• 13.05.2013, 10:25:44
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LR Ragger: Genaue Erhebung, wie viele Bienen durch Pestizide gekillt wurden

Kärnten muss Bienenschutz zu Umwelt-Hauptthema machen

Utl.: Kärnten muss Bienenschutz zu Umwelt-Hauptthema machen =

Klagenfurt (OTS) - Der Kärntner Tierschutzreferent Landesrat Mag.
Christian Ragger fordert so rasch wie möglich eine Erhebung unter
allen 2.684 Kärntner Imkern, wie viele ihrer Bienen durch Pestizide
getötet worden sind. "Wir brauchen einen genauen Überblick, welche
Schäden durch den Einsatz der umstrittenen
Schädlingsbekämpfungsmittel Neonicotinoide in Kärnten entstanden
sind. Die betroffenen Imker wissen das am besten", betont Ragger.

Für Ragger muss der Schutz der Bienen ein Hauptthema der Kärntner
Politik in den nächsten fünf Jahren werden. "Die Gefährdung des nach
dem Rind und Schwein drittwichtigsten Nutztieres durch vom Menschen
ausgestreute Gifte und durch natürliche Feinde (u.a. Varoamilbe,
Faulbrut) können wir nicht ernst genug nehmen", so Ragger. Seit
Jahren sinke der Bienenstand in Kärnten, zum Glück nicht so
dramatisch schnell wie in anderen Regionen, aber es schrillen
trotzdem die Alarmglocken. "Allein von 2011 auf 2012 verschwanden in
Kärnten 120 Völker, von 34.820 auf 34.700. Wenn man weiß, dass ein
Volk im Sommer über 40.000 Bienen umfassen kann, sind das über 4
Millionen Bienen", erklärt der Tierschutzreferent. Ragger fordert in
diesem Zusammenhang eine Förderung für Imker, wenn sie zusätzliche
Völker züchten.

Die Kärntner Freiheitlichen werden daher im Landtag einen Antrag
stellen, dass noch im Sommer eine Enquete zum Thema Bienenschutz in
Kooperation mit dem Kärntner Imkerverband abgehalten wird. Die
Aussagen der dabei geladenen Fachleute sollten die Basis für ein
Maßnahmenpaket bis 2018 sein.
"Das Ziel muss sein, dass Kärnten seinen Bienenstand erhöht und damit
die Umwelt schützt und den Obstertrag langfristig absichert", so
Ragger.

Ragger übt in diesem Zusammenhang Kritik an Umweltlandesrat Rolf
Holub und Agrarlandesrat Wolfgang Waldner, welche bei diesem
Kernthema auf Tauchstation seien. Für Ragger ist es unverständlich,
dass die Gefährdung der Bienen durch Neonicotinoide erst jetzt in die
öffentliche Diskussion gerät. Er verweist dabei auf den Jahresbericht
der Organisation "Biene Österreich" aus 2010, worin es heißt: "Das
Jahr 2010 war gekennzeichnet durch die intensiven Bemühungen der
Biene Österreich, die Zulassung der für die Bienen gefährlichen
Saatgutbeizmittel zu verhindern. In zahlreichen Besprechungen mit der
chemischen Industrie, der Landwirtschaftskammer Österreich, der AGES
und dem Lebensministerium hat sich der redlich bemüht, den Einsatz
dieser Pflanzenschutzmittel zu verhindern. Dies ist leider nicht
gelungen", so Ragger.

(Schluss)

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