- 25.04.2013, 08:17:25
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Sima an Berlakovich: Bienen-Sterben muss beendet werden!
Europaweites Verbot der Mais-Beize - Österreich muss Vorreiter werden!
Utl.: Europaweites Verbot der Mais-Beize - Österreich muss Vorreiter
werden! =
Wien (OTS) - Ein europaweites Verbot der für das Bienensterben
verantwortlichen Mais-Beize fordert Wiens Umweltstadträtin Ulli Sima
anlässlich der am 29. April auf EU-Ebene stattfindenden nächsten
Abstimmung über ein Teil-Verbot der sogenannten Neonicotinoide. Diese
Beizmittel sind für Bienen toxisch, beschädigen ihr Nervensystem und
zerstören massenhaft Bienenvölker weltweit. Bei der letzten
Abstimmung im März hat Österreich gegen ein Verbot gestimmt - die
Mehrheit der 27 EU-Staaten war für ein Verbot. "Es ist unglaublich,
wie ein Umweltminister hier ganz eindeutig Lobbyist für die
industrialisierte Landwirtschaft agiert. Zahlreiche Studien, darunter
auch die von der AGES, der Agentur für Ernährungssicherheit des
Bundes, belegen den Zusammenhang des Bienensterbens und dem Einsatz
der Mais-Beize", so Sima und erwartet sich entsprechende Schritte vom
zuständigen Umweltminister für ein großflächiges Verbot.
Neonicotinoide greifen das Nervensystem der Bienen an
Neonicotinoide, darunter vor allem die Maisbeize, sind
Insektizide, die u. a. zur Behandlung von Saatgut eingesetzt werden.
Jahr für Jahr gelangen diese Gifte tonnenweise in die Natur. Sie
greifen das Nervensystem der Bienen an und desorientieren sie. Daher
finden die Bienen nicht mehr in den Bienenstock zurück und verenden
im Feld. Bienen, denen die Rückkehr gelingt, tragen die Gifte in den
Bienenstock und schädigen dort das Immunsystem des gesamten
Bienenvolkes.
Biologische Alternativen zum Einsatz von Maisbeize
Maisbeize wird weltweit zur Bekämpfung des Maiswurzelbohrers
eingesetzt. Das Vorkommen dieses Schädlings ist Resultat langjähriger
Mono-Kulturen in der Landwirtschaft. In vielen Ländern hat man
bereits erkannt: Diesem Schädling kommt man am besten durch eine
konsequente Fruchtfolge-Bewirtschaftung bei. So müssen z. B. die
Landwirte im deutschen Bundesland Baden-Württemberg per Verordnung
durch das Landwirtschaftsministerium nach zweijährigem Maisanbau im
dritten Jahr einen Fruchtfolgewechsel durchführen.
Ein Verbot von neonicotinoid-haltigen Mitteln wie eben Maisbeize
in der Landwirtschaft gefährdet - wie gerne von einigen
Pflanzenschutzkonzernen behauptet wird - die Agrarproduktion in
keiner Weise. Für alle Einsätze sind wirksame biologische
Alternativen zugelassen, verfügbar und in der Praxis bestens bewährt.
Seit einigen Jahren sind nützliche Nematoden, das sind kleine
Fadenwürmer, erfolgreich in Deutschland, Österreich, Italien und
Frankreich im Einsatz. Die Nützlinge werden gleichzeitig mit dem
Saatgut ausgebracht und parasitieren den gefährlichen
Maiswurzelbohrer derart, dass er wenig später verendet.
Die Wissenschaft bestätigt: Neonicotinoide sind
bienengefährlich
Schon in den 90iger Jahren gab es erste Berichte von Imkern über
großflächige Bienenschäden durch Neonicotinoide. 2008 kam es in
weiten Teilen Mitteleuropas rund um die Maisaussaat zu einem
dramatischen Bienensterben. Folgerichtig beauftragte die
EU-Kommission die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA mit einer
Neubewertung von Neonicotinoiden. Sie bestätigt, dass Neonicotinoide
tödliche Auswirkungen auf Bienen haben. Darüber hinaus kommen Studien
verschiedener Institute wie dem UBA (Umweltbundesamt) und der AGES
(Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) zum gleichen
Schluss: Es gibt einen Zusammenhang zwischen dem Einsatz von
Neonicotinoiden und Bienensterben.
Bienensterben weltweites Phänomen - Handeln überfällig!
Fälle von Bienensterben gibt es auch in Japan, Ägypten und China.
Dort bestäubt man mittlerweile mit der Hand, um die berühmten Birnen
im August ernten zu können. Hunderte von Arbeitern klettern jeden
April auf die Bäume und verteilen mit Bambusstäben und Hühnerfedern
den Pollen, den sie vorher mühsam gesammelt und vorbereitet haben.
"Die weltweiten Entwicklungen sind dramatisch und Europa muss hier
handeln. Österreich muss hier Vorreiter werden, um das Bienensterben
zu stoppen", so Sima abschließend.
rk-Fotoservice: www.wien.gv.at/pressebilder
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