- 08.05.2013, 10:15:25
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Historikerkommission prüft erstmals Wiener Straßennamen
Mailath bekräftigt Wiener Weg der Erinnerungskultur
Utl.: Mailath bekräftigt Wiener Weg der Erinnerungskultur =
Wien (OTS) - Im Auftrag der Stadt Wien überprüft derzeit eine
Historikerkommission unter der Leitung von Oliver Rathkolb Wiener
Straßenbenennungen nach in- und ausländischen Persönlichkeiten sowie
historischen Ereignissen. Der Bericht mit den Ergebnissen der
zweijährigen Forschungstätigkeit wird noch vor dem Sommer vorliegen.
Anlässlich eines zweitägigen internationalen Symposiums
("International Directions in critical place-name Research and the
Vienna Case Study") referierten ExpertInnen aus Israel, Finnland,
Deutschland, Kroatien, den USA und Niederlanden sowie aus Österreich
vom Umgang mit historisch belasteten Straßennamen in ihren Ländern.
Anlässlich des Symposiums bekräftige Wiens Kulturstadtrat Andreas
Mailath-Pokorny einmal mehr die Linie der Stadt:
"Straßennamen sind ein wichtiger identitätsstiftender Teil der
Geschichte unserer Stadt, sie zeugen von den Glanz- und
Schattenseiten unserer Vergangenheit. Ich bin daher bei
Straßenumbenennungen sehr zurückhaltend. Vielmehr geht es darum, eine
aktive Erinnerungskultur in Gang zu setzen und die Geschichte unserer
Stadt zu thematisieren, sie ins Bewusstsein zu heben und eine
lebendige Diskussion darüber zu führen", betont Mailath. Denn der
gesellschaftliche Diskurs sei das eigentliche Ziel, das die Stadt mit
der Erinnerungskultur erreichen wolle.
Zwt: Zusätzliche Informationen auf Zusatztafeln und durch
künstlerische Interventionen
"Zusatztafeln, auf denen alle nötigen und relevanten
biographischen Fakten Platz finden, um dem Namengeber einer Straße in
seiner Ambivalenz darstellen zu können, sind sinnvolle und geeignete
Maßnahmen", stellte der Stadtrat fest. Genauso wie künstlerische
Interventionen, mit denen die Stadt schon bisher gute Erfahrungen
gemacht habe. Etwa der Künstlerin Ulrike Lienbacher, die ein
historisch belastetes Kunstwerk im öffentlichen Raum umgestaltet hat
("Idylle").
Zwt: Schließen biographischer Lücken
Es fällt auf, dass von namhaften österreichischen Politikern keine
profunden Biographien vorliegen. Die kürzlich geführte Diskussion um
Karl Renner, Staatskanzler der Ersten Republik Österreich und
Präsident der Zweiten Republik Österreich, ist ein gutes Beispiel
dafür. Biographische Lücken sind auch bei anderen für die Republik
Österreich wichtigen Politiker auszumachen. Stadtrat Mailath regt
daher an, Forschungsarbeiten über umstrittene Politiker in Auftrag zu
geben, etwa von Leopold Kunschak, Julius Raab, Karl Renner, Ignaz
Seipel und anderen: "Insbesondere die Parteiakademien und
Parlamentsklubs sollten sich gemeinsam dieser Aufgabe widmen".
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