• 30.04.2013, 12:44:35
  • /
  • OTS0176 OTW0176

Kauder: Wir dürfen nicht nachlassen - Verfolgten Christen eine Stimme geben

Deutsch-Österreichischer Kongress zur Christenverfolgung in Salzburg

Utl.: Deutsch-Österreichischer Kongress zur Christenverfolgung in
Salzburg =

Salzburg, 30. April 2013 (OTS/ÖVP-PK) - Der Gastgeber des Kongresses
in Salzburg nannte gleich zu Beginn alarmierende Zahlen zur
Christenverfolgung. 100 Millionen Christen würden derzeit weltweit
verfolgt, sagte ÖVP-Klubobmann Karlheinz Kopf. "Alle fünf Minuten
wird ein Christ wegen seines Glaubens getötet", fügte der Chef der
Parlamentarier der Österreichischen Volkspartei (ÖVP) im Nationalrat
in Wien hinzu. "Es ist notwendig, ein Zeichen zu setzen."

Dazu sollte das Treffen von Mitgliedern des ÖVP-Klubs und der
CDU/CSU-Bundestagsfraktion an diesem Dienstag in der Mozartstadt
dienen. Die Abgeordneten wollten Bilanz ziehen, wie es um die
Christen steht, die in vielen Ländern bedrängt oder verfolgt werden.
Der Vorsitzende der Unions-Fraktion Volker Kauder erinnerte in seiner
Rede daran, dass das Engagement für verfolgte Christen einen langen
Atem benötige. Erfolge stellten sich nicht von heute auf morgen ein.
Dennoch sei es gelungen, in den vergangenen vier Jahren in der
deutschen Außenpolitik neue Akzente zu setzen. Gerade Politiker der
Union - allen voran die Bundeskanzlerin - würden in den betreffenden
Ländern die Lage der Christen immer zum Thema machen. "Das ist ein
Teil unserer wertgeleiteten Außenpolitik"
Vor den Gästen hob Kauder hervor, dass es dabei nicht darum gehe,
einzelne Religionen zu bewerten. Es gebe keine Diskussion über die
Inhalte. Ziel sei die Sicherung der Freiheit der Religion für jeden
einzelnen Menschen. Jeder müsse entscheiden können, welcher Religion
er angehören möchte. Das Thema werde auch in Zukunft aktuell bleiben:
"Wir dürfen nicht nachlassen. Wir dürfen nicht zurückschrecken."

Wie nötig das Eintreten für die Christen ist, zeigte der Bericht vom
Geistlichen Obiora Ike aus Nigeria. Die radikal-islamische Sekte Boko
Haram terrorisiert seit Jahren weite Teile des Landes. "Jeden Tag
Mord", rief Ike den Teilnehmern des Kongresses zu. Über 600 Kirchen
seien niedergebrannt worden. Millionen von Christen seien in dem Land
auf der Flucht.

Zuletzt hatte sich insbesondere die Lage der Christen in Syrien
zugespitzt. Im Namen von ÖVP-Klub und Fraktion bekräftigten Kopf und
Kauder die Forderung nach Freilassung zweier entführter orthodoxer
Bischöfe, deren Schicksal immer noch nicht geklärt ist.

Am Rande des Kongresses berichtete ein Wissenschaftler, der sich seit
langem mit den Christen in Syrien beschäftigt, über die Lage der
Minderheit in dem vom Bürgerkrieg heimgesuchten Land. Von den einst
eine Million Christen in Syrien sei mittlerweile wahrscheinlich schon
ein Drittel aus dem Land geflohen, sagte Professor Aho Shemunkasho.
Er lehrt am "Institut für den Christlichen Osten" der Universität
Salzburg. In dem Stadt Homs sind nach seinen Angaben längst nahezu
alle Kirchen zerstört, das christliche Leben erloschen. "Die Menschen
leben in ständiger Angst. Sie wissen nicht, ob sie ihre Kinder auf
die Straße lassen können. Entführungen sind an der Tagesordnung."
Auch die Bischöfe seien vermutlich von Banden ohne einen politischen
Hintergrund gekidnappt worden.

Die meisten Christen seien aus Syrien in den Libanon geflüchtet. Dort
seien sie weitgehend sich selbst überlassen. Manche hätten
verwandtschaftliche Beziehungen, viele aber auch nicht. "Ihre Lage
ist schrecklich. Es fehlt an allem." Lösung brächte nur ein
Friedensschluss der Bürgerkriegsparteien in Syrien. Über diese Macht
verfügen die beiden Regierungsfraktionen aus Deutschland und
Österreich leider nicht. Ihnen bleibt nur, für die verfolgten
Christen eine Stimme zu geben - wie an diesem Tag in Salzburg.
(Schluss)

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | VPK

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel