- 26.04.2013, 11:12:02
- /
- OTS0100 OTW0100
ÖH: Forum Hochschule zum Meilenstein der Hochschulpolitik ausgebaut
Der alternative Hochschulplan wurde um fünf neue Arbeitsgruppen erweitert und gibt umfassende Lösungen und Visionen für die Hochschullandschaft
Utl.: Der alternative Hochschulplan wurde um fünf neue
Arbeitsgruppen erweitert und gibt umfassende Lösungen und
Visionen für die Hochschullandschaft =
Wien (OTS) - Gestern wurde die 2. erweiterte Auflage von Forum
Hochschule präsentiert. Der alternative Hochschulplan der
Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) wurde im Herbst 2011
begonnen, die Ergebnisse der ersten fünf Arbeitsgruppen im März 2012
präsentiert. Die Themen waren Hochschulorganisation, Wissenschaft und
Forschung, Qualität der Lehre, Soziale Absicherung und
Hochschulfinanzierung. Angespornt durch die regen Debatten rund um
Forum Hochschule wurden fünf neue Arbeitsgruppen konstitutiert:
Ausländische Studierende, Internationalisierung & Mobilität,
Kunsthochschulen, Barrierefreie Hochschule sowie Durchlässigkeit im
tertiären Sektor.
"Der erste Teil von Forum Hochschule war auf der einen Seite ein
großer Erfolg. Denn er wurde breit diskutiert, und hat beispielsweise
maßgeblich zur Einsetzung von Arbeitsgruppen in der
Hochschulkonferenz beigetragen. Andererseits ist die Ignoranz der
Politik schwer zu durchbrechen. Auf den Hochschulplan des
Wissenschaftsministeriums warten wir seit 3 MinisterInnen, eine
ausführliche Stellungnahme zu Forum Hochschule hat es bisher auch
nicht gegeben" so Angelika Gruber vom Vorsitzteam der ÖH.
Das Fazit nach fast zwei Jahren Arbeit an Forum Hochschule ist
vielfältig: "Der Prozess an sich hat gezeigt, dass man nur durch die
Einbindung von Studierenden, Lehrenden und externen ExpertInnen die
gesamte Expertise des Hochschulsektors erfassen kann. Die rege
Beteiligung hat uns gezeigt, dass das Interesse an einer
Weiterentwicklung des Hochschulsektors enorm ist und die Politik hier
enormen Handlungsbedarf hat", so Janine Wulz vom Vorsitzteam der ÖH.
Mangelnde finanzielle Mittel dürfen hier keine Ausrede sein: "Auch
wenn die Ausfinanzierung der Hochschulen überfällig ist: Viele der
zahlreichen Forderungen und Vorschläge in Forum Hochschule sind
budgetneutral umsetzbar."
Aufbauend auf den Grundlagen des ersten Teils wurden seit Sommer 2012
neue zentrale Forderungen und Lösungsvorschläge erstellt.
"Um eine barrierefreie Hochschule zu schaffen, legen die vier
Leitprinzipien Information, Professionalisierung, Standardisierung
und Partizipation einen wesentlichen Grundstein zur vollen Teilhabe
betroffener Studierender. Eine nachhaltige Beseitigung der Barrieren
soll durch eine hochschulinterne sowie eine bundesweite Servicestelle
und jeweils dazugehörige Kontrollgremien stattfinden. Neben einem
extensiven Maßnahmenkatalog fordern wir auch die stärkere
Fokussierung der ÖH Bundesvertretung selbst auf Barrierefreiheit" so
Martin Schott vom Vorsitzteam der ÖH.
"Studierende ohne österreichische StaatsbürgerInnenschaft haben es
ohnehin schwer an Hochschulen in Österreich - noch schwieriger ist
allerdings überhaupt an einer Hochschule zugelassen zu werden. Eine
zentrale Forderung ist deshalb die Reduktion der Bürokratie rund um
Aufenthaltstitel und Arbeitsbewilligung, sowie eine bessere
finanzielle Absicherung ausländischer Studierender. Langfristiges
Ziel muss es sein, dass ausländische Studierende den inländischen
gleichgestellt werden und somit allen, unabhängig von ihrer Herkunft,
der Zugang zu Hochschulbildung ermöglicht wird", betont Christoph
Huber, Generalsekretär der ÖH.
Die Möglichkeit, Erasmus oder ähnliche Aufenthalte zu machen, stehen
allen Studierenden offen und werden auch gefördert. "Das Fördersystem
ist aber noch ausbaufähig. Speziell für Studierende mit Kindern oder
berufstätige Studierende fordern wir spezielle Fördermaßnahmen, sowie
höhere Zuschüsse für Studierende mit Behinderungen oder chronischen
Erkrankungen. Auch Incomings sollten durch mehr Lehrveranstaltungen
auf Englisch sowie stärkere internationale Aspekte in den Curricula
bessere Rahmenbedingungen vorfinden", fasst Angelika Gruber die
Forderungen der Arbeitsgruppe Internationalisierung und Mobilität
zusammen.
Ein Thema, dass nun auch in der Hochschulkonferenz behandelt wird,
ist die Durchlässigkeit im tertiären Sektor. "Die
Entscheidungsgrundlagen, die im Moment oft intransparent bei
monokratischen Organen liegen, müssen transparent gemacht werden.
Dazu gehört vor allem, mehr Gruppen in die Entscheidungen
einzubeziehen und "learning outcomes" durchgehend zu formulieren und
als Grundlage für Entscheidungen der Gleichwertigkeit zu benutzen.
Auch eine Mindestanzahl an freien Wahlfächern in jedem Studium würde
die Durchlässigkeit stark erhöhen. Langfristig bleibt die Forderung
nach einem einheitlichen Hochschulsektor bestehen", so Martin Schott
vom Vorsitzteam der ÖH.
Das derzeitige System der Kunsthochschulen wird kritisch betrachtet.
"Kunsthochschulen sind zu selbstreferenziellen, sich selbst
reproduzierenden Systemen geworden. An der Hochschule selbst müssen
den sozialen Spannungen und Diskriminierungen, die durch die engen,
persönlichen Strukturen entstehen, durch transparente und
strukturelle Unterstützung sowie Sensibilisierung entgegengewirkt
werden. In der Verantwortung der Hochschulen, aber auch der
vorangehenden Bildungsinstitutionen und der politischen AkteurInnen,
ist auch der Abbau der sehr hohen sozialen Selektivität zu sehen.
Diese entstehen durch die oft an der Grenze zur totalen Willkür
liegenden Aufnahmeverfahren. Außerdem ist das Bestehen dieser
Verfahren stärker als bei anderen Aufnahmeprüfungen an das bestehende
soziale und kulturelle Kapital geknüpft", fasst Janine Wulz zusammen.
Die 2. Erweiterte Auflage von Forum Hochschule (auch in
barrierefreier Version) sowie Presseunterlagen sind hier zu finden:
http://www.oeh.ac.at/#/informationnews/presse/pressematerial/
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NHO






