• 02.05.2013, 09:00:36
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OeKB Geschäftsklima-Index Mittelosteuropa leicht gesunken

Unternehmen beurteilen aktuelle Geschäftslage und Geschäftsperspektiven in MOE vorsichtiger - Konjunktur kann nicht an Kraft gewinnen.

Utl.: Unternehmen beurteilen aktuelle Geschäftslage und
Geschäftsperspektiven in MOE vorsichtiger - Konjunktur kann
nicht an Kraft gewinnen. =

Wien (OTS) - Die aktuellste Erhebung zum OeKB Geschäftsklima-Index
Mittelosteuropa (MOE) zeigt eine leichte Eintrübung des
Geschäftsklimas in der Region. Der Indexwert des Geschäftsklimas
(2007=100) liegt im April bei 81,8 nach 83,4 im Jänner. Die
Unternehmen bewerten dabei nicht nur die aktuelle Geschäftslage ihrer
MOE-Beteiligungen etwas schlechter, sie sind auch vorsichtiger bei
ihrem Ausblick für die kommenden sechs Monate. Für Russland und Polen
wird die Entwicklung sehr positiv eingeschätzt. Slowenien zeigt sich
hingegen in der Krise. Die Baubranche ist trotz Unzufriedenheit mit
dem aktuellen Geschäftsgang optimistisch. Insgesamt basieren diese
Einschätzungen und Erwartungen, die die Oesterreichische Kontrollbank
quartalsweise erhebt und zu einzelnen Frühindikatoren verdichtet, auf
Befragungen von rund 400 Headquarters, die von Österreich aus ca.
1.500 MOE-Beteiligungen steuern.

Die überwiegende Mehrzahl der Befragungsteilnehmer zeigt sich im
April mit der aktuellen Geschäftslage in Mittelosteuropa (MOE) zwar
nach wie vor zufrieden, dennoch herrscht insgesamt etwas mehr
Zurückhaltung als noch im Jänner: Der Index der Aktuellen
Geschäftslage sinkt im April auf 81,7 gegenüber 83,2 zu Jahresbeginn.

Innerhalb der Region ist das Bild uneinheitlich. Während in
Bulgarien, Ungarn und in Slowenien die Geschäfte der Beteiligungen zu
einem großen Teil schlecht laufen, sind die Bewertungen insbesondere
für Russland und Polen, aber auch für Tschechien und die Ukraine sehr
positiv.

Differenziert nach einzelnen Branchen, konzentriert sich die
Unzufriedenheit mit der aktuellen Geschäftssituation primär auf den
Bausektor und die Energie- und Wasserversorgungswirtschaft: So gab es
im April für 39 % der Betriebe aus dem Bausektor und 44 % der
Betriebe aus der Energie- und Wasserversorgungswirtschaft negative
Performance-Meldungen.

Vorsichtigere Einschätzung der Geschäftsperspektiven

Die Geschäftsperspektiven in MOE für das kommende Halbjahr haben
sich ebenfalls etwas eingetrübt. Der Index der Geschäftserwartungen
steht im April bei 82,1 nach 83,7 im Jänner. Die gestiegene Vorsicht
betrifft die meisten der insgesamt zwölf im Detail analysierten
Länder, mit Ausnahme der Slowakei und Kroatiens: In diesen beiden
Ländern wird von einer etwas stärkeren Geschäftsdynamik ausgegangen
als noch zu Jahresbeginn.

Auf Branchenebene schauen vor allem das krisengeschüttelte
Bauwesen sowie die Versicherungswirtschaft sehr zuversichtlich in die
nahe Zukunft. Banken, die Energie- und Wasserversorgungswirtschaft
und die Sachgütererzeugung zeigen sich bei ihrem Halbjahresausblick
eher zurückhaltend.

MOE insgesamt: Geschäftslage, Geschäftserwartungen, Geschäftsklima
(Index: Mittelwert 2007=100)

Zur druckfähigen Grafik: http://www.ots.at/redirect/grafik

Quelle: OeKB Information Services

Konjunkturmotor springt noch nicht an

Laut den Erhebungsteilnehmern wird die Konjunktur in
Mittelosteuropa im weiteren Jahresverlauf 2013 nicht wesentlich an
Dynamik gewinnen. Die überwiegende Mehrzahl der Meldungen geht für
die kommenden zwölf Monate von einer gleichbleibenden
Wirtschaftsentwicklung in der Region aus. Rund ein Fünftel sieht eine
Verschlechterung der gesamtwirtschaftlichen Performance.
Konjunkturpessimismus herrscht insbesondere für die Ukraine,
Bulgarien, Ungarn und Slowenien, während in Russland durchaus
Hoffnung auf eine weitere leichte Verbesserung der
Wirtschaftsentwicklung besteht. Für die Gesamtregion Mittelosteuropa
sinkt der Konjunktur-Index im April um 4,2 Punkte auf einen Wert von
75,6.

Regional unterschiedliche Investitionsstrategien

Vorsichtig äußern sich die Befragungsteilnehmer auch bezüglich des
Ausbaus bestehender Beteiligungen: Der Index der
Erweiterungsinvestitionen sinkt gegenüber Jänner um 2,1 Punkte auf
einen Wert von 84,7 und weist insgesamt auf eine Konsolidierung der
bestehenden Standorte in der Region hin. Einzig die Energie- und
Wasserversorgungswirtschaft signalisiert - wie schon im Jänner -
einen Rückzug aus Mittelosteuropa: Knapp 40 % der Beteiligungen
stehen vor einem Abbau. Auch regional gibt es Unterschiede bei den
Investitionsstrategien. Vor allem in Russland, der Ukraine und Polen
soll die künftige Marktpräsenz ausgebaut werden, während insbesondere
in Ungarn, Kroatien und Bulgarien jeweils mehr
Standortverkleinerungen oder -schließungen geplant sind als
Erweiterungen.

