• 26.04.2013, 15:42:12
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Neues Volksblatt: "Sozialstaat" von Markus EBERT

Ausgabe vom 27.April 2013

Utl.: Ausgabe vom 27.April 2013 =

Linz (OTS) - Wenn von der Vereinbarkeit von Familie und Beruf die
Rede ist, ist meist die Frage der Kinderbetreuung gemeint.
Diesbezüglich wurde in den letzten Jahren viel unternommen, von der
Krippe über den Kindergarten bis zum Hort wird alles ausgebaut, was
Müttern den Wiedereinstieg in den Beruf erleichtern soll.
Mindestens so schwierig ist es freilich auch an anderen Punkten der
Lebenskurve, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen - wenn es
nämlich gilt, einen Angehörigen zu pflegen. Das wiederum ist kein
Minderheitenproblem; laut Caritas geschehen 80 Prozent der Pflege in
den eigenen vier Wänden, mehr als 200.000 Österreicherinnen und
Österreicher sind pflegende Angehörige. Neben der psychischen und
physischen Belastung kann das auch zum materiellen Problem werden,
die Begleitung von Eltern oder Kindern in deren schwersten Stunden
lässt sich mit dem Beruf oft nur schwer vereinbaren. Pflegenden hier
mit einer Karenzgeldregelung etwas von der Belastung zu nehmen, wie
das nun geplant ist, muss sich ein Sozialstaat leisten können. Dass
die Koalition diese Frage ohne kleinliches parteipolitisches Gezänk
gelöst hat, spricht für die handelnden Personen und deren Einsicht in
gewisse Notwendigkeiten. Sorgsamer Umgang mit dem Steuergeld an
anderen Positionen sollte sicherstellen, dass für die Finanzierung
der wesentlichen sozialen Aufgaben immer eine ausreichende Dotierung
vorhanden ist.

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