• 02.05.2013, 14:26:20
  • /
  • OTS0200 OTW0200

Staat fördert bei der Zukunftsvorsorge weiterhin die Spekulation - Kalliauer: "Konsumenten sind der Finanzministerin wurscht"

Linz (OTS) - "Die Anliegen der Konsumentinnen und Konsumenten sind
unserer Finanzministerin anscheinend völlig wurscht. Anders kann man
den Entwurf für die 'Zukunftsvorsorge Neu' nicht kommentieren",
kritisiert AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. Die
Veranlagungsvorschriften für die staatlich geförderte
Zukunftsvorsorge sollen zwar innerhalb von zehn Jahren jetzt das
dritte Mal geändert werden, aber wieder ohne Verbesserung für die
Konsumenten/-innen.

Mit Pomp und Trara wurde die Zukunftsvorsorge vor zehn Jahren
eingeführt. Mittlerweile ist klar: Das vielgepriesene Modell ist ein
Rohrkrepierer - für viele ist die private Pensionsvorsorge zum
Verlustgeschäft geworden, denn die staatlichen Prämien decken
teilweise nicht einmal mehr die Inflationsraten.

Kein Ertrag, keine garantierte Mindestrente, keine
Ausstiegsmöglichkeiten, keine Transparenz bei Veranlagung und Kosten:
Die zentralen Probleme der Konsumenten/-innen mit der
Zukunftsvorsorge werden auch im neuen Konzept nicht angegangen. "Die
Finanzministerin hat anscheinend noch immer nicht mitbekommen, dass
bereits 700.000 Zukunftsvorsorge-Verträge ausgestoppt wurden", so
Kalliauer, "sonst hätte sie im neuen Entwurf entsprechend darauf
reagiert." Ausgestoppt heißt: Die Veranlagungen lassen keine Erträge
mehr erwarten.

Mit der Reform wird einzig auf die Wünsche der
Versicherungsbranche eingegangen: Denn die Flexibilisierung der
Aktienquote und die gelockerten Veranlagungsvorschriften bieten keine
Verbesserungen für die Konsumenten/-innen. Im Gegenzug werden den
Anbietern aber keine von den Konsumentenschützern/-innen geforderten
Verpflichtungen auferlegt.

"Im Gegensatz zu anderen Vorsorgeprodukten, z.B. der
Rentenversicherung, sind die Anbieter nicht verpflichtet, die Rente
zu garantieren", zeigt AK-Präsident Kalliauer auf. Nach wie vor soll
ein Spekulationsprodukt als Pensionsvorsorge gefördert werden.

Die Arbeiterkammer fordert daher:
- Verpflichtende Mindestverzinsung und garantierte Mindestrente
- Einheitliche und transparente Vertragsgestaltung
- Klare Anlagevorschriften, Abschaffung der Mindestaktienquote und
Festlegung der Kontrollzuständigkeiten
- Völlige Kostentransparenz und Kostenobergrenze in den
Versicherungsverträgen
- Abschaffung der Mindestbindefrist
- Untersagung der Angabe von gewinnabhängigen Bonuspensionen, weil
diese ungewiss und spekulativ sind - und damit für die Planung der
Existenzabsicherung nicht geeignet

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AKO

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel