- 08.05.2013, 12:31:47
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Grünewald: ÖVP blockiert, Grüne veranstalten Diskussion über Bioethik
Grüne fordern Mut, Dinge beim Namen zu nennen
Utl.: Grüne fordern Mut, Dinge beim Namen zu nennen =
Wien (OTS) - ÖNachdem eine lange geplante, große öffentliche
parlamentarische Enquete zu bioethischen Fragestellungen von Seiten
der ÖVP in letzter Minute blockiert wurde, lud der Grüne
Wissenschafts- und Gesundheitssprecher Kurt Grünewald am 6. Mai
zu einer Diskussionsveranstaltung in den Grünen Parlamentsklub ein.
Die beteiligten VertreterInnen aus den Bereichen Wissenschaft,
Politik Medizin, Psychologie, Recht, Philosophie und Behinderungen
bezogen in Anwesenheit von VertreterInnen der Bioethikkommission im
Bundeskanzleramt zu zwei Hauptthemen Stellung. Diskutiert wurde über
die Ratifizierung der Biomedizinkonvention des Europarates, welche
auch Teil des derzeitigen Regierungsübereinkommens ist, sowie über
die Probleme der Fortpflanzungsmedizin mit dem Fokus auf
Präimplantationsdiagnostik (PID).
"Alle Beteiligten haben die Absage der fraktionsübergreifenden
Enquete kritisiert und begrüßten die Möglichkeit eines Austauschs im
kleineren, informellen Rahmen. Einig war man sich auch, dass eine
sachliche und tiefergehende Aufklärung über die Möglichkeiten und
Risiken des medizinischen und naturwissenschaftlichen Fortschritts
hohe Priorität besitzt und das Ziel einer Enquete nicht aufgegeben
werden darf", erklärt Grünewald.
Angesprochen wurden Vorurteile, Fehlinterpretationen und
Missverständnisse in der Interpretation der Bioethikkonvention und
von Seiten der ExpertInnen konnten zahlreiche Klarstellungen
erreicht werden. "Einhellig kam man zur Überzeugung, dass diese
ethischen, juridischen und medizinischen Fragestellungen keinen
weiteren Aufschub erlauben. Es gilt daher den Fortschritt der
Wissenschaft zu beurteilen und das Schutzniveau und die
Menschenrechte in Diagnose und Therapie verbindlich und klar
anzuheben. Wir können und dürfen uns der offenen Diskussion und
nachfolgenden Entscheidung in Form von gesetzlichen Rahmenbedingungen
nicht mehr entziehen und müssen uns auch dieser Verantwortung
gemeinsam stellen", meint Grünewald.
Aufgrund der Sensibilität dieser Themen ist Transparenz und
Sachlichkeit erforderlich. Diffuse Ängste wie irrationale
Heilsversprechen sind kritisch zu durchleuchten. Akzeptanz und der
Respekt vor den Überzeugungen und Entscheidungen Einzelner stehen
dabei im Vordergrund.
"Wir Grüne haben einen wichtigen Schritt dazu gemacht, und die
kommende Regierung ist aufgefordert, diesen Weg fortzusetzen",
fordert Grünewald.
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