• 30.04.2013, 12:14:24
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Schultes: Imker kämpfen seit 20 Jahren mit Seuchen, Krankheiten und Virosen

BMLFUW investiert jährlich 2 Millionen Euro in den Bienenschutz - Stöger nimmt Rolle nicht wahr!

Utl.: BMLFUW investiert jährlich 2 Millionen Euro in den
Bienenschutz - Stöger nimmt Rolle nicht wahr! =

Wien, 30. April 2013 (OTS/ÖVP-PK) - Das Bienensterben durch
Varroamilben, Faulbrut, ein halbes Dutzend Virosen und die
schwierigen Witterungsbedingungen der letzten Jahre war in rund
einhunderttausend Fällen eine schwere Herausforderung für die
Imkerei. Dazu kamen noch wenige dokumentierte Einzelfälle mit
angeführtem Vergiftungsverdacht durch ein Beizmittel für Saatgut, so
die Ausgangssituation. In der Kampagne der NGOs gegen Beizmittel
wurden die Verhältnisse auf den Kopf gestellt. Die Unsicherheit der
Imker wurde instrumentalisiert. NGOs hatten ein Kampagnenthema und
versuchen mit emotionaler, nicht sachlich und wissenschaftlich
fundierten Argumenten, langjährig auf ihre Wirkung und Vermeidung von
Bienenschäden geprüfte Wirkstoffe zum Erzfeind der Bienen zu
stempeln. Die gemeinsam erarbeiteten und umgesetzten
Verbesserungsschritte zur Risikovermeidung wurden ignoriert.
Es geht einzelnen NGOs dabei aber nicht um den Schutz der Bienen,
sondern das Gefügigmachen der Landwirtschaft und der Hersteller von
Pflanzenschutzmitteln auf EU-Ebene. Die Europäischen Kommission ist
aufgefordert, über die Sammlung von mehr objektiven Datengrundlagen
und umfassenden Feldstudien auch im Wege der EFSA weitere
Entscheidungsgrundlagen aufzubereiten, und nicht auf Basis unsicherer
Daten Verbote oder verschärfte Anwendungsmaßnahmen zu veranlassen.

Der Einsatz der kritisierten Wirkstoffe ist in Deutschland, Slowenien
und Italien verboten. Das Bienensterben geht in diesen Ländern im
selben Ausmaß wie in den Jahren zuvor weiter. Im Vergleich zu
Österreich melden Deutschland und Schweiz in den vergangenen Monaten
sogar höhere, Varroa-bedingte Ausfallsraten von bis zu 30% aller
Bienenvölker im letzten Winter. Die Imker wissen, dass für ihre
Herausforderungen bunte Spendenkampagnen die falsche Antwort sind.

"Das BMLFUW gibt künftig für den Bienenschutz jährlich 2 Millionen
Euro aus. Dem Gesundheitsminister Stöger ist die Bienengesundheit
lediglich 70.000 Euro wert. An der Ursachenforschung für das
Bienensterben wird vom BMG so gut wie nicht teilgenommen." Zusätzlich
zur Varroa breiten sich immer mehr Virosen aus die eine zusätzlich
große Gefahr für die Bienen darstellen. Für viele Anwendungsmittel
und Applikatoren zur Bekämpfung der Varroamilbe braucht es aktive und
wirksame Bekämpfungsmaßnahmen und eine sachliche Zuständigkeit auf
Bundesebene - dies gibt es bisher im BMG nicht im ausreichenden
Umfang, genauso wie eine fachspezifische Ausbildung. Anzeigen nach
dem Tierseuchengesetz führen, wenn sie überhaupt durchgeführt werden,
selten zu einer Reaktion der Gesundheitsbehörde.

"Es kann nicht sein, dass man bei 100.000 toten Bienenvölkern pro
Jahr keine Anzeige registriert - hier stimmt entweder die
Gesetzeslage oder die Vollzugslage nicht. Die Amtstierärzte kommen in
den allermeisten Fällen nicht einmal in Kenntnis von großen
Problemfällen. Wenn parteipolitisch das Thema Bienengesundheit
plötzlich so wichtig ist, dann schlage ich eine sofortige gesetzliche
Verankerung von veterinären und fachlichen Maßnahmen vor, die Inhalte
dafür sind bekannt, BM Stöger kann noch in dieser Legislaturperiode
handeln", sagt Hermann Schultes abschließend. (Schluss)

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