• 26.04.2013, 11:59:09
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Gesundheitsreform - Stronach/Lugar: finanzielle Mittel dort einsetzen, wo sie gebraucht werden

5,09 Euro pro Patient - Entlohnung zwingt Ärzte zu "Rein-Raus-Medizin"

Utl.: 5,09 Euro pro Patient - Entlohnung zwingt Ärzte zu
"Rein-Raus-Medizin" =

Wien (OTS) - Massive Kritik an der von Gesundheitsminister Stöger
vorgestellten Gesundheitsreform äußerte Team Stronach Klubobmann
Robert Lugar in seinem Debattenbeitrag. "Die Reform setzt falsch an.
Die Länder mischen sich in die Gesundheitsversorgung ein, vertreten
eigene Interessen", so Lugar. Er verlangt, dass "finanzielle Mittel
dort eingesetzt werden, wo sie gebraucht werden - bei den
niedergelassenen Ärzten". Lugar forderte eine Zusammenlegung der
Kassen - "eine reicht, weil es derzeit einen nicht durchschaubaren
Dschungel gibt", die Verlagerung der Länderkompetenzen zum Bund, mehr
Mittel für den extramuralen Bereich und bessere Qualitätschecks der
Diagnosen vor Operationen.

Lugar prangerte die "Rein-Raus-Medizin" bei praktischen Ärzten an,
deren Ursache darin begründet sei, dass ein Arzt nur 5,09 Euro pro
Patient verrechnen kann. Bei den Kosten für Personal, Ordination,
etc. bliebe den Ärzten keine andere Wahl, als die Patienten rasch
abzufertigen. Entsprechend falle allerdings dann auch die Diagnose
aus - im Gegensatz zu einem Privatarzt, "der nimmt sich Zeit,
verlangt aber auch mehr".

Lugar verwies auf eine Studie, wonach 40 Prozent aller Diagnosen
falsch seien. Auf Basis dieser Diagnosen erfolgen aber Behandlungen.
"Um 5,09 kann man keine ordentlichen Diagnosen stellen - das liegt
nicht am Arzt, das liegt an den Tarifen", mahnte Lugar. Er verlangte,
"finanzielle Mittel dort einzusetzen, wo sie gebraucht werden!" Denn
gleichzeitig würden Millionen für unnötige Operationen ausgegeben,
wie auch eine Häufung gewisser Operationen in einzelnen Spitälern
zeige. In diesem Zusammenhang forderte Lugar, dass vor geplanten
Operationen eine zweite und unabhängige Meinung eingeholt werden
müsse.

An Stöger richtete Lugar: "Wir brauchen einen Gesundheitsminister der
umsetzt, was der Rechnungshof empfiehlt. Wir haben derzeit ein
Gesundheitssystem, das nicht schlecht ist - aber auch nicht wirklich
gut." Lugar erinnerte: "Wir brauchen keine Kommissionen und
Arbeitskreise - es ist bekannt, was schief läuft, aber von den
Vorschlägen des Rechnungshofes wird nichts umgesetzt. Das Problem
ist: keiner traut sich eine echte Reform anzugehen!"

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