- 08.05.2013, 16:24:29
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StS Kurz lud zu Europäischer Integrationskonferenz in Wien: Neuer Zugang "Integration durch Leistung" soll europaweit greifen
Internationale EU-Konferenz zu Zuwanderung und Integration in Wien
Utl.: Internationale EU-Konferenz zu Zuwanderung und Integration in
Wien =
Wien (OTS) - Unter dem Motto "Europe on the move - Participation and
Integration of EU-citizens" lud Integrationsstaatssekretär Sebastian
Kurz am 7. und 8. Mai 2013 Expertinnen und Experten aus allen
EU-Ländern sowie aus der Schweiz und Norwegen zu einer Europäischen
Integrationskonferenz nach Wien. An der Konferenz nahmen u.a. der
polnische Staatssekretär im Arbeits- und Sozialministerium, Jacek
Mecina, der Direktor der europäischen Grundrechte-Agentur, Morten
Kjaerum, sowie die Leiterin des kroatischen Staatsamts für
Auslandskroaten, Daria Krsticevic, teil.
Im Mittelpunkt der Diskussionen standen die Themenkomplexe
Integration von Anfang an, die Rolle von Unternehmen im
Integrationsprozess sowie die Anerkennung von Qualifikationen und
Kompetenzen von EU-Bürgern. Dabei wurden Best-Practice-Modelle
erarbeitet, die EU-Bürger bei der umfassenden Teilhabe in der
jeweiligen Aufnahmegesellschaft unterstützen können.
"Österreich ist ein gutes Beispiel, wie wichtig das Thema Integration
in den vergangenen Jahren geworden ist", sagte
Integrationsstaatssekretär Kurz. Die Struktur der Zuwanderung nach
Österreich habe sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert: Der
Anteil der ausländischen Bevölkerung lag in den frühen 60er-Jahren
bei nahezu null Prozent. Erst gegen Ende der 60er- und Anfang der
70er-Jahre stieg dieser Anteil, als Gastarbeiter vor allem aus dem
ehemaligen Jugoslawien und aus der Türkei nach Österreich kamen, um
hier Teil des rasanten Wirtschaftswachstums zu sein. Der Anteil stieg
dann weiter, als diese Gastarbeiter - entgegen den ursprünglichen
Plänen - in Österreich eine neue Heimat fanden und ihre Familien
nachholten.
"Migration und Integration sind die Zukunftsthemen für Europa. Ohne
qualifizierte Zuwanderung bzw. einer besseren Förderung des bereits
im Inland vorhandenen Arbeitskräftepotenzials wird der wachsende
Fachkräftemangel nicht zu bekämpfen sein", betonte Renate Römer,
Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), im Rahmen der
Expertenkonferenz im "Haus der Wirtschaft".
Dazu sei ein Bündel von Maßnahmen im In- und Ausland notwendig. Mit
der Rot-Weiß-Rot-Karte, die auch auf Initiative der WKÖ entwickelt
wurde, sei ein erster wichtiger Schritt gelungen. "Die
Wirtschaftskammer ist bereits seit einigen Jahren im Bereich
Migration und Integration sehr aktiv", erläuterte Römer und verwies
auf das erfolgreiche Programm Mentoring für MigrantInnen sowie auf
die Rekrutierungsinitiative der Wirtschaftskammerorganisation in
Spanien. Dabei unterstützt die Außenwirtschaft Austria
österreichische Unternehmen bei der Rekrutierung von Arbeitskräften
im High-Level-Bereich.
Zudem verstärkt die WKÖ ihre Informationspolitik über das Portal
advantageaustria.org/migration, das in 28 Sprachen potentielle
Zuwanderer über den Arbeits- und Wirtschaftsstandort Österreich sowie
Zuwanderungsmöglichkeiten informiert.
"Österreich hat es lange Zeit schlichtweg verabsäumt,
Rahmenbedingungen zu schaffen, um diesen Menschen gleiche Chancen zu
ermöglichen", betonte Kurz. "Erst in jüngeren Jahren sind wir uns den
Herausforderungen bewusst geworden." Während vor allen auf lokaler
Ebene viele Initiativen entstanden, konnten auf Bundesebene erst
recht spät Strukturen geschaffen werden, um Menschen mit
Migrationshintergrund bestmöglich in unsere Gesellschaft einzubinden.
Diese nationalen Bemühungen führten schließlich zur Einrichtung eines
Staatssekretariats für Integration vor ziemlich genau zwei Jahren.
"Seitdem war und ist es unser vorrangigstes Ziel, eine oftmals
emotional geführte Debatte zu versachlichen, Fakten sprechen zu
lassen und Vorurteile zu entkräften", sagte Kurz. "Uns geht es darum,
die Leistung von Zuwanderern anzuerkennen und um ein klares
Bekenntnis, dass Zuwanderung einen Mehrwert für unsere Gesellschaft
darstellt." Darüber hinaus gehe es aber auch darum, Leistung
einzufordern. Die Politik könne nur bestmögliche Rahmenbedingungen
schaffen, um Chancengleichheit sicherzustellen - die Politik könne
jedoch nicht jeden Zuwanderer an der Hand nehmen und ihn aus der
Eigenverantwortung entbinden. "Dies wäre nicht nur eine Bevormundung,
sondern entspricht auch nicht einer modernen, solidarischen
Gesellschaft", betonte Kurz.
Ein neuer Aspekt der Integrationsdebatte ist, dass der Großteil der
Zuwanderer in Österreich mittlerweile aus dem EU-Raum stammt. Die
größte Zuwanderungsgruppe stellen in Österreich mittlerweile Deutsche
dar. Vergangenes Jahr stammten bereits über 50 Prozent der
Neu-Zuwanderer aus einem anderen EU-Staat. "Angesichts dieser
Entwicklungen ist es nur logisch, dass wir auch unsere
Integrationsstrategien anpassen müssen", sagte Kurz.
EU-Bürger sind vielfach mobiler als Drittstaatsangehörige. Die Zeit,
Sprache und Leute kennenzulernen, ist somit kürzer. "Dennoch muss es
unsere Aufgabe sein, allen Menschen, die in Österreich - egal wie
lange - leben wollen, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie man an der
Gesellschaft teilnehmen kann, wie man die Sprache lernen oder wie man
einen Beitrag leisten kann. Dies fördert letztlich nicht nur die
Mobilität, sondern trägt zur europäischen Integration und zur
Völkerverständigung an sich bei", betonte Kurz.
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