- 06.05.2013, 13:56:26
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Lunacek: "EU-Kommission stärkt mit Saatgutverordnung einseitig Agrar- und Chemiekonzerne"
Grüne: Ausnahmen reichen nicht, teure Zulassungsverfahren drängen Regionalanbieter in Nische
Utl.: Grüne: Ausnahmen reichen nicht, teure Zulassungsverfahren
drängen Regionalanbieter in Nische =
Wien (OTS) - "Die Vorlage der EU-Kommission für ein neues,
europaweites Saatgutrecht ist ein Schlag ins Gesicht all jener
Züchterinnen und Züchter, die sich seit Jahren um mehr Artenvielfalt
im Acker-, Obst- und Gemüseanbau kümmern. Ohne Beschluss des
Europäischen Parlaments wird es keine Neuregelung der
Saatgut-Zulassung in Europa geben - wir Grüne werden uns gegen jede
Bevorzugung von Konzerninteressen stellen. Die Landwirtschaft braucht
keine Einheits-Pflanzen, sondern Vielfalt. Denn mit der
Vereinheitlichung des Rechts, das die gegenseitige Anerkennung des
nationalen Rechts ablösen soll, werden teure europaweite
Zulassungsverfahren nötig. Das schwächt gerade die vielen innovativen
mittelständischen Zuchtunternehmen, die sich diese Verfahren nicht
werden leisten können. Der Vorschlag der Kommission stärkt vor allem
die Konzerne, die ein Interesse an einem engen Saatgutspektrum haben,
das allein auf hohen Output gezüchtet ist. Es profitieren die
Erzeuger von Hybrid-Saatgut und jene Unternehmen, die nun mit
Rückendeckung der Kommission globale Märkte bedienen und dabei ein
"Rundumsorglos-Paket" mit Saatgut, Dünger und Pestiziden anbieten.
Verprellt werden jene, denen es um die Erzeugung regionaler Sorten
und von Saatgut für den ökologischen Markt geht. Ihnen werden zwar
Sonderrechte zugestanden, womit sie jedoch in eine Nische abgedrängt
werden. Dort gehören sie aber nicht hin, denn auch kleine Erzeuger
benötigen den vollen Zugang zum Markt. Folgt man den Plänen der
Kommission soll ihnen dieser künftig verwehrt bleiben", kommentiert
Ulrike Lunacek, Vizepräsidentin der Grünen/EFA-Fraktion im
Europaparlament und Europasprecherin der österreichischen Grünen, die
heute von EU-Verbraucherkommissar Tonio Borg präsentierten Vorschläge
der EU-Kommission für ein vereinheitlichtes Saatgutrecht in Europa.
Lunacek: "Es stellt sich die Frage, warum wir überhaupt ein
europaweit gültiges Saatgutrecht brauchen. Die Grüne Fraktion im
Europaparlament ist gegen die Zentralisierung, denn sie zerstört im
Saatgutbereich die schöpferische Kraft kleiner Unternehmen und
Initiative. Es ist absurd, wenn wir einerseits Biodiversitätsziele
formulieren und auf der anderen Seite Pflanzenvielfalt torpedieren."
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