- 03.05.2013, 15:11:23
- /
- OTS0183 OTW0183
Wohnhausanlage in Döbling mit Legionellenbefall
Das Gesundheitsamt verhängt Duschverbot
Utl.: Das Gesundheitsamt verhängt Duschverbot =
Wien (OTS) - In einer Wohnhausanlage in Wien Döbling wurde eine
Beprobung der zentralen Trinkwassererwärmungsanlage und dem
Verteilsystem durchgeführt. Der Befund zeigt eine Verkeimung mit
Legionellen (Legionella pneumophila) mit Konzentrationen, die in
manchen Bereichen den nach der ÖNORM festgelegten Grenzwert deutlich
überschreitet.
"Aufgrund der Verteilung und Höhe der Legionellenkonzentration waren
Schutzmaßnahmen anzuordnen", erklärt Ursula Karnthaler, Leiterin des
Fachbereichs Infektionsvorsorge des Gesundheitsdienstes der Stadt
Wien - Magistratsabteilung 15. Weil die Ansteckung mit Legionellen
ausschließlich durch das Einatmen von Wassersprühnebel über Atemwege
und Lunge erfolgt, sind daher alle Aktivitäten, die Sprühnebel
erzeugen zu meiden. Dazu zählen insbesondere das Duschen und Benutzen
von Whirlpools.
Karnthaler informiert weiter: "Legionellen sterben ab einer
Wassertemperatur von 60 Grad Celsius ab, daher werden die
Wasserleitungen im Zuge der Sanierung mit heißem Wasser durchgespült.
Legionellen können außerdem nur über das Einatmen übertragen werden.
Eine Wasserentnahme zum Kochen und Trinken oder für die Toilette ist
daher unbedenklich." Vorsicht sollten speziell Personen mit einem
geschwächten Immunsystem und chronischen Lungenerkrankungen oder
ältere Personen walten lassen, denn sie haben ein erhöhtes
Infektionsrisiko.
Der Gesundheitsdienst der Stadt Wien hat ein Info-Telefon
eingerichtet und steht den BewohnerInnen der Hausanlage für Fragen zu
Legionellen unter Tel: 01/4000-87530 (Montag bis Sonntag, jeweils 8
bis 16 Uhr) zur Verfügung.
GESIBA informierte bereits alle MieterInnen von eingeleiteten
Maßnahmen
Die zuständige Hausverwaltung, GESIBA handelte sofort und setzte noch
am selben Tag die Mieterinnen und Mieter vom Legionellenbefall in
Kenntnis. Ein Informationsschreiben des Gesundheitsamtes zu
Legionellen wurde zugestellt. Vom behördlich verhängten Duschverbot
sind die Mieterinnen und Mieter zusätzlich durch Aushang informiert
worden.
"Wir haben bereits heute mit der thermischen Sanierung begonnen,
erklärt Herbert Slowack von der GESIBA. Dabei werden in Kooperation
mit eigenen TechnikerInnen und FachexpertInnen der Fernwärme Wien
alle Kalt- und Warmwasserstränge mit über 70 Grad warmen Wasser
durchgespült und alle Wohnungen kontrolliert. Die Dauer der Maßnahme
wird vom Fortschritt der Ursachenbekämpfung und der Sanierung
abhängen. "Ist der Befund nach der Sanierung wieder in Ordnung kann
die Gesundheitsbehörde grünes Licht geben und es können alle
Schutzmaßnahmen wieder aufgehoben werden", erklärt Slowack von der
GESIBA. Und für jene Personen, die keine Ausweichmöglichkeit zum
Duschen finden, bietet die Firma GESIBA eine Alternative an: eine
Monatskarte im gleich benachbarten Döblinger Bad.
Die BewohnerInnen der Wohnhausanlage können sich mit Fragen zur
Sanierung und Wasserkontrollen über die Servicetelefonnummer 01/534
77-248/ 249 jeweils MO bis DO von 7:30 Uhr bis 17:30 Uhr und Fr.
7:30-12:30 Uhr an die GESIBA wenden. Für Auskünfte stehen auch
außerhalb dieser Zeiten die HausbesorgerInnen der Wohnhausanlage zur
Verfügung.
Informationen zu Legionellen
Entdeckt wurde der Keim Legionella pneumophila im Jahr 1976 durch
mehrere Erkrankungs- und Todesfälle bei einem Legionärstreffen in
Philadelphia und erlangte damit traurige Berühmtheit.
Legionellen sind natürliche Wasserbewohner und können sowohl im
Grundwasser als auch an Oberflächenwasser vorkommen.
Wassertemperaturen zwischen 25 GradC und 50 GradC sind Bedingungen,
bei denen sich die Legionellen rasch vermehren. Bei Temperaturen über
60 GradC sterben sie ab. Warmwasseraufbereitungsanlagen (Boiler),
offene Kühltürme von Klimaanlagen sowie schlecht gewartete Whirlpools
können eine potentielle Gefahr darstellen. Vor allem in großen,
weitverzweigten Warmwassersystemen besteht die Gefahr der
Legionellen-Vermehrung.
Die Erkrankung zeigt grippeähnliche Symptome wie allgemeines
Unwohlsein, Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, Fieber und Reizhusten.
Bei einem schwereren Verlauf kann es innerhalb weniger Stunden zu
einer Lungenentzündung kommen. Die Erkrankung ist mit Antibiotika
behandelbar.
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NRK






