- 26.04.2013, 14:15:40
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Zuspitzung bei "Belo Monte": "Das ist fast wie ein Genozid"
Dreikönigsaktion unterstützt brasilianische Bundesstaatsanwaltschaft, die Staudammprojekt wegen Zerstörung von Lebensraum der indigenen Bevölkerung bekämpft
Utl.: Dreikönigsaktion unterstützt brasilianische
Bundesstaatsanwaltschaft, die Staudammprojekt wegen Zerstörung
von
Lebensraum der indigenen Bevölkerung bekämpft =
Wien, 26.04.13 (KAP) "Das ist fast wie ein Genozid": Mit diesem
alarmierenden Aufschrei macht die brasilianische Journalistin und
Aktivistin Verena Glass gemeinsam mit Helena Palmquist von der
brasilianischen Bundesstaatsanwaltschaft auf die sich aktuell
zuspitzende Situation rund um das umstrittene Staudammprojekt "Belo
Monte" am Xingu-Fluss aufmerksam. Beide informieren seit einer Woche
im Rahmen einer Europareise über die aktuellen Entwicklungen an dem
Nebenarm des Amazonas. Die Arbeitsbedingungen auf der Baustelle
seien dramatisch, 60.000 Indigene könnten ihre Lebensgrundlage
verlieren, einem riesigen Naturgebiet drohe die Zerstörung. Zu dem
Pressegespräch am Freitag in Wien hatten die Dreikönigsaktion
gemeinsam mit der Grünen Europaparlamentarierin Ulrike Lunacek
geladen.
"Belo Monte" sei der Offenbarungseid der brasilianischen Regierung,
so die Aktivisten. Der Staat verletze durch sein Vorgehen "alle
demokratischen Grundregeln". Es gehe zu "wie zur Zeit der
Militärdiktatur", betonte Verena Glass von der "Bewegung lebendiger
Xingu für immer" (Movimento Xingu Vivo para Sempre). Die aktuelle
Lage sei "höchst prekär". Umweltauflagen würden missachtet, die
indigene Bevölkerung nicht beachtet. Hinzu komme das Chaos auf der
Baustelle: "Durch den Zuzug von Bauarbeitern, worauf das sensible
Gebiet im Amazonas nicht gewappnet ist, kommt es zu massivem Anstieg
von Gewalt, vor allem im Bereich der Sexualdelikte. Minderjährige
werden zur Prostitution gezwungen. Fälle sklavenähnlicher
Arbeitsbedingungen sind keine Seltenheit".
Zu den Mitkämpfern auch auf den verfügbaren juristischen Wegen zählt
der austro-brasilianische Bischof von Xingu, Erwin Kräutler. Als
einer der engagiertesten und wichtigsten Kämpfer für die Rechte der
indigenen Bevölkerung habe er soeben um einen Termin beim Obersten
Gerichtshof angesucht, teilte Palmquist mit. Dabei gehe es ihm auch
darum, "weitere Staudamm-Projekte an anderen Flüssen Amazoniens mit
verheerenden Auswirkungen auf Natur und Mensch zu unterbinden".
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