich die Totalbremse
im Windkraftausbau zieht", kommentiert Jurrien Westerhof von
Greenpeace und Johannes Wahlmüller von Global 2000 ergänzt: "Wir sind
für einen geplanten Ausbau der Windkraft und für einen
Raumordnungsplan der klare Tabuzonen festlegt. Eine völlige Absage an
den Ausbau der Windkraft für die nächsten Jahre ist aber der falsche
Weg."
Ziele des Energiefahrplans 2030 und des Ökostromgesetzes in
Gefahr
Kaum eine gute Woche nach Ankündigung eines Widmungstopps für
Windräder in Niederösterreich und der Erstellung eines
Raumordnungsprogrammes für den zukünftigen Windenergieausbau stellt
sich die Situation weitaus schlechter dar als präsentiert. "Das
Raumordnungsprogramm soll nun nicht, wie bisher angekündigt, Ende des
Jahres, sondern erst in zwei Jahren abgeschlossen sein", berichtet
Moidl. "Dies wird zu einem Totalstopp der Windkraftentwicklung
führen. 2016 oder 2017 stehen wir dann wieder vor einem neuerlichen
Projektstau, ähnlich dem vor dem geltenden Ökostromgesetz. Dies ist
keine vorausschauende Raumplanung", ergänzt Moidl.
Die IG Windkraft fordert daher:
.Das Raumplanungprogramm muss, wie ursprünglich angekündigt,
spätestens Ende des Jahres 2013 abgeschlossen sein.
.Regionale Zonierungsprozesse der letzten eineinhalb Jahre dürfen vom
Widmungsstopp nicht betroffen sein.
.Windparkerweiterungen sollten auch während der Entwicklung des
Raumordnungsprogrammes möglich sein.
.Die IG Windkraft muss in die Erstellung des Raumordnungsprogrammes
eingebunden sein.
"Österreich braucht den Ausbau der Windenergie", stellt Westerhof
klar und führt weiter aus: "Die Windenergie ist eine der saubersten
Möglichkeiten zur Stromerzeugung. Eine Totalbremsung hat nichts mit
vorausschauender Raumplanung zu tun und ist dieser sogar abträglich."
Durch den Widmungsstopp sind mindestens 200 Windräder in ihrer
Umsetzung gefährdet. "Diese Projekte umfassen in Summe ein
Investitionsvolumen von mehr als einer Milliarde Euro", erklärt Moidl
und ergänzt: "Wenn das Raumordnungsprogramm wirklich zwei Jahre in
der Entwicklung braucht, dann explodiert das gefährdete
Investitionsvolumen auf zwei Milliarden Euro und es sind weitere 250
Windräder in ihrer Umsetzung gefährdet.
Energiewende wichtiger denn je
Vor wenigen Tagen wurde die 400ppm Grenze der CO2-Konzentration in
der Atmosphäre überschritten und in Tschechien wird die Erweiterung
von Temelin aktiv vorangetrieben. "Für Klimaschutz und den
europaweiten Atomausstieg ist der Umstieg auf saubere erneuerbare
Energie notwendig. Wir können uns keine jahrelangen Verzögerungen
leisten. Niederösterreich soll deshalb einen vernünftigen Weg finden
um den Windkraftausbau voranzutreiben und den Weg in eine nachhaltige
Zukunft beschreiten", bemerkt Johannes Wahlmüller, Klima und Energie
Campaigner von GLOBAL 2000 abschließend.
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