• 29.04.2013, 16:04:37
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Auer zu Neonicotinoiden: Brüssel leistet Gentechnik und Pestizideinsatz Vorschub

NGOs schießen mit Kanonen auf Spatzen - Stöger bei Bienenmonitoring gefordert

Utl.: NGOs schießen mit Kanonen auf Spatzen - Stöger bei
Bienenmonitoring gefordert =

Wien (OTS) - "Zähneknirschend nehme ich zur Kenntnis, dass die
EU-Mitgliedstaaten keinen Kompromiss zum Einsatz neonicotinoider
Pflanzenschutzmittel gefunden haben. Jetzt liegt die Entscheidung bei
der EU-Kommission", kommentierte Bauernbund-Präsident Jakob Auer das
Ergebnis der heutigen EU-Abstimmung.

"Wie jedes Medikament, haben auch Beizmittel Nebenwirkungen, die
die Landwirtschaft durch vernünftige Anwendung sehr gut im Griff hat.
Ein Aussetzen dieser Mittel hilft nicht den Bienen und schadet
ausgerechnet den kleinbäuerlichen Betrieben, die bei einem
großflächigen Fruchtwechsel nicht mithalten können. Dank sachgemäßer
Anwendung gelten die Pflanzenschutzmittel als unbedenklich für die
Bienen. Nicht die Beizmittel sind Verursacher der Bienenverluste,
sondern hauptsächlich die Varroa-Milbe", verwies Auer einmal mehr auf
einschlägige Untersuchungen und verlangte, "dass Gesundheitsminister
Alois Stöger endlich ein flächendeckendes, österreichisches
Bienenschutz-Monitoring aufstellt." Denn eines steht bei Experten
unbestritten fest: Das Milben-Virus dezimiert die Bienenvölker über
die Wintermonate um 35% und mehr - die Daten stammen aus Ländern, wo
kein Beizmittel verwendet wird (zum Beispiel Dänemark).

"Der Gesundheitsminister ist bei einem effektiven
Bienenmonitoring, das Bienenschäden wissenschaftlich aufarbeitet,
nach wie vor untätig. Demgegenüber hat das Lebensministerium in den
vergangenen drei Jahren EUR 6 Mio. für das Bienenprogramm und die
Bio-Bienenförderung aufgewendet", forderte Auer Minister Stöger, der
politisch für Bienengesundheit zuständig ist, zum Handeln auf.

EU gespalten, Studien sind lückenhaft - Gentechnik dank NGOs
vorprogrammiert

Innerhalb der EU ist man uneins über die Auswirkung der
Pflanzenschutzmittel. "Beunruhigenderweise haben einige
Mitgliedstaaten bereits angekündigt, den Stopp als Spielraum dafür
auszunützen, offensiv gentechnisch manipulierte Pflanzen und
großflächig Pestizide einzusetzen. Das ist eine alarmierende Ansage,
weil auch das gentechnikfreie Österreich damit unfreiwillig GVOs über
die Grenze geliefert bekommt. Jene NGOs, die so vehement für den
Stopp waren, müssen sich die Frage stellen, ob sie mit dem Beiz-Stopp
nicht proaktiv der Gentechnik das Feld aufbereitet haben", hielt Auer
fest. "Im Endeffekt zeigt sich, dass mit Kanonen auf Spatzen
geschossen wurde", warnte der Bauernbund-Präsident vor
unabschätzbaren Folgen. Relevant für Österreich sei hier insbesondere
Ungarn. "Wenn der Nachbarstaat beim GVO-freien Anbau wirklich kippt,
dann importieren wir über die grüne Grenze unvermeidbar gentechnisch
veränderte Organismen", so Auer.
(Schluss)

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