• 12.05.2013, 12:38:42
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10.000 bei Befreiungsfeier 2013 in Mauthausen: Gedenken an Retterinnen und Retter

NR-Präsidentin Prammer und Anna Hackl (li.)

Mauthausen (OTS) - An Europas größter Gedenkfeier an die in den
Konzentrationslagern begangenen Verbrechen des NS-Regimes nahmen
heute Sonntag, dem 12. Mai, über 10.000 Teilnehmer/innen aus ganz
Europa teil. Zu den Ehrengästen der Befreiungsfeier in der
KZ-Gedenkstätte Mauthausen zählten - neben Botschaftern aus etwa 50
Ländern - Nationalratspräsidentin Mag. Barbara Prammer und die
Bundesminister Klug und Stöger.

Im Mittelpunkt des Gedenkens standen heuer jene aufrechten,
mutigen Frauen und Männer, die der menschenverachtenden Diktatur der
Nationalsozialisten Widerstand leisteten, in dem sie jenen, die
aufgrund ihrer politischer Gesinnung, ihrer ethnischen Herkunft,
ihrem Anders-Sein verfolgt wurden, halfen oder zu helfen versuchten.
Viele von ihnen bezahlten ihre Hilfe für die Verfolgten mit dem
Leben.

"Wir gedenken ihrer wahrscheinlich am besten, indem wir heute alle
Menschen aufrufen, ebenfalls Zivilcourage zu zeigen", appellierte
Willi Mernyi, der Vorsitzende des Mauthausen Komitees Österreich
(MKÖ), das diese Befreiungsfeier gemeinsam mit dem Comitè
International de Mauthausen organisierte, vor allem an die jungen
Menschen.

Während die Opfer und die Täter/innen des NS-Regimes mittlerweile
gut erforscht sind, kennen wir nur einen kleinen Teil derer, die
jenen zu helfen versuchten, die von den Nazis verfolgt wurden. Von
denen, die überlebten, wollte und konnte nur ein Teil nach dem Ende
des Krieges über das sprechen, was sie getan hatten, dass sie
Jüdinnen und Juden zur Flucht verholfen hatten, KZ-Häftlingen zu
essen gegeben und sie gar versteckt hatten, Verfolgte geheiratet
hatten, um sie so vor der Vernichtung zu retten. Das
gesellschaftliche Klima der Nachkriegsjahre war in vielen Ländern
nicht sehr viel anders als während das Jahrzehnte davor.
Antisemitismus, Homophobie und Ausgrenzung behinderter Menschen waren
(und sind) weit verbreitet.

Nur wenige Namen sind einer größeren Öffentlichkeit bekannt: Anna
Hackl, die mit ihrer Familie zwei entflohene Häftlinge versteckte,
Raoul Wallenberg, der wohl bekannteste Retter der Budapester Juden
und Jüdinnen, Oskar Schindler, der durch Spielbergs Film weltweit
Bekanntheit erlangte.

Mehr als 750 junge Menschen nahmen an der
Jugendgedenkveranstaltung teil.

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