• 30.04.2013, 10:21:23
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StR Ludwig: Steinmetz-Lehrlinge im Einsatz bei der Rathausfassaden-Sanierung

Beim Bearbeiten von Vierungen lernen die Nachwuchskräfte "den richtigen Schliff"; aktueller Stand der Rathausfassaden-Sanierung

Utl.: Beim Bearbeiten von Vierungen lernen die Nachwuchskräfte "den
richtigen Schliff"; aktueller Stand der
Rathausfassaden-Sanierung =

Wien (OTS) - Die Arbeiten beim ersten Bauabschnitt der
Restaurierung der Rathausfassaden sind voll im Gange. Neben
Spezialisten wie Bildhauern und Restauratoren kommen dabei auch
Steinmetzlehrlinge zum Einsatz. Unter der Aufsicht von
Steinmetz-Bundesinnungsmeister Wolfgang Ecker bearbeiten die
Lehrlinge Vierungen - Ersatzstücke für Fehlstellen an den
Rathausfassaden - und gewinnen so wichtige Praxiserfahrung für ihr
Handwerk.
Heute, Dienstag, lud Wohnbaustadtrat Michael Ludwig zu einem
Augenschein mit Bundesinnungsmeister Wolfgang Ecker,
Steinmetz-Lehrlingen und -Gesellen ein. Die Lehrlinge und Gesellen
demonstrierten anhand der Bearbeitung von Vierungen ihr
handwerkliches Geschick. ****

Die Lehrlinge sind sowohl in der Werkstatt des Steinmetzbetriebs
Ecker in Traiskirchen als auch direkt vor Ort - beim Einsetzen der
Ersatzstücke in die Rathausfassade - beteiligt.
"Es freut mich besonders, dass bei der Sanierung der Rathausfassaden
auch Lehrlinge dieses traditionsreichen Handwerks mitarbeiten. Da es
zum Lernen nicht mehr viele Gebäude wie das Wiener Rathaus gibt,
bietet sich hier eine einmalige Gelegenheit für die Nachwuchskräfte,
berufliches Können zu erwerben", betonte Wohnbaustadtrat Michael
Ludwig.
"Die Restaurierung der Rathaus-Fassaden im ersten Bauabschnitt
geht ausgezeichnet voran. So konnte die umfangreiche Reinigung der
Natursteine kürzlich abgeschlossen werden. Darüber hinaus wurden
bereits zahlreiche Fehlstellen aus der Fassade herausgelöst und
Ergänzungen in der Werkstatt vorbereitet. Auch die Arbeiten für die
Figuren wurden bereits begonnen", informierte Ludwig über den
aktuellen Stand der Sanierungsarbeiten.

21 SpezialistInnen und fünf Lehrlinge

Seit dem Start der Sanierung wurden für die bereits durchgeführten
Maßnahmen im ersten Bauabschnitt zehn Steinmetze, zwei
FigurenrestauratorInnen, eine Bildhauerin sowie fünf
Steinmetz-Lehrlinge eingesetzt. 15.626 Arbeitsstunden wurden bisher
geleistet.
Um die nun anstehenden, zeitintensiven restauratorischen und
konservatorischen Maßnahmen (Vierungen, Steinergänzung, Verfugungen
etc.) gemäß Zeitplan durchführen zu können, werden ab sofort
zusätzlich acht Steinmetze bzw. akademische Steinrestauratoren
beschäftigt.

Reinigung mit Partikel-Trockenstrahlgeräten

Nach Abschluss der Gerüstarbeiten wurde Mitte Oktober 2012 in
allen drei Teilabschnitten (rechte Fassade und Mittelrisalit
Friedrich-Schmidt-Platz sowie linke Fassade Lichtenfelsgasse) des ca.
4.500 m2 großen ersten Bauabschnitts mit den Reinigungsmaßnahmen
begonnen.
Die Reinigung der Natursteinfassaden, bei der einige Tonnen
Strahlmittel verbraucht wurden, erfolgte mit insgesamt neun
unterschiedlichen Partikel-Trockenstrahlgeräten mit einem
Arbeitsdruck von max. 2 Bar. Als Strahlmittel ist Glaspudermehl in
Verwendung, die Reinigungsmaßnahmen konnten nun im April 2013
abgeschlossen werden.

Fehlende Aufsatzblumen auf den Balustraden wiederhergestellt

Parallel dazu erfolgten in den Fassadenflächen konservatorische
Sicherungsmaßnahmen sowie die Vorbereitung der erforderlichen
Natursteinergänzungen. Hierfür wurden bereits zahlreiche Schadstellen
vorsichtig herausgelöst und die Natursteinvierungen in der Werkstatt
bildhauerisch vorbereitet. So wurden z.B. schon alle 20
Rekonstruktionen der fehlenden Aufsatzblumen - ein wichtiges
schmückendes Fassadendetail auf den Balustraden - in der
Steinmetzwerksatt fertiggestellt.

Rekonstruktion der Fehlstellen an den Figuren

Auch bei den 13 überlebensgroßen allegorischen Figuren am
Mittelrisalit aus feinkörnigem Savonnières-Kalkstein wurde bereits
mit den Arbeiten begonnen. Da hier die Schäden aufgrund des
speziellen Gesteins besonders problematisch sind, mussten dazu einige
Voruntersuchungen zum konservatorischen Programm durchgeführt werden.
Eine Bildhauerin rekonstruiert die Figuren. Im ersten Schritt werden
die Entwürfe für die Rekonstruktion der Figuren ausgearbeitet.
Sämtliche denkmalpflegerischen und restauratorischen Maßnahmen
werden in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt und der
restauratorischen Baubegleitung ausgeführt.

Rathausfassaden-Sanierung im Überblick

Die Restaurationsarbeiten am Wiener Rathaus werden in insgesamt
elf Bauabschnitten ausgeführt. Die festgelegten Abschnitte werden
durchschnittlich 3.200 Quadratmeter Fassadenfläche betragen. Geplant
ist, mit den einzelnen Bauabschnitten jeweils im Herbst zu beginnen
und die Arbeiten vor dem Winter des darauf folgenden Jahres fertig zu
stellen. Die endgültige Fertigstellung der Restaurierung der
Rathausfassaden ist mit Ende 2023 vorgesehen. Die Gesamtkosten der
Generalsanierung der Fassaden werden sich auf rund 35 Mio. Euro
belaufen.
Das Gesamtsanierungskonzept umfasst außerdem Maßnahmen wie die
Reinigung und Instandsetzung der Säulen in den Durch- und
Einfahrtsbereichen, die Instandsetzung der im Zuge der
Steinfassadeninstandsetzung betroffenen Türen, Tore, Fenstergitter,
Bleiverglasungen sowie den Umbau der Beleuchtungseinrichtungen (u.a.
Festbeleuchtung und Arkadengangbeleuchtung Rathausplatz) auf moderne
und energieeffiziente Leuchten.

Die Sanierungsabschnitte:

Bauabschnitte 1 (4.010 m2) und 2 (5.120 m2) : Westfassade
Friedrich-Schmidt-Platz
Bauabschnitte 3 (4.500 m2) und 4 (4.200 m2): Fassaden Arkadenhof,
Felderstraße
Bauabschnitte 5 (4.850 m2) und 6 (4.100 m2): Felderstraße, Hauptturm
Bauabschnitte 7 (700 m2) und 8 (700 m2): Nebentürme
Bauabschnitte 9 (3.450 m2) und 10 (3.450 m2): Rathausplatz
Bauabschnitt 11: Freitreppe am Rathausplatz (Schluss) da

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