Slowenien in der Krise

Sämtliche Kernindikatoren zeigen im April für Slowenien deutlich
nach unten. So wird sich laut den Einschätzungen der befragten
Direktinvestoren die wirtschaftliche Entwicklung in den kommenden
zwölf Monaten weiter verschlechtern. Konkret sprechen 42 % der
Meldungen von einer Verschärfung der Situation. Im April schlägt sich
zudem die schwierige Situation des Landes und vor allem auch die
Ungewissheit, ob Slowenien um internationale Finanzhilfe ansuchen
muss, direkt auf die aktuelle Geschäftsperformance der
Unternehmensbeteiligungen durch. Für rund ein Drittel aller Betriebe
vor Ort wird ein schlechter Geschäftsgang gemeldet. Der entsprechende
Index der Aktuellen Geschäftslage bricht gegenüber Jänner um 9,3
Punkte auf einen Wert von 70,1 ein. Darüber hinaus werden auch die
Geschäftsperspektiven für das nächste Halbjahr nicht allzu rosig
gesehen, sodass sich insgesamt das Geschäftsklima markant eingetrübt
hat. In seiner Funktion als Frühindikator weist der
Geschäftsklima-Index für Slowenien bereits seit längerem auf die sich
verschlechternde gesamtwirtschaftliche Situation hin: So erreicht der
Index im April 2013 nach mehreren Rückgängen nur mehr einen Wert von
72,9 (ausgehend von einem Durchschnittswert von 100 im Jahr 2007) und
zeigt damit auch im direkten Ländervergleich die insgesamt stärkste
Abwärtsbewegung.

Trotz mäßigen Geschäftsgangs Optimismus in der Baubranche

Die Situation der Bauwirtschaft gestaltete sich 2012 und auch in
den ersten Monaten 2013 schwierig. So wird die Aktuelle Geschäftslage
im April für 39 % der Baubeteiligungen negativ bewertet. Auch in
einer längerfristigen Betrachtung zeigt sich, dass die Baukonjunktur
in Mittelosteuropa unter sehr schwierigen Bedingungen zu kämpfen
hatte. So liegt der Index der Aktuellen Geschäftslage für den
Bausektor im April 2013 mit 72,8 nicht nur deutlich unter seinem
Ausgangswert von 100 (Jahresdurchschnitt 2007), sondern er gehört
auch im direkten Branchenvergleich zu jenen Sektoren, die besonders
stark unter den krisenbedingten Einflüssen zu leiden hatten.

Zur Illustration: Der Bereich der Sonstigen Dienste
(Beherbergungs- und Gaststättenwesen, Wäschereien etc.) weist im
April beim Geschäftsklima einen Indexwert von 93,5 auf. Bemerkenswert
ist vor diesem Hintergrund der ausgeprägte Optimismus des Bausektors
im April, was die Geschäftsperspektiven der nächsten sechs Monate
betrifft. Von allen Branchen im Vergleich blickt die Bauwirtschaft am
zuversichtlichsten ins nächste Halbjahr.

OeKB Geschäftsklima-Index Mittelosteuropa (MOE)

Der OeKB Geschäftsklima-Index Mittelosteuropa (MOE) basiert auf
vierteljährlichen Primärerhebungen unter rund 400
Entscheidungsträgern von MOE-Headquarters mit Sitz in Österreich, die
zu rund 1.500 ihrer Unternehmensbeteiligungen in Mittelosteuropa
befragt werden. Erhoben werden die Einschätzungen der
Direktinvestoren zur Aktuellen Geschäftslage sowie deren Erwartungen
hinsichtlich der Geschäftsentwicklung in den
Unternehmensbeteiligungen vor Ort (Geschäftsklima), Expansions- und
Investitionsstrategien der Unternehmen in MOE, Beurteilungen der
Standortqualität Österreichs als Brückenkopf für das
Mittelosteuropa-Geschäft und schließlich Einschätzungen zur
allgemeinen Wirtschaftsentwicklung in der Region.

Der OeKB Geschäftsklima-Index Mittelosteuropa bietet
differenzierte Analysen nach Ländern, Branchen und
Unternehmensgrößen. Als Ergebnis stehen der Wirtschaft
Frühindikatoren zur Verfügung, die praxisnahe Aussagen und Prognosen
unter anderem über den Geschäftserfolg von Direktinvestoren in
einzelnen Ländern Mittelosteuropas und in der Gesamtregion
ermöglichen.

Über die OeKB

Die Oesterreichische Kontrollbank Aktiengesellschaft (OeKB) ist
Österreichs zentraler Finanz- und Informationsdienstleister für
Exportwirtschaft und Kapitalmarkt. Ihre speziellen Services stärken
den Standort Österreich und unterstützen die Wirtschaft im globalen
Wettbewerb. Die vielfältigen Dienstleistungen stehen Unternehmen und
Finanzinstitutionen sowie Einrichtungen der Republik Österreich zur
Verfügung.

Die OeKB handelt sektorübergreifend, zentral, neutral und in
Übereinstimmung mit ihrer Nachhaltigkeitspolitik. Das 1946 gegründete
Spezialinstitut steht im Eigentum österreichischer Banken.
www.oekb.at

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