- 05.05.2013, 10:54:11
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Lunacek: "EU-Kommission darf sich nicht zum Handlanger der großen Saatgutkonzerne machen"
Grüne: Mehr Artenvielfalt und Unabhängigkeit bei EU-Saatgutgesetzgebung
Utl.: Grüne: Mehr Artenvielfalt und Unabhängigkeit bei
EU-Saatgutgesetzgebung =
Wien (OTS) - "Die Landwirtschaft braucht keine Einheits-Pflanzen,
sondern Vielfalt. Es ist absurd, wenn wir einerseits
Biodiversitätsziele formulieren und auf der anderen Seite
Pflanzenvielfalt torpedieren. Deshalb ist das vordergründige Argument
der Kommission, das Saatgutrecht entbürokratisieren und an den
weltweit wachsenden Bedarf an Nahrungsmittel besser anpassen zu
wollen, bloß vorgeschoben. Das Vorgehen der Kommission beweist
vielmehr den Einfluss der großen Agrar- und Saatgutkonzerne. Das ist
aber ein Schlag ins Gesicht für freie Qualitäts-Züchtungen und die
Verfügbarkeit von Saatgut generell. Diese Vorgehen ist darüber hinaus
gefährlich, da die Global Player im Saatgutmarkt längst mit der
Chemie- und Gentechnikindustrie eng verbunden sind", erklärt Ulrike
Lunacek, Vizepräsidentin der Grünen im Europaparlament und
Europasprecherin der österreichischen Grünen zum morgen von
EU-Verbraucherschutz-Kommissar Tonio Borg präsentierten Entwurf für
eine neue Saatgut-Verordnung. Da diese Richtlinie von tragender
Bedeutung für die Artenvielfalt in der Landwirtschaft ist, sich auf
diese aber eher negativ als positiv auswirken dürfte, haben bereits
viele Saatgutinitiativen vor den Folgen dieser Richtlinie gerade für
kleinere Züchterinnen und Züchter gewarnt.
Lunacek: "Laut Informationen über den morgen präsentierten
Verordnungsvorschlag, wird die Kommission versuchen, die Industrie
mit weiteren exklusiven Rechten auszustatten. Das geschieht auf dem
Rücken der seit Jahren mit großem Erfolg arbeitenden
Saatgutinitiativen, die heute zum Garanten der Sortenvielfalt
geworden sind. Der Vorstoß richtet sich außerdem gegen kleinere
Firmen, die entweder regional verbreitetes oder im ökologischen
Landbau dringend benötigtes samenfestes Saatgut produzieren, erhalten
und züchten. Ihnen sollen zwar Ausnahmerechte zugestanden werden.
Doch das reicht nicht aus, wenn man als Erzeuger von ökologischem
Saatgut auch kommerziell tätig ist. Für diese wichtige und wachsende
Gruppe von Erzeugern brauchen wir spezielle Regelungen und andere
Qualitätsanforderungen. So darf diesen Züchterinnen und Züchtern
nicht der absurde Weg einer europaweit geltenden einheitlichen
Sortenzulassung mit ihren einseitigen Qualitätsansprüchen und ihren
Auflagen und Tücken zugemutet werden."
Außerdem fordert Lunacek die Kommission nachdrücklich auf, ihren Plan
der Privatisierung von Saatgutzulassung und deren Kontrolle wieder zu
verwerfen: "Es kann nicht sein, dass irgendwelche Tochterfirmen von
privaten Konzernen über das allgemein verfügbare Saatgut entscheiden.
Diese Mauschelei aus Tagen der grenzenlosen Liberalisierung der
Märkte gehört ein für alle mal abgeschafft."
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