Auer zu Neonicotinoiden: Brüssel leistet Gentechnik und Pestizideinsatz Vorschub

NGOs schießen mit Kanonen auf Spatzen - Stöger bei Bienenmonitoring gefordert

Wien (OTS) - "Zähneknirschend nehme ich zur Kenntnis, dass die EU-Mitgliedstaaten keinen Kompromiss zum Einsatz neonicotinoider Pflanzenschutzmittel gefunden haben. Jetzt liegt die Entscheidung bei der EU-Kommission", kommentierte Bauernbund-Präsident Jakob Auer das Ergebnis der heutigen EU-Abstimmung.

"Wie jedes Medikament, haben auch Beizmittel Nebenwirkungen, die die Landwirtschaft durch vernünftige Anwendung sehr gut im Griff hat. Ein Aussetzen dieser Mittel hilft nicht den Bienen und schadet ausgerechnet den kleinbäuerlichen Betrieben, die bei einem großflächigen Fruchtwechsel nicht mithalten können. Dank sachgemäßer Anwendung gelten die Pflanzenschutzmittel als unbedenklich für die Bienen. Nicht die Beizmittel sind Verursacher der Bienenverluste, sondern hauptsächlich die Varroa-Milbe", verwies Auer einmal mehr auf einschlägige Untersuchungen und verlangte, "dass Gesundheitsminister Alois Stöger endlich ein flächendeckendes, österreichisches Bienenschutz-Monitoring aufstellt." Denn eines steht bei Experten unbestritten fest: Das Milben-Virus dezimiert die Bienenvölker über die Wintermonate um 35% und mehr - die Daten stammen aus Ländern, wo kein Beizmittel verwendet wird (zum Beispiel Dänemark).

"Der Gesundheitsminister ist bei einem effektiven Bienenmonitoring, das Bienenschäden wissenschaftlich aufarbeitet, nach wie vor untätig. Demgegenüber hat das Lebensministerium in den vergangenen drei Jahren EUR 6 Mio. für das Bienenprogramm und die Bio-Bienenförderung aufgewendet", forderte Auer Minister Stöger, der politisch für Bienengesundheit zuständig ist, zum Handeln auf.

EU gespalten, Studien sind lückenhaft - Gentechnik dank NGOs vorprogrammiert

Innerhalb der EU ist man uneins über die Auswirkung der Pflanzenschutzmittel. "Beunruhigenderweise haben einige Mitgliedstaaten bereits angekündigt, den Stopp als Spielraum dafür auszunützen, offensiv gentechnisch manipulierte Pflanzen und großflächig Pestizide einzusetzen. Das ist eine alarmierende Ansage, weil auch das gentechnikfreie Österreich damit unfreiwillig GVOs über die Grenze geliefert bekommt. Jene NGOs, die so vehement für den Stopp waren, müssen sich die Frage stellen, ob sie mit dem Beiz-Stopp nicht proaktiv der Gentechnik das Feld aufbereitet haben", hielt Auer fest. "Im Endeffekt zeigt sich, dass mit Kanonen auf Spatzen geschossen wurde", warnte der Bauernbund-Präsident vor unabschätzbaren Folgen. Relevant für Österreich sei hier insbesondere Ungarn. "Wenn der Nachbarstaat beim GVO-freien Anbau wirklich kippt, dann importieren wir über die grüne Grenze unvermeidbar gentechnisch veränderte Organismen", so Auer.
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