• 26.04.2013, 12:03:56
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Rasinger: Gesundheitsreform ist große Chance, wenn alle Beteiligten Herz und Erfahrung einbringen

Spitäler entlasten, niedergelassenen Bereich ausbauen

Utl.: Spitäler entlasten, niedergelassenen Bereich ausbauen =

Wien (OTS/ÖVP-PK) - Natürlich ist die Gesundheitsreform ein
Kompromiss, aber sie bietet auch eine große Chance, wenn alle
Beteiligten - Bund und Länder - Erfahrung und Herz einbringen. Das
sagte ÖVP-Gesundheitssprecher Abg. Dr. Erwin Rasinger heute, Freitag,
anlässlich der Debatte über die 15a-Vereinbarung zur Zielsteuerung
Gesundheit im Nationalrat. Gesundheitsreform sei "kein Meteorit, der
plötzlich auf die Erde fällt", aber trotzdem ein "schwieriges
Unterfangen, weil vieles in der Planung nicht berücksichtigt werden
kann. Wir wissen, dass wir alle einmal sterben, aber nicht wann, wo
und wie." Jede gesundheitspolitische Maßnahme benötige aber eine
Vorlaufzeit von fünf bis zehn Jahren.

"Wir haben eines der besten Gesundheitssysteme der Welt. Das gilt es
festzuhalten und weiter zu entwickeln. Wir wollen das hohe Niveau
weiter gewährleisten, das ist weltweit eine große Herausforderung."
Rasinger verwies auch auf die etwa 400.000 Beschäftigten im
Gesundheitsbereich, die klare Rahmenbedingungen brauchen. Es gelte,
auch Kosten zu dämpfen. "Zehn bis elf Prozent des
Bruttoinlandsprodukts werden in der westlichen Welt für das
Gesundheitswesen aufgewendet." Dieser Betrag kann nicht beliebig
gesteigert werden.

Ziel der Reform müsse eine gute Versorgung in der Stadt und am Land
sein. "Wenn man in Linz beispielsweise zwölf Wochen auf einen
Psychiater warten muss, so ist das einfach zu lang." Als Hausarzt sei
es ihm, Rasinger, auch in Wien fast unmöglich, eine
Kernspintomographie - also ein bildgebendes Verfahren zur Darstellung
des menschlichen Körpers - unter vier Wochen Wartezeit zu bekommen.

Ziel der Reform müsse es zudem sein, zum Beispiel die Zahl der
Diabetesschäden, Herzinfarkte und Krebstoten um 20 Prozent zu senken.
Und auch die entsetzlich hohe Zahl der Selbstmorde - mehr als doppelt
so viel wie Verkehrstote - müsse dringend reduziert werden. Auch die
Prävention sei zu verbessern. "Einsparziele sind dann möglich, wenn
man den Spitalssektor reduziert und den niedergelassenen Sektor
ausbaut, insbesondere die Anlaufstelle Hausarzt", meint Rasinger.

Es nütze nichts, bei der Herzinfarkt- und Schlaganfallversorgung
Weltspitze zu sein, wenn es in anderen Bereichen eklatante Lücken
gebe, wies Rasinger beispielsweise auf die fehlende Finanzierung bei
den Kinderhospizen und die fehlenden Kinderpsychiater auf
Kassenkosten hin. Auch bereite die "Völkerwanderung an Ärzten von
Österreich ins Ausland" große Sorgen. Österreich weise eine hohe Burn
out-Rate bei Ärzten auf und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie
sei vielfach nicht gegeben. Schon jetzt arbeiten 2.800
österreichische Ärzte in Deutschland, Tendenz stark steigend.

Abschließend zitierte Rasinger den deutschen Ex-Gesundheitsminister
Horst Seehofer, der einmal sagte: "Am Tag nach der Reform ist der Tag
vor der Reform". "Diese Reform ist eine gute Chance", gab Rasinger
der Hoffnung Ausdruck, "dass wir noch viele Tage brauchen, bis wir
die nächste Reform beschließen müssen."
(Schluss)

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