- 06.05.2013, 12:23:03
- /
- OTS0121 OTW0121
WKÖ-Präsident Leitl: Qualifizierte Zuwanderung sichert Arbeitsplätze und Wohlstand
WKÖ unterstützt Forderung nach weiteren Maßnahmen zum Ausbau der Rot-Weiß-Rot-Karte und fordert Masterplan
Utl.: WKÖ unterstützt Forderung nach weiteren Maßnahmen zum Ausbau
der Rot-Weiß-Rot-Karte und fordert Masterplan =
Wien (OTS/PWK287) - Seit Einführung der Rot-Weiß-Rot-Karte wurden
3.128 positive AMS-Gutachten erstellt, zu den Top-Herkunftsländern
zählen Bosnien, Russland, Kroatien, die USA und Serbien. "Durch die
Rot-Weiß-Rot-Karte konnte die Zahl der qualifizierten Zuwanderer im
Vergleich zum vorherigen System bereits verdoppelt werden. Allerdings
hat dieses neue Zuwanderungsmodell sein Potenzial noch nicht
ausreichend entfaltet", stellt WKÖ-Präsident Christoph Leitl nach
fast zwei Jahren seit Wirksamkeit der Rot-Weiß-Rot-Karte fest. Nun
gelte es, aufgrund der Erfahrungen der letzten zwei Jahre an
einzelnen Schrauben zu drehen, um das System weiterzuentwickeln.
So sei es erstaunlich, dass nur knapp ein Zehntel (331) der
Rot-Weiß-Rot-Karten für ausländische Studienabsolventen erteilt
wurden, obwohl diese mit ihren hohen Qualifikationen wesentliche
Zielgruppe dafür seien und darüber hinaus sogar bereits in Österreich
leben. Ein wesentlicher Grund dafür liege darin, dass ausländische
Bachelor-Absolventen noch immer von der Rot-Weiß-Rot-Karte
ausgeschlossen seien. Leitl: "Ich unterstütze die Forderung von
Staatssekretär Sebastian Kurz, die Rot-Weiß-Rot-Karte für
Bachelor-Absolventen zu öffnen, damit diese ihre
arbeitsmarktrelevanten Qualifikationen in den österreichischen
Arbeitsmarkt einbringen können".
Verfahrensdauer verkürzen
Rückmeldungen der Betriebe zeigen, dass der Vollzug der
Rot-Weiß-Rot-Karte noch nicht reibungslos funktioniert. Es bestehen
zum Teil noch Unklarheiten bei den Behörden, die zu
Fehlentscheidungen führen können. Ein besonderer Kritikpunkt betrifft
die Verfahrensdauer: Die im Gesetz normierten 8 Wochen
Verfahrensdauer werden vielfach - vor allem in Ballungszentren -
nicht eingehalten. "Hier müssen wir dringend gegensteuern, die
Verfahrensdauer ist ein wesentliches Kriterium für die Attraktivität
eines Zuwanderungssystems, die gesetzlichen Vorgaben sind
einzuhalten", so Leitl.
Die langfristige Budgetprognose des Bundesministeriums für
Finanzen, die im April 2013 veröffentlich wurde, bestätigt die
weitreichende Bedeutung der Zuwanderung für unseren Staatshaushalt:
So ist die Erhöhung der Beschäftigtenzahl neben der Eindämmung der
Gesundheitskosten der zweite wesentliche Faktor in Hinblick auf den
Abbau der Staatsschulden. Bei einem Rückgang der Erwerbstätigen von
4,2 Millionen 2012 auf 3,88 Millionen 2050 würde die Schuldenquote
von derzeit 72,5% auf 93,3% steigen. Kann durch anhaltend hohe
Zuwanderung die Zahl der Erwerbstätigen in hohem Maß aufrecht
erhalten werden, so könnte die Schuldenquote bis zum Jahr 2050 auf
41,5% gesenkt werden. Erforderlich dafür wäre eine jährliche
Nettozuwanderung von 39.000 Personen. Im Jahr 2011 lag die die
Nettozuwanderung bei 35.604, ab 2017 wird sie gemäß Prognose der
Statistik Austria durchwegs unter 30.000 liegen. "Es braucht einen
Masterplan, um die ersten erfolgreichen Schritte, die durch die
Etablierung der Rot-Weiß-Rot-Karte gesetzt wurden, weiter auszubauen
und Österreich als attraktives Zielland für qualifizierte Zuwanderer
zu etablieren", so Leitl.
Dazu gehören neben der Weiterentwicklung der gesetzlichen
Regelungen auch Maßnahmen, damit Österreich am Atlas von
international mobilen Menschen verstärkt wahrgenommen wird. So hat
die WKÖ auf ihrem weltweiten Auftritt im Internet nun den eigenen
Bereich "Working in Austria" eingerichtet
(www.advantageaustria.org/migration), der auf 28 Sprachen über die
Zuwanderungschancen nach Österreich informiert.
Darüber hinaus wurden durch die Außenwirtschaft Austria in einer
ersten Analyse Nicht-EU-Länder identifiziert, die für die Zuwanderung
nach Österreich von besonderem Interesse sind und wo gezielt über die
Möglichkeiten der Rot-Weiß-Rot-Karte informiert werden sollte. Dabei
wurde insbesondere beleuchtet, durch welche Qualifikationen sich die
jeweiligen Herkunftsländer auszeichnen, inwieweit MINT-Abschlüsse
(Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) im
Herkunftsland eine Rolle spielen und ob die Arbeitskräfte unmittelbar
am österreichischen Arbeitsmarkt einsetzbar sind. Es stellte sich im
Zuge dieser Analyse heraus, dass vor allem Serbien und Bosnien
aufgrund der großen Anzahl an MINT-Absolventen sowohl im akademischen
Bereich als auch bei Fachkräften besonders interessant sind, um dort
die Rot-Weiß-Rot-Karte stärker zu kommunizieren.
Um sämtliche Aktivitäten stärker zu koordinieren, sollte dieser
Masterplan für qualifizierte Zuwanderung - ähnlich wie der Nationale
Aktionsplan für Integration - auf politischer Ebene erarbeitet und
koordiniert werden. "Wenn wir es schaffen, uns - neben den Maßnahmen
zur stärkeren Aktivierung des bereits im Inland befindlichen
Arbeitskräftepotenzials - auch bei der qualifizierten Zuwanderung gut
aufzustellen, werden wir die demographischen Herausforderungen
bewältigen können. Wir müssen hier aber rechtzeitig agieren, um nicht
den Anschluss an andere Länder, die sich bereits intensiv mit diesen
Fragen befassen, zu verlieren." so Leitl. (PM)
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | PWK






