• 30.04.2013, 11:09:19
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Senioren: Bis zu 50.000 Unfälle jährlich vermeidbar!

Wien (OTS) - Alle 6 Minuten verunglückt ein Senior in Österreich.
Alle 5 Stunden stirbt ein Mensch über 65 Jahren an den Folgen eines
Unfalls. Damit sind Senioren die Unfallrisiko-Gruppe Nummer eins in
Österreich. Das KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) und die
österreichischen Brandverhütungsstellen zeigen Gefahren auf und
informieren über neue Präventionsmaßnahmen zum Schutz der Generation
65+.

Die hochstehende Teppichkante, ein übersehener Bordstein, das lose
verlegte Kabel: Oft sind es nur Kleinigkeiten, die im Lebensalltag
älterer Menschen zu einem Unfall führen. Im Jahr 2011 waren bereits
67 Prozent aller tödlich verunglückten Österreicher 65 Jahre oder
älter; Tendenz steigend! 2001 lag dieser Anteil noch bei 42 Prozent!
"Rund 90.000 Seniorenunfälle mit stationärer Behandlung ereignen sich
jährlich aktuell in Österreich; 2002 waren es noch unter 70.000 pro
Jahr. Durchschnittlich alle 5 Stunden stirbt ein Mensch über 65
Jahren an den Folgen eines Unfalles (insgesamt 1.636 im Jahr 2011),
die meisten davon durch Stürze. Das sind mehr Todesopfer als durch
Verkehrsunfälle", erläutert Dr. Armin Kaltenegger, Leiter des
Bereiches Recht & Normen im KFV.

Im Eigenheim und in der Wohnumgebung passieren die meisten
Unfälle

Bei rund 70 Prozent der Unfälle sind externe Umstände wie z.B.
Mängel in der Wohnung oder in der unmittelbaren Wohnumgebung
ausschlaggebend. Entsprechend groß sind die Möglichkeiten der
Vorbeugung: "Wie unsere Studien zeigen könnten viele tragische
Unfälle mit einfachen Mitteln vermieden werden. Tatsächlich bewegen
sich Senioren vielfach in einer Wohnung und einem Wohnumfeld, das auf
die besonderen Sicherheitsbedürfnisse gebrechlicher Menschen keine
Rücksicht nimmt. Die Mängel der gebauten Umwelt sind der
aussichtsreichste Ansatzpunkt für die Verhütung der Unfälle:
Stolperfallen können beseitigt, Treppen können mit Handläufen
versehen, Badezimmer mit Haltegriffen ausgestattet, Straßenübergänge
seniorengerecht gestaltet werden", so Kaltenegger. Dennoch ist die
Bereitschaft, entsprechende Sicherheitsvorkehrungen zu ergreifen,
gering: Der Grund hierfür liegt darin, dass eine Sicherheitsvorsorge
auf ein mögliches Passiv-Werden im Alter verweist und das stört die
Selbstverständlichkeit des gewollten Aktiv-Seins. Zu einer wirklichen
Auseinandersetzung mit der Thematik kommt es in der Regel erst im
Zusammenhang mit Leidenserfahrungen. Ein weiterer Grund, vor allem
bei Menschen über 75 Jahren, ist mangelnde Investitionsbereitschaft
nach dem Motto "Das zahlt sich für mich nicht mehr aus!". Gerade ab
75 Jahren aber besteht ein besonders hohes Unfallrisiko.

Erhöhte Brandgefahr in Seniorenhaushalten

Dieses erhöhte Risiko für Senioren besteht auch im Zusammenhang
mit Brand(un)fällen. Wie eine Statistik über Gebäudebrände mit
Todesfolgen zeigt, sind deutlich mehr als die Hälfte aller Brandopfer
über 60 Jahre alt. "Im mehrjährigen Durchschnitt kommen in Österreich
47 Personen pro Jahr bei Gebäudebränden ums Leben", erklärt Dr.
Arthur Eisenbeiss, Sprecher der österreichischen
Brandverhütungsstellen, "rund 84 Prozent davon entfallen auf Brände
im privaten Wohnbereich." Das Durchschnittsalter aller Brandtoten
liegt bei 62 Jahren, 57 Prozent davon entfallen auf die Altersgruppe
60+. Innerhalb dieser Gruppe liegt der Altersdurchschnitt wiederum
bei 77 (Männer) bzw. bei 79 Jahren (Frauen). "Die Gefährdung dieser
Altersgruppe hängt auch damit zusammen, dass bei älteren Personen
reduzierte Sinneswahrnehmungen vorliegen können", so Eisenbeiss.

