• 14.05.2013, 16:52:23
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  • OTS0287 OTW0287

Altersgerechtes Wohnen: Dringender Handlungsbedarf für Politik und Verwaltung

Die Leistbarkeit des barrierefreien Wohnens im Alter war am 13. Mai auf Einladung der Bundesinnung Bau Gegenstand eines Runden Tisches im Parlament

Utl.: Die Leistbarkeit des barrierefreien Wohnens im Alter war am
13. Mai auf Einladung der Bundesinnung Bau Gegenstand eines
Runden Tisches im Parlament =

Wien (OTS/PWK313) - Unter dem Vorsitz von Bundesinnungsmeister
Hans-Werner Frömmel debattierten die Abgeordneten zum Nationalrat
Gertrude Aubauer (ÖVP), Gabriela Moser und Karl Öllinger (Grüne),
Bernhard Vock (FPÖ) Sigisbert Dolinschek (BZÖ), Christoph Hagen und
Barbara Kupfer (Team Stronach), sowie die Experten Josef Schmidinger
(S-Bausparkasse), Wolfgang Amann (Inst. Bauen & Wohnen), Rudolf
Leitner (Studienautor) und Vertreter des Seniorenrates sowie
Invalidenorganisationen Strategien zur Leistbarkeit der
barrierefreien und seniorengerechten Wohnraumadaptierung.

Hintergrund für die Initiative des Baugewerbes sind dringend
notwendige politische und organisatorische Maßnahmen, die eine rasche
und bestmögliche Anpassung des Wohnungsbestandes an die Bedürfnisse
älterer Menschen zum Ziel haben. Gesetzgeber und Verwaltung sind
gefordert, dem rasch wachsenden Bedarf entsprechend zügig vorzugehen.

Nachbesserung der Rahmenbedingungen

Bundesinnungsmeister Frömmel zitierte eingangs der Diskussion aus
Studienergebnissen. Aus einer GfK-Studie im Auftrag der Bundesinnung
Bau ergibt sich, dass jeder Zweite der Generation 40+ bei Bedarf zu
Hause gepflegt werden möchte. Derzeit sind allerdings nur 4% der
Häuser bzw. Wohnungen komplett barrierefrei, 63% sind nicht und 24%
teilweise barrierefrei.

Volkswirtschaftliche Vergleichsrechnungen sprechen eindeutig für
die Pflege in der eigenen Wohnung gegenüber der Versorgung im Alten-
und Pflegeheim. Wie dramatisch die Situation ist, zeigt, dass im
Bereich der Gemeinden die Ausgaben für Soziale Wohlfahrt und
Gesundheit explodieren und mittlerweile EURO 2,5 Mrd. umfassen.

Frömmel begrüßte das vorliegende Konzept, den "Sanierungsscheck"
für die Thermische Sanierung mit einer Förderung für seniorengerechte
Adaptierung zu kombinieren als einen ersten Schritt. Auf Dauer sollte
jedoch neben den bestehenden Länderförderungen eine eigenständige
Förderschiene auf Bundesebene eingerichtet werden.

Unterstützung erhielt der Bundesinnungsmeister in diesem Punkt von
allen Abgeordneten, die in diesem Zusammenhang die wichtige Rolle
auch der Länder betonten. Die Förderpolitik des Bundes und der Länder
müsse insgesamt mit dem Ziel der Transparenz und Vereinfachung
konsequent abgestimmt und optimiert werden. Dazu gehöre als
organisatorische Begleitmaßnahme auch die längst fällige
Harmonisierung und Deregulierung der Bauordnungen sowie eine
Anpassung des Miet- und Wohnrechts, die auch in Mehrparteienhäusern
notwendige und sinnvolle Sanierungen erleichtert.

Mehr Kreativität bei Finanzierungskonzepten

Einhellig plädierten sowohl Experten als auch die Parteienvertreter
für mehr Entschlossenheit im Förderwesen und für neue Wege bei der
Finanzierung. So sollten Anreize geschaffen werden, damit niedrig
verzinste Bankeinlagen für das barrierefreie Adaptieren mobilisiert
und für die Erbengeneration steuerliche Anreize für Investitionen im
Haus oder in der Wohnung der Eltern bzw. Familienangehörigen
geschaffen werden.

Der Senioren-Sanierungsscheck sei ein erstes wichtiges Signal, um
auch weitere unbürokratische Förderschienen auf Bundes- und
Landesebene zu installieren. Auch der Einsatz von Mitteln des
mittlerweile bis 2016 verlängerten Pflegefonds für altersgerechtes
Wohnen käme in Frage.

Insgesamt waren sich die Ressortsprecher der Parteien und Experten
einig, dass es notwendig sei, rasch Maßnahmen zu ergreifen. Dabei
werde den Verhandlungen zum nächsten Finanzausgleich eine wesentliche
Schlüsselrolle zukommen. (RH)

Fotos unter
http://bilder.deinbaumeister.at

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