• 23.04.2013, 16:29:15
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LK NÖ: Export von gentechnikfreiem Maissaatgut wichtiger Wirtschaftsfaktor

Schultes sieht durch drohendes Beizmittelverbot Wettbewerbsfähigkeit gefährdet

Utl.: Schultes sieht durch drohendes Beizmittelverbot
Wettbewerbsfähigkeit gefährdet =

St. Pölten (OTS) - Am 29.04. steht auf EU-Ebene eine weitere
Abstimmung im Bereich Pflanzenschutz an: Wegen eines angeblichen
Zusammenhangs mit einem wiederkehrenden Bienensterben sollen
Neonicotinoide als Beizmittel verboten werden. Niederösterreichs
LK-Präsident Hermann Schultes weist indes erneut auf die
Irrationalität dieses Vorhabens hin: "Die angeführten Verbotsgründe
sind durch keine relevanten Studien belegt. Daneben müssen wir auch
mit schwerwiegenden wirtschaftlichen Problemen rechnen. Österreich
ist EU-weit Spitzenreiter beim Export von gentechnikfreiem, gebeiztem
Saatgut. Wir liefern etwa 300.000 Saatguteinheiten, was umgerechnet
EUR 32 Mio. an Wertschöpfung entspricht. Dieses Beizverbot würde das
Produktionsrisiko unvorhersehbar erhöhen und zu einer deutlich
eingeschränkten Wettbewerbsfähigkeit führen. Österreich ist das Land
mit dem sichersten Status in der Gentechnikfreiheit. Wenn wir
ausfallen, stellt sich die Frage, wer überhaupt noch gentechnikfreies
Maissaatgut in Europa produzieren wird", warnt Schultes.

Österreich hat mit vorbildlicher Sorgfalt Verwendung von
Beizmitteln reduziert

Aktuelle Erhebungen zeigen, dass der Inlandsabsatz von gebeiztem
Maissaatgut trotz steigender Anbauflächen und Erträge in Österreich
seit dem Jahr 2010 deutlich gesenkt wurde. Verschärfte Auflagen
wurden sorgfältig umgesetzt, wie etwa durch technische Neuerungen bei
den Sägeräten oder speziell definierten Umständen, bei welcher
Witterung gebeiztes Saatgut gesät werden darf. So konnte die
Beizmenge vermindert und die -qualität erhöht werden. "2010 wurden
noch 42% des in Österreich angebauten Maises gebeizt, 2013 sind es
nur noch 28%. In Niederösterreich konnte der Anteil von mit
Beizmittel behandeltem Mais halbiert werden, insgesamt werden in
unserem Bundesland etwa 10% gebeizt. Die Bienenverluste konnten
dadurch nicht beeinflusst werden. Die Varroa-Milbe beherrscht weiter
den Bienenstock, wenn sie nicht bekämpft wird", gibt Schultes zu
bedenken.

"Aufgrund klimatischer Voraussetzungen müssen in der Steiermark
mehr als 50% des angebauten Mais gebeizt werden, dennoch kann man
keine eklatant höheren Bienenverluste erkennen. Ich hoffe, diese
Fakten sind allen Entscheidern auf EU-Ebene bewusst und sie erkennen,
mit welchen negativen Konsequenzen zu rechnen ist", so der Präsident.

Zitate zum geplanten Neonicotinoid-Verbot

Schultes weist in diesem Zusammenhang auf jüngste Aussagen von
Experten hin: In der "Frankfurter Allgemeine" vom 07.04.2013 wird
erneut auf die Problematik Bezug genommen und festgestellt, dass
"noch unsicher sei, warum die Bienenvölker sterben". Der Biologe
Grünewald zweifelt die Erklärungsmuster der EU an, so "konnte keine
seiner Untersuchungen an seinem Institut in Oberursel belegen, dass
die Landwirtschaft der Hauptschuldige für das Bienensterben sei".

Jon Entine, ein amerikanischer Journalist und Berater beurteilt
die Vorgehensweise der NGOs im kürzlich erschienen Magazin "Forbes"
sinngemäß folgendermaßen: "Die Pflanzgutbehandlung (Beize) hat den
Einsatz von Spritzmitteln deutlich reduziert und stellt einen
nachhaltigen Nutzen für die Umwelt dar. Gescheitert bei den GVOs,
konzentrieren sich die NGOs jetzt auf Neonicotinoide." Und weiter:
"Allerdings passt ein Kontinent nicht in die Kampagne der NGOs:
Australien ist ein Land, wo Neonicotinoide intensiv verwendet werden.
Trotzdem haben die australischen Imker die gesündesten Bienenbestände
der Welt, dort gibt es keine Varroa-Milbe."
(Schluss)

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