Unvorsichtigkeit und Vergesslichkeit als Hauptursachen

"Hinsichtlich der Zündquellen ist sehr oft Unvorsichtigkeit und
Vergesslichkeit im Spiel", erklärt der Brandschutz-Experte weiters.
So wirke z.B. Rauchzeug bei mehr als einem Drittel der Ereignisse
brandauslösend. Viele weitere Brände gehen von Küchenherden,
Fritteusen und brennenden Kerzen aus. Laut Eisenbeiss spielen weniger
die technischen Defekte als vielmehr die menschlichen Schwächen bei
der Brandentstehung eine wesentliche Rolle: "Gerade bei älteren
Menschen ist auch die Fähigkeit, Brände frühzeitig zu entdecken bzw.
sich im Brandfall richtig zu verhalten, stark in Mitleidenschaft
gezogen." Die gleiche Problematik bestehe auch in Alten- und
Pflegeheimen sowie in betreuten Senioren-Wohneinrichtungen, wo die
körperliche und geistige Konstitution der Bewohner zu berücksichtigen
ist. Eine Selbstrettung der Bewohner ist faktisch unmöglich. In
Alten- und Pflegeheimen sind daher neben baulichen Maßnahmen auch
organisatorische und technische Brandschutzmaßnahmen vorgeschrieben.

Rauchwarnmelder sind Lebensretter!

"Auch in privaten Seniorenhaushalten sollte dem Vorbeugenden
Brandschutz erhöhte Aufmerksamkeit zukommen", empfiehlt Eisenbeiss.
Daher sollten Seniorenwohnungen jedenfalls mit Rauchwarnmeldern
ausgestattet sein. Diese erkennen frühzeitig den Rauch und warnen
durch einen schrillen Alarmton, der auch bei eingeschränkter
Hörfähigkeit wahrgenommen wird. Ein Brand wird damit bereits im
Anfangsstadium erkannt, was das rechtzeitige Verlassen des
Gefahrenbereiches und die frühzeitige Alarmierung der
Einsatzorganisationen ermöglicht, wie Dr. Arthur Eisenbeiss
abschließend erklärt: "Den BV-Stellen geht es um die
Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung über den Nutzen und die
Wirkung von Rauchwarnmeldern als höchst praktische Lebensretter."

Wussten Sie, dass...

... im Jahr rund 90.000 Senioren einen Unfall erleiden, der stationär
behandelt werden muss?

... über 50 Prozent aller stationären Behandlungstage nach Unfällen
auf die Gruppe 65 plus entfällt?

... rund alle 5 Stunden ein älterer Mensch bei einem Unfall stirbt
und damit Unfälle zu den höchsten Gesundheitsrisiken für Menschen ab
65 Jahren gehören?

... die meisten Seniorenunfälle in der Wohnung oder näheren
Wohnumgebung passieren?

... mindestens 60 % der unfallbedingten Verletzungen durch
vorbeugende Maßnahmen vermeidbar sind?

... im Jahr 2011 in Österreich 4.069 Brände mit einem Schaden von
mehr als 2.000 Euro im privaten Bereich registriert wurden? Das
entspricht rund 54 Prozent aller Brandfälle!

... gerade Senioren besonders gefährdet sind, sich bei einem Brand zu
verletzen oder zu sterben, da sie häufig aufgrund ihrer körperlichen
Konstitution nur eingeschränkt oder gar nicht zur Selbstrettung fähig
sind?

... ein Rauchwarnmelder nur etwa 10 Euro kostet, dafür aber Ihr Leben
retten kann?

... qualitativ hochwertige Rauchwarnmelder seit September 2011
zusätzlich mit dem Qualitätszeichen "Q" für erhöhte Anforderungen
gekennzeichnet sind?

... ein 6-kg-Feuerlöscher einen Entstehungsbrand beherrschbar macht
und daher in jeden Haushalt gehört?

Weitere Bilder unter: http://www.apa-fotoservice.at/galerie/4079

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